2. Fußball-Bundesliga Funkels Abschied nach dem Pokalfinale

Kaiserslautern · Friedhelm Funkel will auch mit 70 Jahren nicht sein endgültiges Karriereende verkünden. Beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern geht es für den Trainer-Oldie aber nicht weiter. Mit dem FCK bestreitet Funkel an diesem Sonntag das letzte Saisonspiel auf dem Betzenberg gegen Braunschweig. Und dann wartet da ja noch das DFB-Pokal-Finale in Berlin.

Trainer Friedhelm Funkel hat den 1.FC Kaiserslautern vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga bewahrt. Nach dieser Saison wird er den FCK aber wieder verlassen.

Trainer Friedhelm Funkel hat den 1.FC Kaiserslautern vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga bewahrt. Nach dieser Saison wird er den FCK aber wieder verlassen.

Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

(dpa/mire) Friedhelm Funkel geht beim 1. FC Kaiserslautern als Retter und bekommt zum Abschied beim DFB-Pokal-Finale noch einmal die ganz große Bühne. Der 70-Jährige wird beim Fußball-Zweitligisten nicht über das Saisonende hinaus beschäftigt, wie die Pfälzer am Freitag mitteilten. „Ich habe schon darüber nachgedacht, meine Zeit hier ein Stück weit zu verlängern. Ich habe dann aber gemerkt, dass das für meinen Gesundheitszustand möglicherweise nicht gut gewesen wäre, weil es doch viel Kraft gekostet hat“, sagte der Trainer-Oldie am Freitag.

Der Abschied vom Betzenberg bedeute aber nicht das Karriereende. „Das Alter ist kein Grund aufzuhören. Ich mache das, weil es mir Spaß macht“, sagte Funkel. „Die Grundvoraussetzung ist: Ich muss mich gesund fühlen. Wenn das so bleibt – dann schließe ich nicht aus, dass ich weitermache. Wo auch immer.“

Funkel hatte schon 2020, als sich Fortuna Düsseldorf von ihm trennte, seine Trainerkarriere für beendet erklärt. 2021 rettete er dann aber den 1. FC Köln über die Relegation vor dem Bundesliga-Abstieg. In Kaiserslautern war er im Februar als Nothelfer eingestiegen und hatte auch hier für den Klassenerhalt gesorgt, der noch vor wenigen Wochen stark angezweifelt worden war.

So können sich die FCK-Fans in der letzten Saisonpartie am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) im Fritz-Walter-Stadion gegen Eintracht Braunschweig schon mal auf das große Pokal-Finale in Berlin einstimmen. Da ist Funkel noch einmal mächtig gefordert, denn die Roten Teufel gelten gegen den deutschen Meister Bayer Leverkusen als krasser Außenseiter.

„Wir haben gestern ein Gespräch geführt und ich habe gesagt, dass ich nicht mehr weitermachen möchte. Ich habe viel Kraft hier gelassen und brauche jetzt ein wenig Erholung“, berichtete Funkel am Freitag.

Die Dankbarkeit für den Branchen-Routinier rund um den Betzenberg ist riesig. Ein – mit Mühe vermiedener – Sturz in die 3. Liga hätte den über Jahre angeschlagenen Verein wieder in Nöte gebracht. „Ich möchte mich persönlich und im Namen des gesamten Vereins bei Friedhelm bedanken. Er hat in einer stürmischen Zeit das Ruder übernommen und seine Aufgaben hier überragend erfüllt. Er hat eine unglaubliche Ruhe in den Verein gebracht, die extrem wichtig für das Erreichen unserer Ziele war“, würdigte Geschäftsführer Thomas Hengen die Arbeit Funkels. Dabei hatte Hengen nach dem 1:1 vor einigen Wochen gegen den SV Wehen Wiesbaden des Trainers Team noch öffentlich angezählt und von „Hosenscheißerfußball“ gesprochen.

Der frühere FCK-Profi Funkel war nach Dirk Schuster und Dimitrios Grammozis bereits der dritte Übungsleiter in dieser Spielzeit. „Ich hatte eine tolle Zeit mit der Mannschaft und das Wichtigste: Wir haben unsere Ziele erreicht“, sagte Funkel. Die vergangenen Wochen seien für ihn aber auch sehr intensiv und emotional gewesen.

„Ich habe hier ein Vertrauen gespürt, gerade von den Fans. Das war außergewöhnlich. Beim ersten Training waren 1000 Zuschauer. Das war viel Verantwortung, der ich mich gerne gestellt habe“, bilanzierte Funkel. „Es war anstrengend und nicht immer einfach, hat aber unglaublich viel Spaß gemacht.“

Vor seinen letzten Spielen mahnte der scheidende Trainer „Kontinuität auf der Trainerposition“ an. „In den letzten zehn Jahren haben 14 Trainer hier gearbeitet“, sagte er und verwies darauf, dass auf dem Betzenberg letztmals Kosta Runjaic (2013 bis 2015) über einen längeren Zeitraum im Amt war.

Gerüchten zufolge sollen Michael Wimmer, der gerade bei Austria Wien entlassen wurde, und Markus Anfang, ebenfalls vor Kurzem bei Dynamo Dresden von seinen Aufgaben entbunden, Kandidaten für die Trainer-Nachfolge in Kaiserslautern sein.

Ein Hintertürchen für ein weiteres Engagement beim FCK ließ sich Funkel übrigens offen: Auf die Frage, ob er sich vorstellen, könne, irgendwann in einer anderen Position auf den Betzenberg zurückzukehren, meinte der 70-Jährige: „Das kann ich nicht ausschließen. Darüber sind keine Gespräche geführt worden. Der Verein weiß aber, dass ich für alles offen bin. Nur nicht mehr als Trainer.“

Als Übungsleiter wird er ein vorletztes Mal an diesem Sonntag auf dem Betze gegen Braunschweig an der Seitenlinie stehen. Die Partie hat für den FCK noch insofern Relevanz, als dass sie Einfluss darauf nehmen kann, in welchen Lostopf Kaiserslautern im Hinblick auf die DFB-Pokal-Runde der kommenden Saison einsortiert wird. Seinen Abschied als FCK-Trainer gibt Funkel dann auf der größtmöglichen Fußball-Bühne. Am Samstag, 25. Mai (20 Uhr), im ausverkauften Berliner Olympia-Stadion im Pokalfinale gegen den deutschen Meister Bayer Leverkusen.

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