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3. Fußball-Liga: 1. FC Kaiserslautern muss gegen Bayern München II nachlegen

1. FC Kaiserslautern : Mut – Selbstbewusstsein – Zweikampfhärte

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat unter seinem neuen Trainer Marco Antwerpen sportlich wieder in die Spur gefunden. Der Derbysieg gegen Mannheim darf aber kein Strohfeuer gewesen sein, denn die Situation im Tabellenkeller bleibt brandgefährlich. Am Samstag im Heimspiel gegen Bayern München II will Antwerpen daher wieder auf Sieg spielen.

Fettnäpfchen scheinen auch im Jahr 2021 eine beinahe magische Anziehungskraft auf den 1. FC Kaiserslautern auszuüben. Weil Spieler und Verantwortliche des Vereins womöglich gegen die Corona-Verordnung verstoßen haben (siehe Info), ermittelt nun der Deutsche Fußballbund. Und auch beim Eiertanz um (Noch-)Sportdirektor Boris Notzon gab der Fußball-Drittligist keine gute Figur ab. Dass der Beiratsvorsitzende Markus Merk zunächst erklärte, dass Notzon bei der Verpflichtung des neuen Trainers Markus Antwerpen keine Rolle gespielt habe, kam nicht nur einer öffentlichen Demontage gleich, sondern sorgte wenige Tage vor Ende des Transferfensters auch für reichlich Irritation bei Vereinen, mit denen sich Notzon gerade in letzten Gesprächen über Zu- und Abgänge befand. Der 41-Jährige hörte dann zwar wie Merk plötzlich zurückruderte und ihm eine „sehr wertvolle Arbeit“ bescheinigte. Seine Tage auf dem Betze sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit trotzdem gezählt. Auch wenn das bis jetzt noch niemand öffentlich so formulieren möchte. Denn Ex-FCK-Profi Thomas Hengen, den die Pfälzer zum 1. März verpflichtet haben, heißt auf dem Papier zwar nicht Sportdirektor – sondern Geschäftsführer Sport. Daran, dass der Unterschied eher lexikalischer denn inhaltlicher Natur ist, bestehen aber kaum Zweifel.

Und dennoch ist die Stimmung rund um den Betzenberg trotz des kalten Winters um einige Grad wärmer geworden. Das liegt vor allem am Derbysieg gegen Waldhof Mannheim (2:0), bei dem die Roten Teufel bei Antwerpens Premiere auf der Trainerbank ihre stärkste Saisonleistung zeigten. Im Heimspiel am Samstag um 14 Uhr gegen den FC Bayern München II muss das zarte Pflänzchen Hoffnung aber weitere Nahrung erhalten. Denn die Situation im Tabellenkeller ist für Kaiserslautern immer noch brandgefährlich. Zwar stehen die Pfälzer aktuell drei Punkte über der Abstiegszone. Gleich vier der fünf Mannschaften, die hinter dem FCK platziert sind, haben allerdings noch mindestens ein Nachholspiel in der Hinterhand und könnten mit den Roten Teufeln gleichziehen – oder sie überholen.

Dementsprechend will Antwerpen bei seiner Heimpremiere gegen den amtierenden Drittliga-Meister Bayern München II, der aktuell drei Punkte vor dem FCK auf Rang zwölf liegt, auf Sieg spielen. „Wir haben in Mannheim gezeigt, dass wir deutlich offensiver agieren können als das in dieser Saison davor der Fall war. Und das werden wir – unabhängig davon, ob Zuschauer dabei sein dürfen oder ob es ein Heim- oder Auswärtsspiel ist – weiter versuchen. Die Spieler müssen von diesem Weg überzeugt sein“, forderte der 49-Jährige am Donnerstag.

Gelingen soll dies voraussichtlich mit dem gleichen Personal, das bereits im Südwest-Derby überzeugte „Wir verfolgen natürlich die Trainingsleistung unter der Woche. Mit dem Spiel in Mannheim waren wir aber grundsätzlich einverstanden, ich gehe nicht davon aus, dass wir viel umstellen müssen.“

Der Talentschmiede des deutschen Rekordmeisters soll seine Mannschaft mit einer „guten Zweikampfhärte“ den Schneid abkaufen. „Bayern hat eine fußballerisch sehr gute Mannschaft. Sie wollen das Spiel bestimmen, wollen viel Ballbesitz haben. Da werden wir im läuferischen Bereich gefordert sein. Wir müssen dagegenhalten, Ballgewinne in der Hälfte des Gegners erzielen, um wieder torgefährlich zu werden“, weiß Antwerpen, der im Training deshalb auch die Pressinglinie, an der sein Team den Gegner anlaufen soll, weiter nach vorne verlegt hat. Zudem standen Umschaltaktionen im Fokus, die der FCK in Mannheim gegen Ende nicht mehr so konsequent ausgespielt hatte.

Dass seine Mannschaft, die in dieser Saison erst einen Heimsieg gelandet hat, nach dem Erfolg im Derby mit einer breiteren Brust auflaufen wird, daran hat Antwerpen keinen Zweifel. „Siege stärken das Selbstbewusstsein. Ich glaube, man hat den Spielern in Mannheim angemerkt, dass sie von Minute zu Minute mutiger geworden sind. Das war eine sehr engagierte Leistung – und das muss auch der Fahrplan für die weiteren Spiele sein“, fordert der Coach, der am Samstag neben den Langzeitverletzten Dominik Schad, Nicolas Sessa und Lukas Gottwalt auch auf Neuzugang Felix Götze (Adduktorenprobleme) und Philipp Hercher (Oberschenkelverhärtung) verzichten muss.