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1. FC Kaiserslautern und 1. FC Saarbrücken trennen sich Remis

3. Fußball-Liga : Kein Sieger im ersten Duell des Jahrtausends

Bis in die 88. Spielminute hielt Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern im Südwestderby beim 1. FC Saarbrücken trotz Unterzahl eine 1:0-Führung. Dann rettete der ehemalige FCK-Spieler Maurice Deville den Saarländern doch noch einen Zähler.

Die Frage nach seinem Kommentar zum Spiel musste Trainer Jeff Saibene erstmal einige Sekunden sacken lassen. Bis zur 88. Spielminute hatte sein 1. FC Kaiserslautern beim Tabellenführer 1. FC Saarbrücken trotz Unterzahl mit 1:0 in Führung gelegen. Dann traf der ehemalige Lauterer Maurice Deville im Saarbrücker Ludwigspark per Kopf mitten in das pfälzische Herz. Das 1:1 war gleichzeitig der Endstand im Südwestderby – der ersten Pflichtspielpartie zwischen den beiden Mannschaften in diesem Jahrtausend. 1997 war es das letzte Mal zu einem Duell im DFB-Pokal gekommen, die Roten Teufel siegten damals 4:0.

„Über 90 Minuten war das Resultat gerecht, auch wenn wir das Spiel am Ende eigentlich ganz gut im Griff hatten“, rang sich Saibene auf der Pressekonferenz nach der Partie dann doch noch zu einer Bewertung durch. „In der Anfangsphase war Saarbrücken allerdings klar die bessere Mannschaft“, räumte der 52-jährige Luxemburger ein.

Das sah auch Saibenes Saarbrücker Trainerpendant so: „Das Spiel verläuft ganz anders, wenn du in den ersten Minuten ein Tor erzielst. Ich habe schon das Gefühl, dass die meisten bei uns in der Kabine jetzt enttäuscht sind. Das geht mir ähnlich“, ärgerte sich Lukas Kwasniok.

Seine Mannschaft sorgte bereits nach vier Minuten für reichlich Betrieb vor dem FCK-Tor. Lauterns Janik Bachmann brachte den Saarbrücker Tobias Jänicke zu Fall und verhinderte damit eine klare Torchance. Schiedsrichter Martin Petersen (Stuttgart) beließ es aber bei der Gelben Karte. Vier Minuten später setzte Saarbrückens Timm Golley erneut Jänicke in Szene. Der zog an Lauterns Schlussmann Avdo Spahic vorbei, wurde von diesem aber noch entscheidend abgedrängt. Nach 15 Minuten hielt Spahic seine Mannschaft erneut spektakulär im Spiel. Er parierte bei einer Saarbrücker Dreifach-Chance zuerst gegen den ehemaligen Lauterer Sebastian Jacob, dann gegen Kianz Froese und letztlich gegen Jänicke. „Da hat uns die letzte Überzeugung im Strafraum aber auch im Spiel mit dem Ball gefehlt“, monierte Kwasniok.

Nach der Anfangsviertelstunde hatten die Roten Teufel die erste Drangphase der Gastgeber überstanden und kamen zunehmend besser ins Spiel. In der Offensive sendeten die Pfälzer im ersten Durchgang allerdings nur ein Lebenszeichen. Einen Schuss von Marlon Ritter lenkte Saarbrückens Torwart Daniel Batz über die Latte (18.). Aber auch der FCS tat sich im Angriff zunehmend schwerer. Ein Schuss von Jacob (33.), der bei seinem Versuch aber nicht genug Druck hinter den Ball bekam, blieb die letzte Torannäherung der Saarländer vor dem Seitenwechsel. „Da ist unser Plan dann immer besser aufgegangen“, lobte Jeff Saibene.

Seine Mannschaft kam dann auch besser aus der Kabine – und ging nach knapp einer Stunde prompt in Führung. Einen Einwurf von Lauterns Hikmet Ciftci verlängerte der Saarbrücker Manuel Zeitz unfreiwillig auf Kenny Redondo, der am zweiten Pfosten goldrichtig stand und per Kopf die Führung für den FCK markierte (59.).

Der Rückstand war ein Weckruf für die Mannschaft von FCS-Trainer Kwasniok, die die Partie nach der Pause aus der Hand gegeben hatte. Nun wurde aus der bis dahin durchschnittlichen Begegnung ein echter Lokalkampf – mit kniffligen Situationen auf beiden Seiten. Die erste nur drei Minuten nach Redondos Treffer, als der FCK ein Handspiel von Zeitz im Strafraum reklamierte. Schiri Petersen sah aber ebenso wenig Handlungsbedarf wie im Gegenzug, als der ehemalige Lauterer Nicklas Shipnoski im Strafraum zu Boden ging. Doch kurz darauf griff Petersen in die Gesäßtasche. Spahic klärte gegen einen Kopfball von Jänicke – allerdings mit der Hand und das außerhalb seines Strafraums. Spahic sah Rot (69.). Für ihn kam Matheo Raab, der sein Drittliga-Debüt für die Roten Teufel gab. Marlon Ritter verließ den Platz. Raab parierte den anschließenden Freistoß sicher.

Der FCS zog das Tempo nun aber mächtig an. Doch Raab hielt die Führung auch gegen Deville fest (70.). Ein Schuss von Shipnoski strich am Tor vorbei (79.).

Im Anschluss machte der FCK aber einen stabilen Eindruck, hielt die Hausherren vom eigenen Tor fern. Doch zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit schlugen die Gäste doch noch zu. Eine Flanke Jänickes ließ der eingewechselte Deville über den Kopf rutschen und der Ball schlug im langen Eck ein.

„Maurice mit seinen 1,93 Metern bekamen in der Situation dann auch die Türme aus Kaiserslautern nicht mehr verteidigt“, lobte Kwasniok seinen Joker, während Saibene einräumte, dass er trotz des insgesamt gerechten Resultats und der sechsten Partie in Folge ohne Niederlage aufgrund des späten Gegentreffers „ein wenig gefrustet“ sei.

Auch FCK-Torschütze Redondo mochte sich mit der Punkteteilung nicht so recht anfreunden: „Sehr bitter das Unentschieden. Wir hatten einen guten Gegner, die hatten natürlich viele Chancen. Wir haben es defensiv aber ganz gut gemacht und haben nicht aufgehört, dagegen zu halten. Ich finde es einfach schade, dass wir das 1:1 noch kassiert haben“, meinte der Neuzugang, der von der SpVgg. Greuther Fürth gekommen war und in Saarbrücken sein zweites Saisontor erzielte.

Schlüsselszene: FCK-Torwart Avdo Spahic pariert einen Kopfball von Tobias Jänicke außerhalb seines Strafraums mit der Hand und sieht die Rote Karte. Foto: Thomas Wieck

Der 1. FC Saarbrücken bleibt durch den Punktgewinn Tabellenführer, kann aber am heutigen Montag noch vom FC Ingolstadt, der um 19 Uhr beim SV Meppen spielt vom Platz an der Spitze verdrängt werden. Am kommenden Samstag um 14 Uhr tritt der FCS in einem weiteren Südwestderby bei Waldhof Mannheim an. Der 1. FC Kaiserslautern ist nun 14. und kann am Samstag (14 Uhr) mit einem Heimsieg gegen den Vorletzten MSV Duisburg den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herstellen.