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„26 Zähler sind einfach zu wenig“

„26 Zähler sind einfach zu wenig“

Homburg. Mit bisher 26 Punkten liegt der FC Homburg nach 20 Spieltagen auf Platz acht in der Tabelle der Fußball-Regionalliga Südwest. Trainer Jens Kiefer zeigt sich zwar überwiegend mit den Leistungen seiner Mannschaft einverstanden, aber nicht mit der bisher erreichten Punktausbeute. Im Gespräch mit Merkur -Mitarbeiter Markus Hagen erklärt er die Gründe, warum es für die Grün-Weißen bisher nicht wunschgemäß lief. Zudem gab er einen Ausblick auf die weitere Saison und sprach auch über die Entwicklung und Bedeutung der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga Nord-Ost.

Herr Kiefer, die Vorrunde ist gespielt. Dazu kam am vergangenen Samstag ein 2:0-Heimsieg gegen den FC Nöttingen zum Auftakt der Rückrunde. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Jens Kiefer: Bis auf die ersten sechs Spieltage, in denen wir nur einen einzigen Punkt holten, spielte meine Mannschaft guten bis sehr guten Fußball. Mit der Präsentation, Leistungs-, Kampfbereitschaft und auch dem Spielvermögen meiner Spieler war ich in den darauffolgenden Partien sehr zufrieden. Es fehlten allein die möglichen Punkte. 26 Zähler bisher sind angesichts der gezeigten Leistungen einfach zu wenig.

Wieso stimmt die Punktausbeute bisher nicht?

Kiefer: In fast allen Spielen dieser Saison haben wir aus vielen hochkarätigen Tormöglichkeiten einfach keine oder zu wenige Treffer erzielt. Dazu kommen dann Fehler im Abwehrverhalten, die der Gegner zu Toren ausnützt und uns damit die eigentlich verdienten Punkte wegnimmt. Ein Beispiel: das Heimspiel gegen den SC Watzenborn-Steinberg. Ehe Watzenborn zum ersten Mal trifft, hätten wir längst die Partie zu unseren Gunsten entscheiden müssen. Oder die Auswärtspartie bei der U23 des VfB Stuttgart : Hier waren wir klar die bessere Mannschaft mit vielen Möglichkeiten, aber dann ging einer der wenigen Schüsse des VfB zum 0:1 in unser Tor. Gleiches passierte im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers . Wir haben einige Spiele unnötig und ärgerlich abgegeben. Daher fehlen uns die Punkte, um zumindest auf Platz sechs zu stehen.

Sie erwähnten zwischendurch auch mal, dass es auch an Qualität fehle, um aus diesen Möglichkeiten Tore zu machen. Ist auch das ein Grund, weshalb der FCH nicht ganz oben mitspielen kann?

Kiefer: Eindeutig ja. Der 1. FC Saarbrücken und auch die SV Elversberg haben die Torjäger in ihren Reihen, die viel und regelmäßig treffen. Bei uns fehlt ein solcher. Leider konnte unserer Stürmer Kai Hesse die Vorbereitungszeit verletzungsbedingt nicht ganz mitmachen. Dann hatte er Zahnprobleme. Manuel Fischer fehlt nach einem Kreuzbandriss noch die Spielpraxis. Positiv ist festzuhalten, dass Thierry Steimetz als Stürmer mit schon sechs Treffern so gut in die Bresche sprang.

Leider muss Ihre Mannschaft in den letzten drei Punktspielen in diesem Jahr auch auf ihn verzichten.

Kiefer: Ja, im Spiel gegen den FC Nöttingen bekam Thierry wieder einen Schlag auf den rechten Oberschenkel, aus dem er im vergangenen Jahr einen gutartigen Tumor herausoperiert bekam. Er hat seit Wochen wieder Probleme mit diesem Oberschenkel. Gut möglich, dass er erneut operiert werden muss.

Mit Kosuke Kinoshita hat der FC Homburg wegen seiner Torflaute noch einen Stürmer dazu geholt. Seine Einstand war mit zwei Treffern im Pokalspiel in Quierschied und mit dem Führungstor im Heimspiel gegen den FC Nöttingen ein positives Zeichen.

Kiefer: Mit Kosuke Kinoshita haben wir uns gut verstärkt. Klar sprechen seine Tore bisher auch für den Grund, warum wir ihn vom SC Freiburg II zu uns geholt haben.

Was ist für Ihre Mannschaft in dieser Saison jetzt noch möglich? Worauf wird der Schwerpunkt in den kommenden Monaten gelegt?.

Kiefer: Wir wollen so viele Spiele gewinnen wie möglich. Danach sehen wir, wie weit es in der Tabelle noch gehen kann. Wenn wir wie in den beiden vergangenen Spielzeiten am Ende auf Platz sechs stehen, wäre das nach dem schlechten Start mit nur vier Punkten aus den ersten acht Spielen dann schon okay.

Bleibt auch noch der Saarlandpokal, den der FC Homburg nach drei Final-Teilnahmen in Folge auch zweimal für sich entscheiden konnte. Wie sind die Chancen, dass die Mannschaft auch im nächsten Jahr zumindest ins Pokalfinale einziehen wird?

Kiefer: Bisher haben wir unsere Hausaufgaben bezüglich Saarlandpokal gemacht. Mit dem Sieg bei der Spielvereinigung Quierschied stehen wir nun im Viertelfinale. Im März nächsten Jahres geht es nun gegen den SC Friedrichsthal, der im Gegensatz zu Quierschied aber zu den Spitzenteams der Saarlandliga zählt. Die Aufgabe wird also schon schwerer. Aber dennoch: Das Halbfinale sollte machbar sein. Dann sehen wir weiter, gegen welche Mannschaft wir hier dann antreten müssen."

Wird es im Winter personelle Veränderungen geben?

Kiefer: Das ist vollkommen offen. Sollte es Spieler geben, die mit ihrer jetzigen Situation beim FC Homburg nicht zufrieden sind und daher den Verein verlassen wollen, werden wir sicherlich reagieren. Aber es könnte auch sein, dass sich uns Spieler anbieten, die uns über diese Saison hinaus weiter bringen, also verstärken. Daher schließe ich keine Veränderungen aus, wenn sie finanzierbar sind. Zurzeit ist im Regionalligakader nichts Konkretes in Sicht.

Eng verzahnt mit dem Regionalliga-Aufgebot ist auch die zweite Mannschaft des FC Homburg, die gerade Herbstmeister in der Verbandsliga Nord-Ost wurde. Wie wichtig wäre der Aufstieg des Teams von Trainer Andreas Sorg in die Saarlandliga?

Kiefer: Vorweggesagt, ich gebe sehr gerne Spieler aus meinem Kader zur Verbandsliga-Elf ab. Zum einen können meine Spieler hier Spielpraxis sammeln, wenn sie bei mir nicht auflaufen, zum anderen helfen wir gerne der sehr jungen Mannschaft mit erfahreneren Spielern. Andreas Sorg, Michael Berndt und Oliver Müller und weitere Mitarbeiter um dieses Team machen eine hervorragende Arbeit in dieser Saison. Viele junge Spieler aus unserer eigenen U19 sind hier am Erfolg beteiligt. Dies unterstreicht unsere Bemühungen und gute Arbeit im Nachwuchsbereich. Sicherlich wäre es erfreulich, wenn unsere Zweite in die Saarlandliga aufsteigen würde. Zum einen werden die jungen Spieler noch mehr gefordert, zum anderen wäre der Leistungsunterschied zur Regionalliga nicht mehr ganz so groß.