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2. Fußball-Bundesliga: FCK mir Remis gegen Eintracht Braunschweig

1. FC Kaiserslautern : „Gutes Spiel – falsches Ergebnis“

Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern ist dem Sieg im Duell der Aufsteiger gegen Braunschweig näher. Nach dem 1:1 im Fritz-Walter-Stadion teilen die Roten Teufel aber das fünfte Mal in Serie mit dem Gegner die Punkte. Am Samstag muss der FCK zum Spitzenreiter Hamburger SV.

Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat sich am Sonntag im Fritz-Walter-Stadion 1:1 (0:0) von Eintracht Braunschweig getrennt und nach den Unentschieden gegen den 1. FC Magdeburg (4:4), den SV Sandhausen (0:0), den SV Darmstadt 98 (3:3) und den 1. FC Heidenheim (2:2) zum fünften Mal in Folge remis gespielt. Dass es im Duell der Aufsteiger und früheren deutschen Meister Kaiserslautern und Braunschweig keinen Sieger gab, „tut uns heute vielleicht ein bisschen mehr weh“, meinte Lauterns Trainer Dirk Schuster. „Es war ein kampfintensives Spiel, beide haben sich nichts geschenkt, aber ich denke, dass wir die etwas besseren Chancen hatten“, ergänzte der 54-Jährige.

Die erste Gelegenheit hatte der FCK am Sonntag nach neun Minuten. Terrence Boyd erkämpfte sich vor 36 332 Zuschauern auf dem Betzenberg in der Hälfte des Gegners den Ball. Doppelpass mit Julian Niehues. Boyds Abschluss aus spitzem Winkel stellte Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic noch vor keine allzu großen Probleme. Nur eine Minute später schien Fezic dann aber schon geschlagen. Den Kopfball von FCK-Verteidiger Boris Tomiak klärte Braunschweigs Robin Krauße aber noch vor Überschreiten der Torlinie.

Nach 13 Minuten ließen sich dann auch die Gäste das erste Mal im Lauterer Strafraum blicken. Und gleich wurde es gefährlich. Kaiserslauterns Torwart Avdo Spahic, der den gesperrten Andreas Luthe vertrat, parierte gegen Lion Lauberbach. Und kurz darauf zappelte der Ball nach einem Kopfball von Anthony Ujah im Tor der Pfälzer. Doch Schiedsrichter Robert Schröder entschied, dass sich der Braunschweiger bei Hendrick Zuck aufgestützt habe.

Auf dem durch den Dauerregen tiefen Rasen im Fritz-Walter-Stadion sahen die Zuschauer zwar keine spielerisch hochklassige – aber unterhaltsame Partie, in der beide Mannschaften den Weg nach vorne suchten. Leichte Vorteile hatte der FCK, der nach 23 Minuten eine Doppelchance verzeichnete. Nach einer Ecke von Philipp Klement kam Tomiak erneut zum Kopfball. Doch wieder war es Krauße, der für seinen geschlagenen Schlussmann rettete. Der Nachschuss von Boyd wurde von einem Spieler der Gäste geblockt. Einmal wurde es vor der Pause auch noch einmal vor dem Tor von Spahic brenzlig. Beim Versuch eine Hereingabe zu klären, traf Lauterns Boyd den Ball so unglücklich, dass dieser nur haarscharf am eigenen Kasten vorbeizischte (30.).

Kurz nach dem Seitenwechsel mussten die Roten Teufel dann aber doch den Gegentreffer schlucken. Nach einem Freistoß der Gäste von der Mittellinie hatte Krauße in der Hälfte der Pfälzer zu viel Platz. Der Braunschweiger steckte den Ball in die Spitze zu Lauberbach durch und der überwand Spahic mit einem Schuss in die rechte Ecke (52.). „Bis dahin haben wir gut verteidigt. Aber da haben wir uns übertölpeln lassen. Der Gegentreffer war mir zu billig“, monierte Schuster. Seine Elf ließ sich von dem Gegentor aber nicht schocken. Nur zwei Minuten später konnten die Braunschweiger einen Eckball nicht entscheidend klären. Zuck zog aus 16 Metern ab. Doch zum dritten Mal klärten die Gäste den Ball auf der Linie. Allerdings auf Kosten der nächsten Ecke. Und nach der durften endlich auch die Lauterer jubeln. Klement trat den Standard in die Mitte. Tomiak setzte sich im Luftduell gegen Lauberbach durch – und der Kopfball des FCK-Verteidigers schlug rechts unten im Eck ein (55.).

Und beinahe hätte der FCK nachgelegt. Kapitän Jean Zimmer hob den Ball auf den durchgestarteten Terrence Boyd. Der nahm das Leder auch klasse mit. Sein Abschluss aus 15 Metern geriet dann aber zu unplatziert (63.). Auf der anderen Seite traf Jan-Hendrik Marx eine Minute später das Außennetz.

Die Hausherren waren der Führung jetzt näher, mussten rund 20 Minuten vor dem Ende aber bange Momente überstehen. Schiri Schröder zeigte Lauterns Klement nach einem harten Einsteigen mit offener Sohle gegen Ujah zunächst glatt Rot (71.), nahm die Entscheidung nach Videobeweis aber zurück. Klement hatte vorher den Ball gespielt.

Im Anschluss ließen beide Abwehrreihen keine größeren Gelegenheiten mehr zu – bis in die Nachspielzeit. Der eingewechselte Lauterer Routinier Mike Wunderlich schloss im Strafraum ab. Fezic kratzte das Leder aus der linken Ecke und rettete seinem Team den Punkt.

Die Gefühlswelt der Roten Teufel war nach dem Schlusspfiff gespalten.„Braunschweig klärt drei Mal auf der Linie. Ich finde, wir hätten den Sieg heute verdient gehabt“, haderte Kaiserslauterns Torschütze Tomiak. Auch sein Partner in der Innenverteidigung, Kevin Kraus, war ein wenig angesäuert: „Es war ein gutes Spiel – mit einem falschen Ergebnis.“ Terrence Boyd wollte indes das Positive aus der Partie ziehen: „Wir haben gegen einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt gepunktet. Das Glas ist immer halbvoll. Wir haben wieder gezeigt, dass nach einem Rückstand die Messe noch lange nicht gelesen ist. Mit diesem Gefühl fahren wir jetzt auch nach Hamburg.“

Beim Tabellenführer Hamburger SV, der seine letzten fünf Spiele alle gewonnen hat, tritt der 1. FC Kaiserslautern am kommenden Samstag um 20.30 Uhr an. Hendrick Zuck weiß: „Da kommt ein richtiges Brett, aber auch da fahren wir hin, um etwas mitnehmen.“