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1. FC Kaiserslautern trennt sich Remis vom SV Wehen

Der erste Punkt : Saibene jubelt über den „Punkt für die Moral“

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern kann auch unter dem neuen Trainer Jeff Saibene beim Auswärtsspiel in Wiesbaden lange nicht überzeugen. Durch einen Treffer in letzter Sekunde retten die Pfälzer aber zumindest ein Remis.

Wenige Minuten vor dem Schlusspfiff sprach vieles dafür, dass Jeff Saibene einen ganz bitteren Einstand als Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern erleben würde. Vor 1390 Zuschauern in der Brita-Arena in Wiesbaden lagen die Roten Teufel am Montagabend mit 0:2 in Rückstand und hatten das Tor des Gegners SV Wehen bis dahin kaum einmal in Bedrängnis gebracht. Doch Janik Bachmann (79. Minute) und Hikmet Ciftci in der vierten Minute der Nachspielzeit sorgten dafür, dass die Pfälzer am dritten Spieltag nicht nur über ihre ersten beiden Tore – sondern endlich auch den ersten Zähler jubeln durften.

„Der Punkt kann uns für die Moral extrem gut tun“, sagte Saibene nach der Partie am Mikrofon von Magenta Sport. Der 52-jährige Luxemburger hatte beim FCK in der letzten Woche Boris Schommers ersetzt, der nach zwei Niederlagen zum Auftakt entlassen worden war. Nur drei Tage nach seinem ersten Training mit dem Team stand für Saibene am Montag die Partie in Wiesbaden auf dem Programm.

Der Treffer in letzter Sekunde, der den Roten Teufeln zumindest einen Teilerfolg bescherte, konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der FCK in Halbzeit eins auch unter dem neuen Coach ein erschreckendes Bild abgab. Der SV Wehen Wiesbaden übernahm vom Anpfiff weg das Kommando. Marc Lais (5.) und Gianluca Korte (8.) vergaben gute Chancen auf die frühe Führung der Hessen. Bereits in der neunten Minute lag Kaiserslautern dann aber trotzdem schon zurück. Nach einer Ecke der Hausherren sprang FCK-Neuzugang Marius Kleinsorge der Ball vom Fuß. Querpass Wehen. Paterson Chato traf von der Strafraumgrenze zum 1:0.

Die Offensivaktionen der Gäste ließen sich im ersten Durchgang an einem Finger abzählen. Ein harmloser Kopfball von André Hainault (32.) blieb die einzige Torannäherung der Pfälzer in Halbzeit eins. Hainault stand gleich in der nächsten Szene erneut im Mittelpunkt – hätte darauf aber vermutlich lieber verzichtet. Zuerst kam der Kanadier im eigenen Strafraum bei einem Zweikampf mit Phillip Tietz zu Fall – und dann bugsierte er das Leder mit der Hand über die Torauslinie. Elfmeter für Wehen. Tietz führte den Strafstoß selbst aus. FCK-Torhüter Avdo Spahic ahnte zwar die richtige Ecke. Doch der platzierte Schuss schlug unhaltbar flach rechts neben dem Pfosten ein.

Nach dem Seitenwechsel spielte Kaiserslautern zwar nicht gut – aber zumindest besser. Und profitierte davon, dass sich die Gastgeber schon früh tief in die eigene Hälfte zurückzogen. FCK-Stürmer Elias Huth zwang Wehens Torwart Tim Boss mit einem Distanzschuss zu seinem ersten echten Arbeitsnachweis (51.). 

Im Anschluss mühte sich der FCK zwar, sorgte aber weiter kaum für Torgefahr. Bis zur 79. Minute. Lauterns Adam Hlousek flankte vom Strafraumeck gefühlvoll ins Zentrum, Bachmann war zur Stelle – und hatte Glück, dass Boss den eher unplatzierten Kopfball nicht mehr entschärfen konnte. „Gestern habe ich noch zu Jay (Janik Bachmann) gesagt: Junge, du musst in die Box. Wahnsinn, dass das heute so passiert, ist, einfach geil“, freute sich Saibene über das erste Saisontor der Pfälzer.

Und für die kam es noch besser. In der vierten Minute der Nachspielzeit belagerte der FCK ein letztes Mal das Tor der Hessen. Marlon Ritter legte quer auf den kurz zuvor eingewechselten Hikmet Ciftci. Und der traf aus 16 Metern mit links ins rechte Toreck. Im Anschluss wurde die Partie gar nicht mehr angepfiffen. Der erste Punkt der Roten Teufel war unter Dach und Fach.

„In drei Tagen kann ich keine Wunder vollbringen“, antwortete Saibene auf die Frage nach der schwachen ersten Halbzeit seiner Elf. Und auch Torschütze Bachmann war bemüht, das Positive aus der Partie zu ziehen: „Wir haben ans uns geglaubt. Es fühlt sich gut an, dass wir kurz vor dem Ende noch das 2:2 gemacht haben. In der zweiten Halbzeit haben wir Druck gemacht, auch wenn wir uns nicht viele Chancen erspielt haben. Wir müssen diesen Punkt jetzt mit in die Trainingswoche nehmen.“

Recht hatte er. Denn am kommenden Samstag um 14 Uhr steht für den FCK vor heimischer Kulisse das wichtige Südwest-Derby gegen Waldhof Mannheim an.