2. Fußball-Liga Mit Moral und Mentalität zum Punktgewinn

Kiel/Kaiserslautern · Der 1. FC Kaiserslautern überzeugt auch im ersten Auswärtsspiel der Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Nach dem Auftaktsieg gegen Hannover gibt es in Kiel ein Remis. FCK-Trainer Dirk Schuster ist mit dem Auftritt zufrieden. Nur eine Schwäche brachte den Übungsleiter auf die Palme.

 Komm in meine Arme: Lauterns Kapitän Jean Zimmer (Nummer acht) herzt Stürmer Terrence Boyd, der gerade den Ausgleich zum 2:2 gegen Holstein Kiel erzielt hat. Das war auch der Endstand. Mit vier Punkten aus zwei Spielen ist Aufsteiger Kaiserslautern ordentlich in die Saison der 2. Liga gestartet.

Komm in meine Arme: Lauterns Kapitän Jean Zimmer (Nummer acht) herzt Stürmer Terrence Boyd, der gerade den Ausgleich zum 2:2 gegen Holstein Kiel erzielt hat. Das war auch der Endstand. Mit vier Punkten aus zwei Spielen ist Aufsteiger Kaiserslautern ordentlich in die Saison der 2. Liga gestartet.

Foto: IMAGO/Hübner/IMAGO/Susanne Hübner, Susanne Huebner

(mire/dpa) Zwei Spiele, vier Punkte, ungeschlagen: Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat einen gelungenen Saisonstart hingelegt. „Damit können wir zufrieden sein, denn das haben uns manche nicht zugetraut“, sagte FCK-Kapitän Jean Zimmer nach dem 2:2 (1:0) des Aufsteigers am Samstag bei Holstein Kiel.

Wie die Spieler nahm auch Trainer Dirk Schuster viele positive Eindrücke mit auf die Heimreise. „Der Punkt steht uns sehr gut zu Gesicht. Wir haben ihn hart erkämpft und nehmen ihn mit erhobenem Haupt mit nach Hause. Ich bin sehr froh, dass wir diese schwere Auswärtshürde in dieser Art und Weise gemeistert haben“, lobte der 54-Jährige.

Unterstützt von rund 2000 Fans waren die Pfälzer vor insgesamt 13 113 Zuschauern im Holstein-Stadion in der ersten Hälfte das bessere Team. Kiel hatte durch Philipp Sander in der 17. Minute zwar die erste größere Chance der Partie. Doch die Abwehr der Roten Teufel hatte die Offensivabteilung der Hausherren meist ziemlich gut im Griff. Und vorne wurde der FCK nach 20 Minuten mutiger. Lauterns Mike Wunderlich verfehlte das Tor nach 25 Minuten mit einer Direktabnahme noch recht deutlich. Aber nach etwas mehr als einer halben Stunde schlugen die Gäste zu. Marlon Ritter zog vom linken Flügel nach innen und schüttelte mehrere Kieler ab. Ritters Schuss aus 16 Metern wehrte Holstein-Torwart Thomas Dähne zwar zur Seite ab. Doch da kam Daniel Hanslik angeflogen und bugsierte das Leder mit dem Kopf über die Linie (33. Minute). Der 25-Jährige war 2020 zuerst per Leihe aus Kiel an den Betzenberg gekommen und wurde später fest verpflichtet.

Kaiserslautern hätte noch vor der Pause nachlegen können. Nach einem Freistoß der Pfälzer aus dem rechten Halbfeld rutschte der Ball an den zweiten Pfosten zu Julian Niehues durch. Doch der konnte das Leder nicht kontrollieren und stocherte das Spielgerät am linken Pfosten vorbei (43. Minute). Zwei Minuten später die nächste dicke Gelegenheit für den FCK: Hanslik setzte sich auf links stark durch und brachte den Ball flach in die Mitte. Stürmer Terrence Boyd traf im Zentrum den Ball nicht richtig und irritierte damit Niehues, der am zweiten Pfosten gelauert hatte und das Spielgerät erneut am Tor vorbeischob.

Kurz nach Wiederbeginn offenbarten die Pfälzer dann aber zwei Mal Schwächen bei gegnerischen Eckbällen und kassierten binnen sechs Minuten zwei Gegentore durch Fabian Reese (51./57.). Beide Male verlor Niehues den entscheidenden Zweikampf. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und bekommen dann zwei so dämliche Tore. Das darf einfach nicht passieren, wenn du nicht absteigen willst“, monierte Zimmer. Zwischen den Gegentreffern wäre auch seine Mannschaft fast nach einer Ecke zum Erfolg gekommen. Doch ein Kopfball von FCK-Verteidiger Boris Tomiak wurde von einem Kieler von der Torlinie geschlagen.

Trainer Dirk Schuster ärgerte sich ebenfalls über die Gegentreffer nach ruhenden Bällen. „Aus dem Spiel heraus haben wir kaum Chancen zugelassen und bekommen dann zwei Tore nach Standardsituationen. Das wird in dieser Liga sofort bestraft. Dadurch wäre der gute Gesamteindruck, den wir hier hinterlassen haben, beinahe verwässert worden“, kritisierte der FCK-Coach.

Dass es nicht dazu kam, lag an Terrence Boyd. Fünf Minuten nachdem die Pfälzer in Rückstand geraten waren, spielte er den Ball rechts raus auf Zimmer. Der flankte zurück auf Boyd. Der erste Schuss des 31-Jährigen wurde noch geblockt. Doch Boyd erhielt eine zweite Chance und schweißte das Spielgerät unter die Latte. In den letzten 20 Minuten hatte Kiel zwar deutlich mehr Ballbesitz. Richtig gefährlich wurde es für die Roten Teufel aber nicht. Ausnahme: In der 84. Minute kam Holsteins Fiete Arp im Strafraum der Pfälzer frei zum Abschluss. Doch der Ball zischte am linken Pfosten vorbei. Kurz darauf war Schluss.

„Wir können alle stolz darauf sein, dass wir mit Moral und Mentalität so gut dagegengehalten und gezeigt haben, dass wir zurecht in der Liga sind“, sagte Boyd und fügte mit Blick auf das DFB-Pokalspiel gegen den SC Freiburg am kommenden Sonntag hinzu: „Das macht Lust auf mehr.“