Saisonvorbereitung Fußball Homburg hält gegen den FCK eine Stunde mit

Homburg/Kaiserslautern · Die Fußballer des 1. FC Kaiserslautern haben ihre Generalprobe vor dem Zweitliga-Auftakt gegen St. Pauli erfolgreich bestritten. Die Roten Teufel gewannen am Samstag beim FC Homburg 4:1. In der ersten Halbzeit war der Regionalligist im Waldstadion aber keineswegs schwächer.

Die Homburger Fanol Perdedaj (Nummer 17) und Markus Mendler (rechts) versuchen FCK-Verteidiger Kevin Kraus (in Rot) unter Druck zu setzen.

Die Homburger Fanol Perdedaj (Nummer 17) und Markus Mendler (rechts) versuchen FCK-Verteidiger Kevin Kraus (in Rot) unter Druck zu setzen.

Foto: Markus Hagen

Vor 3460 Zuschauern hat Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern am Samstag im Homburger Waldstadion seine Generalprobe vor dem Liga-Auftakt klar gewonnen. Der FCK, der am kommenden Samstag um 13 Uhr mit einem Heimspiel im Fritz-Walter-Stadion gegen den FC St. Pauli in die Runde startet, bezwang Regionalligist FC Homburg mit 4:1 (1:1).

FCK-Trainer Dirk Schuster war mit der Leistung seiner Mannschaft trotzdem noch nicht ganz glücklich. „Da ist noch Luft nach oben. Wenn wir gegen St. Pauli so auftreten, wie hier über weite Strecken der ersten Halbzeit, wird es keinen erfolgreichen Start geben“, monierte Schuster, der vor der Pause mit einer Dreier-Abwehrkette spielen ließ. „Da stimmte bei uns nicht viel. Homburg hatte zu viele Möglichkeiten“, meinte Schuster.

Seine Elf war zwar in der vierten Minute nach Vorbereitung über Ben Zolinski und den pfeilschnellen Aaron Opoku, der FCH-Neuzugang Max Dombrowka davonlief, durch Lex Tyger Lobinger in Führung gegangen. Doch nur wenig später stand es 1:1. David Hummel war der Nutznießer der unsortierten Hintermannschaft der Pfälzer (8. Minute).

Ein Klassenunterschied war fortan nicht zu erkennen. Der Regionalligist hatte bis zum Seitenwechsel sogar ein kleines Chancenplus. So scheiterte etwa Fabian Eisele an FCK-Torwart Andreas Luthe (12.), der auch in der 42. Minute bei einem Freistoß-Kracher von Markus Mendler aus 18 Metern in höchster Not klären musste. Da hatte Schuster aber schon andere Sorgen als den Auftritt seiner Mannschaft. Außenverteidiger Erik Durm musste in der 20. Minuten nach langer Behandlung vom Feld. Nach dem Spiel gab es leichte Entwarnung. Der Weltmeister von 2014, der in der Jugend auch bei der SG Rieschweiler ausgebildet wurde, hatte „nur“ einen Pferdekuss erlitten. Ob er gegen St. Pauli spielen kann, hängt nun davon ab, „ob es zu ‚Einblutungen‘ kommt“, wie Schuster erklärte.

Homburgs Trainer Danny Schwarz war mit dem Auftritt seiner Mannschaft, die im 4-4-2-System agierte, vor dem Seitenwechsel zufrieden. „Wir haben nicht nur gut mitgehalten, phasenweise hatten wir sogar mehr vom Spiel. Hinten standen wir sicher und in der Offensive haben wir Nadelstiche setzen können.“

Schwarz‘ Kollege Schuster tauschte zur Pause gleich sieben Mal Personal aus. Und seine Spieler auf dem Feld wechselten in der Defensive nun situativ zwischen Dreier- und Viererkette. Die erste Chance im zweiten Durchgang hatte aber Homburgs Hummel, der mit einem Kopfball das Außennetz traf (47.). „Den kann man vielleicht sogar machen, auch wenn der Winkel spitz war“, sagte Hummel. „Unsere Offensiven haben es eine Stunde lang super gemacht, haben für viel Betrieb gesorgt“, richtete auch Schwarz ein Sonderlob an Eisele, Hummel, Mendler und den rechts agierenden Philipp Hoffmann.

Doch danach hatten die Roten Teufel ein Übergewicht, das zunehmend größer wurde. „Es war klar, dass sich irgendwann die Qualität der Mannschaft, die zwei Ligen höher spielt, zeigen würde“, sagte Schwarz, der im Verlauf der zweiten Halbzeit ebenfalls munter durchwechselte. Dabei standen dann auch Akteure wie Nicolas Jörg und Reber Kazik auf dem Feld, die vergangene Saison noch für die U19 der Grün-Weißen aufgelaufen waren.

Kaiserslautern drückte nun vehement auf die Führung. Tobias Raschl und Philipp Hercher verpassten diese noch bei einer Doppelchance (58.). Doch nur eine Minute später umspielte der eingewechselte Kenny Redondo Homburgs Neuzugang Benjamin Kirchhoff und überwand Tom Kretzschmar im Tor der Saarpfälzer zum 2:1 aus Sicht der Gäste.

Kurz drauf setzte Lauterns Neuzugang Richmond Tachie einen an Daniel Hanslik verursachten Foulelfmeter an den Pfosten (65.), machte seinen Fehler aber drei Minuten später wieder gut. Einen Kopfball von Julian Niehues konnte Kretzschmar nicht festhalten – und Tachie traf zum 3:1. Für den Schlusspunkt sorgte Hanslik mit dem 4:1 durch einen Kopfball in der Schlussminute.

„Die erste Halbzeit war ziemlich lau von uns, der zweite Durchgang war dann besser“, zog Lauterns Kapitän Jean Zimmer ein gemischtes Fazit. Er ergänzte: „Wir sind natürlich alle heiß, dass es endlich los geht, und die Vorbereitungsspiele ein Ende haben.“ Beim Auftakt gegen St. Pauli wird er aufgrund einer Roten Karte, die er im letzten Saisonspiel der vergangenen Runde kassiert hatte, aber noch fehlen. Stürmer Terrence Boyd, der sich zuletzt mit Knieproblemen plagte, war in Homburg vor Ort, spielte aber nicht. „Es wird von Tag zu Tag besser“, meinte der Deutsch-Amerikaner, ob es für das Spiel gegen Pauli reicht, müsse man aber abwarten.

 Der FC Homburg hat noch ein wenig länger Zeit, ehe es für ihn in der Regionalliga wieder ernst wird. Der FCH bestreitet am kommenden Mittwoch in Schiffweiler beim dortigen Verbandsligisten ab 18.30 Uhr sein nächstes Testspiel. Am darauf folgenden Sonntag steht um 11 Uhr die Generalprobe beim Zweitligisten Karlsruher SC an. Los geht es für die Homburger in der Regionalliga Südwest am 6. August mit einem Heimspiel gegen den VfR Aalen. Und für das haben die Grün-Weißen im Spiel gegen den FCK schon mal ein wenig Selbstvertrauen getankt.

„Es fehlen noch zwei Wochen und die letzten Prozente“, sagte Trainer Schwarz. In Sachen Startelf habe er „einige Kandidaten, aber es sind auch noch Positionen offen. Wir können uns den Luxus leisten, keinen in Sicherheit zu wiegen, was die Position angeht.“ Die Position in der Liga soll für den FCH eine weit oben werden: „Jeder will am Ende ganz vorne stehen“, sagte Hummel.