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A-Jugend bricht nach Neun-Tore-Führung total ein

A-Jugend bricht nach Neun-Tore-Führung total ein

Jugend-Handball-Bundesliga: SV 64 Zweibrücken unterliegt nach gutem Start noch mit 30:33 bei Frisch Auf Göppingen.

Verwundert die Augen gerieben haben sich die A-Jugendhandballer des SV 64 Zweibrücken. Denn es gibt Partien, die haben einen solch kuriosen Verlauf, dass es im Nachhinein kaum nachvollziehbar ist, wie so etwas überhaupt zustande kam. So erging es dem SV 64 in der Jugend-Bundesliga im Topspiel bei Frisch Auf Göppingen. Nach einer Neun-Tore-Führung des SV 64 (34.) unterlag dieser noch mit 30:33 (18:12). "Wir hatten die total im Sack - und haben dann aber aufgehört, Handball zu spielen", sagte SV-Trainer Tony Hennersdorf nach dem Spiel enttäuscht.

Die SV-Jungs hatten die Partie beim Tabellenvierten gut begonnen, waren über 5:4 auf 10:6 weggezogen. Antreiber war Mannschaftskapitän Tom Grieser, mit zehn Toren auch erfolgreichster Zweibrücker Schütze. Beide Mannschaften schlugen ein Wahnsinnstempo an.

"Göppingen hat in der ersten Hälfte dann dreimal die Abwehr umgestellt", erklärte Hennersdorf, "und wir haben jeweils die richtigen Antworten gefunden". Aus einer 4:2-Abwehr wurde die defensive 6:0-Variante, bevor Göppingen schließlich mit einer 5:1-Formation weiterspielte.

Nachdem sich die Gastgeber, für die es ebenfalls um die direkte Quali für die kommende Bundesligarunde geht, etwas fingen und durch ein Tor Yannik Leichs zum 9:11-Anschlusstreffer kamen (17.), folgte die beste Phase der Zweibrücker. Dank einer Fünferserie durch Kian Schwarzer, Christopher Huber, Giona Dobrani und zweimal Marc-Robin Eisel setzten sie sich auf 16:9 ab. Mit einer 18:12-Führung ging es in die Kabinen. Tom Grieser hatte den letzten Treffer für die SVler erzielt. Auch Torhüter Alessandro Lehr in Kombination mit seiner Abwehr hatte an dem deutlichen Vorsprung großen Anteil.

Die zweite Hälfte begann ebenso, wie die erste angefangen hatte: mit Hochgeschwindigkeitshandball und einer weiteren Zweibrücker Serie zum 23:14 (34.). Alles deutete auf einen klaren Auswärtssieg hin. "Bis dahin waren wir viel besser", sagte Jugendnationalspieler Marc-Robin Eisel. Doch dann kam der Einbruch. Binnen sieben Minuten erzielten die Gastgeber sieben Tore, ohne dass die nun völlig kopflos agierenden SV-Jungs selbst getroffen hätten. Beim 21:23 war Göppingen wieder auf Tuchfühlung. Nach Griesers Tor zum 24:21 folgten erneut vier Tore der Gastgeber und damit beim 25:24 deren erste Führung (47.). Innerhalb von zwölf Minuten hatte Göppingen den Neun-Tore-Rückstand in eine eigene Führung umgewandelt. Bis zur 50. Minute kämpften beide auf Augenhöhe, erzielte Kian Schwarzer beim 27:27 letztmalig den Ausgleich. Danach zogen die Gastgeber auf 31:27 davon. Beim 32:27 war klar, dass die Punkte in Göppingen bleiben würden, es folgte nur noch eine Ergebniskosmetik.

"Wir haben heute einen komplett geschlagenen Gegner innerhalb weniger Minuten wieder aufgebaut", sagte. Hennersdorf. Und Marc-Robin Eisel ergänzte enttäuscht: "In der zweiten Halbzeit hat Göppingens Torwart alles gehalten, und als wir die Gastgeber wieder aufgebaut hatten, waren wir nicht mehr in der Lage, dem Spiel nochmals eine Wende zu geben". Dadurch haben die Teams die Plätze getauscht, der SV ist nun Vierter hinter Göppingen.