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2. Fußball-Bundesliga: Kaiserslautern empfängt St. Pauli

Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern : „Mit Respekt, aber ohne Angst“ gegen St. Pauli

Nach dem bitteren Pokal-Aus gegen Freiburg richtet der 1. FC Kaiserslautern den Blick nun wieder auf den Zweitliga-Alltag: Und dort kommt mit St. Pauli der nächste Hochkaräter.

Das denkbar knappe Pokal-Aus gegen den SC Freiburg ist abgehakt. Denn schon ist die Vorfreude beim 1. FC Kaiserslautern wieder riesig auf das nächste Heimspiel in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach über vier Jahren ist am Sonntag ab 13.30 Uhr der FC St. Pauli mal wieder zu Gast bei den Pfälzern. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Clubs hieß es in der Zweitligasaison 2017/18 auf dem Betzenberg 1:1. Der FCK stieg am Ende der Runde ab, die Hamburger wurden Zwölfter. Während die noch ungeschlagenen Roten Teufel als Aufsteiger auch in dieser Saison vor allem nach unten schauen, dürfte der Blick der ebenfalls mit vier Punkten gestarteten Gäste deutlich weiter nach oben gehen.

Und so warnt FCK-Coach Dirk Schuster seine Jungs auch vor der „brutal schweren Aufgabe“, die da auf sie zukommt. „St. Pauli hatte im Vorjahr Ambitionen nach oben in die erste Liga gehegt – nicht unverständlich als Herbstmeister und langzeitiger Tabellenführer“, betont der 54-Jährige. Der auch nach dem kleinen Umbruch beim Kiez-Club – mit den Abgängen etwa von Guido Burgstaller, Daniel-Kofi Kyereh oder James Lawrence – keine Qualitätsminderung erkennen kann. „Hut ab, wie das St. Pauli immer wieder schafft, Spieler für teures Geld zu verkaufen und dann nahtlos irgendwo Ersatz herzuzaubern.“ Die Hamburger seien weiterhin eine „richtig offensivstarke Mannschaft, die ohne große Schnörkel versucht, den direkten Weg zum Tor zu finden“, erklärt der FCK-Coach auf der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag. Dabei sei die Raute das Herzstück von St. Pauli. „Mit Smith auf der Sechs, Hartel und Irvine außen und Daschner als Zehner – die können alle super Fußball spielen und sind torgefährlich. Die haben klare taktische Abläufe, pressen sehr hoch“, fügt Schuster an. Zusammen mit den Außenverteidigern Leart Paqarada, „der sicher auch bei einigen Erstligisten auf dem Zettel steht“, und Manolis Saliakas, die pausenlos unterwegs sind, habe seine Mannschaft in der Videoanalyse schon gesehen, was da auf sie zukommt. „Dementsprechend sollten wir St. Pauli Respekt aufbringen.“ Für deren Leistungen und deren guten Start mit vier Punkten aus den schweren Spielen gegen Nürnberg (3:2) und Hannover (2:2). „Aber wir haben keine Angst“, betont der FCK-Trainer, dessen Elf durch die letzten Begegnungen – gegen Hannover (2:1), Kiel (2:2) und „speziell im Spiel gegen Freiburg im Pokal“ (1:2 n.V.) – mit breiter Brust in das Duell mit den Hanseaten gehen kann. „Wir haben gezeigt, dass wir absolut konkurrenzfähig sind, dass wir jeder Mannschaft wehtun können, wenn wir uns an die taktische Disziplin halten, wenn wir körperlich alles rausfeuern – und, wenn es uns gelingt, jeden einzelnen Zuschauer mitzunehmen und den Funke beiderseitig überspringen zu lassen.“

Mit bereits knapp 37 000 verkauften Tickets am Freitag sind die Chancen dazu auf dem Betzenberg auf jeden Fall gegeben. „Was da beim Pokalspiel, aber auch gegen Hannover schon auf den Rängen los war, das war sensationell. Das gibt immer wieder einen Schub und positive Energie.“ Und die brauche seine Mannschaft auch am Sonntag gegen St. Pauli, um die Punkte im Fritz-Walter-Stadion zu behalten.

Auf die besondere Atmosphäre auf dem Betzenberg freut sich allerdings auch Gäste-Coach Timo Schultz. „Auch ohne sich Videos anzuschauen, weiß man, was einen da am Sonntag erwartet, vor allem von der Intensität her, vor einer hoffentlich tollen Kulisse“, sagt Schultz dem „Kicker“ und fügt an: „Wir müssen unsere Jungs mental und physisch top drauf einstellen.“

Worauf Dirk Schuster seine Mannschaft neben den Stärken des Gegners einstellen wird, ist klar: Das saubere Verteidigen nach Standards. Wie schon bei den beiden Gegentreffern in Kiel, fielen auch die gegen den SC Freiburg nach Standardsituationen. Vor allem das Tor zum 1:1 nach einem unnötigen Eckball ärgert den FCK-Coach immer noch. Solche Konzentrationslücken dürften sich die Roten Teufel, die am Sonntag auf Anas Bakhat (Zehenverletzung), Avdo Spahic (Handverletzung), Ben Zolinski (Knieverletzung) und Angelos Stavridis (Knöchelbruch) verzichten müssen, gegen St. Pauli nicht erlauben. „Wenn die Tendenz im Pokal auch schon deutlich besser war, werden wir das in die Abschlusseinheiten am Samstag nochmal intensiv reinpacken“, erklärt Schuster. Dessen Laune sicher blendend bleibt, wenn seine Defensive am Sonntag über die gesamten 90 Minuten stabil steht.