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1. FC Kaiserslautern zum dritten Mal in Folge Remis

3. Fußball-Liga : Erstmals kein Gegentor – aber weiter kein Sieg

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern zeigt beim torlosen Remis gegen den Talentschuppen des FC Bayern defensiv eine solide Leistung – vergibt aber vorne in der Schlussphase beste Chancen auf den Sieg – und steckt weiter im Tabellenkeller fest.

Die positive Nachricht: Unter dem neuen Trainer Jeff Saibene hat Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern noch kein Spiel verloren und kassierte am Samstag erstmals in dieser Spielzeit kein Gegentor. Die weniger erfreuliche: Auch unter dem 52-jährigen Luxemburger wartet der FCK auf den ersten Saisonsieg und steckt im Tabellenkeller fest. Das torlose Remis beim amtierenden Drittligameister FC Bayern München II war das dritte Unentschieden unter Saibene.

Der trauerte insbesondere den Möglichkeiten hinterher, die seine Elf in der Schlussphase reihenweise vergeben hatte. „Da müssen wir den Lucky Punch setzen, wir hatten vier Riesenchancen“, klagte der Trainer bei Magenta Sport.

Saibene hatte zuvor mitansehen müssen, wie zuerst Marvin Pourié (79. Minute) und dann Marlon Ritter (86.) an Münchens Torwart Ron-Thorben Hoffmann scheiterten. Und danach ließ der FCK zwei noch größere Hochkaräter fahrlässig liegen. In der 90. Minute setzte sich Lauterns Simon Skarlatidis auf dem rechten Flügel durch, flankte punktgenau an den zweiten Pfosten, wo Hendrick Zuck lauerte. Doch der schoss den Ball aus wenigen Metern Torentfernung volley über den Kasten. In der Nachspielzeit steckte dann Ritter den Ball geschickt auf Mohamed Morabet durch. Der schien Hoffmann bereits umkurvt zu haben – doch der Münchner Schlussmann schnappte dem Lauterer im allerletzten Moment noch das Leder vom Fuß.

Morabet hätte bereits in Halbzeit eins die Führung für den FCK erzielen können. In der zehnten Minute tauchte er nach einem Steilpass allein vor dem Münchner Tor auf. Sein Versuch, den Ball in die rechte Ecke zu schlenzen, verfehlte sein Ziel aber um einen halben Meter.

Allerdings war der FCK im Stadion an der Grünwalder Straße vor dem Seitenwechsel nicht die bessere Mannschaft. Die Talentschmiede des deutschen Rekordmeisters – kein Spieler außer Kapitän Timo Kern (30) war älter als 21 Jahre – diktierte das Geschehen gegen zunächst passive Lauterer.

So scheiterte etwa Münchens Leon Dajaku an FCK-Torwart Avdo Spahic. Auch bei zwei Kopfbällen von Joshua Zirkzee war der Schlussmann auf dem Posten.

Nach dem Seitenwechsel blieben die Münchner zunächst besser. Kern hatte das 1:0 für die Gastgeber auf dem Fuß. Sein Schuss vom Elfmeterpunkt wurde in höchster Not entscheidend von Lauterns Außenverteidiger Dominik Schad abgefälscht (48.). Als kurz darauf ein Freistoß von Münchens Fiete Arp ans Lattenkreuz klatschte, war das 0:0 für die Roten Teufel längst schmeichelhaft.

Doch in der letzten halben Stunde trumpfte der FCK immer stärker auf. Ein Schuss von Pourié (60.) leitete endgültig die Wende der Kräfteverhältnisse ein. Doch Kapital konnte der FCK auch aus seinen vier dicken Torchancen in der Schlussphase nicht mehr schlagen. „Wir haben konzentriert nach vorne verteidigt – aber den Deckel nicht auf die Partie geschraubt“, klagte Pourié. „Wir wollten Bayern keine Räume geben, haben uns aber am Anfang sehr schwer getan. München ist eben ein Team mit richtig viel Talent. Aber am Ende lief es immer besser“, zog Saibene Bilanz.

Auch Innenverteidiger Kevin Kraus ärgerte sich über die vielen vergebenen Großchancen: „Eine davon hätten wir nutzen müssen. Kenny Prince Redondo, der in München sein erstes Drittliga-Spiel für die Pfälzer absolvierte, sah es ähnlich: „Ich ziehe zwar insgesamt ein positives Fazit, weil wir als Kollektiv unser Tor verteidigt haben. Allerdings sind das heute ganz klar zwei verlorene Punkte.“

Der defensiv solide Auftritt von München sollte den Pfälzern für die kommenden Partien weiter Selbstvertrauen geben. Klar ist aber auch: Der erste Liga-Sieg muss dem Saibene-Team zeitnah gelingen, sonst steht dem FCK ein grauer Herbst im Tabellenkeller bevor. Die nächste Chance haben die Pfälzer bereits am Mittwoch (19 Uhr) zuhause gegen den FC Ingolstadt.