1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

1. FC Kaiserslautern landest gegen 1860 München Befreiungsschlag

3. Fußball-Liga : Klingenburgs Traumtor stellt Weichen auf Sieg

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat im vierten Spiel den ersten Saisonsieg gelandet. Gegen 1860 München gewann der FCK am Samstag im Heimspiel mit 3:0 – und blieb damit erstmals in dieser Spielzeit nicht torlos. Bereits am Dienstag geht es beim Halleschen FC weiter.

Manchmal sind Trinkpausen im Fußball gar nicht so schlecht. Trainer können nochmal taktische Korrekturen vornehmen, die Spieler sich neu fokussieren. So war es auch beim 3:0 (2:0)-Heimsieg von Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern gegen den TSV 1860 München am Samstagnachmittag vor rund 8900 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion. Nachdem die Pfälzer in den ersten 20 Minuten vor allem Münchens Spielmacher Keanu Staude viel zu viel Platz ließen, hatten sie die Partie nach der Wiederfortsetzung viel besser im Griff und zogen das Spiel mit einem Doppelschlag innerhalb von sechs Minuten auf ihre Seite.

„Gerade zu Beginn war es so, dass wir uns auch erstmal ein bisschen finden mussten. Man hat dann gemerkt, dass es auch hilft, wenn man das erste Tor erzielt“, sagte FCK-Trainer Marco Antwerpen nach dem ersten Saisonsieg der Roten Teufel. Münchens Staude hatte in der vierten Minute nach feiner Vorarbeit von Sascha Mölders die Führung für die Gäste auf dem Fuß, scheiterte aber an Matheo Raab im FCK-Tor. Auf der Gegenseite hatte kurz darauf auch Lauterns Kapitän Jean Zimmer eine Riesengelegenheit. Nach einer Hereingabe von Kenny Redondo brachte er den Ball aus kurzer Distanz aber nicht an TSV-Torwart Marco Hiller vorbei (5. Minute). Trotzdem waren die Löwen zu jenem Zeitpunkt ein wenig besser im Spiel. Mölders schoss nach zehn Minuten knapp am FCK-Tor vorbei und wurde dabei im Strafraum von Dominik Schad zu Fall gebracht. Auch wenn die Berührung erst stattfand, nachdem Mölders abgeschlossen hatte, hätte der FCK sich über einen Elfmeter nicht beschweren können.

Nach der Trinkpause in der 24. Minute rissen die Roten Teufel die Partie aber an sich und gingen prompt in Führung. Nach einer feinen Flanke von Jean Zimmer vom rechten Flügel, frankierte René Klingenburg, einer der besten Lauterer an diesem Tag, sein Bewerbungsschreiben für das Tor das Monats. Halbrechts vor dem Tor der Löwen nahm Klingenburg den Ball technisch anspruchsvoll aus der Luft – und schraubte das Leder in den rechten Torgiebel (27.).

„Es war das erwartet umkämpfte Spiel. Wir mussten in der Anfangsphase schon ordentlich dagegenhalten. In den letzten Wochen wurden wir nicht belohnt, heute ist uns das gelungen“, sagte Klingenburg über die Partie. Seinen Treffer beschrieb der 27-Jährige so: „Das Tor war der Dosenöffner, den wir gebraucht haben. Beim 1:0 zeige ich das, was mich auch sonst immer ausgezeichnet hat. Ich habe im Training schon die tiefen Läufe gesucht, Jean Zimmer macht ein super Zuspiel und ich treffe den Ball perfekt.“

Muhammed Kiprit ließ in der 33. Minute das 2:0 folgen. Klingenburg hatte sich den Ball im Zentrum zuvor stark erkämpft und Zimmer von der rechten Seite mit viel Übersicht seine zweite Torvorlage geliefert. Überhaupt bekamen die Gäste die rechte Seite der Pfälzer nie in den Griff. Nach einer tollen Kombination von Zimmer und Philipp Hercher verpassten gleich mehrere FCK-Spieler vor dem Tor den dritten Treffer nur um einen Schritt.

Nach der Halbzeitpause waren die Münchner um den Anschlusstreffer bemüht und erspielten sich kleinere Chancen. Wirklich in Bedrängnis brachten sie die Lauterer Hintermannschaft aber nur selten. Und wenn doch mal ein Ball durchrutschte, waren Torwart Raab oder ein Lauterer Abwehrbein zur Stelle. Auf der Gegenseite hätte Kenny Prince Redondo bei Kontern gleich zwei Mal für den dritten Treffer der Pfälzer sorgen können. In der 58. Minute übersah er den besser postierten Mike Wunderlich und scheiterte an Hiller. In der 73. Minute hatte er nach einem Missverständnis in der Defensive der Gäste freie Bahn zum Tor. Zwar war der Winkel spitz – dass Redondo den Ball aber rechts neben den Kasten setzte, war dennoch kläglich. Kurz zuvor hatten die Löwen ihre beste Chance im zweiten Durchgang gehabt: Philipp Steinhart hatte Lauterns Schlussmann Raab überlupft, doch Boris Tomiak klärte deutlich vor der Torlinie (72.).

Drei Minuten vor dem Ende schraubte Mike Wunderlich den Deckel auf die Partie. Dass Münchens Torhüter Hiller bei Wunderlichs direkt verwandeltem Freistoß in die kurze Ecke alles andere als gut aussah, war geschenkt: Der FCK feierte im vierten Spiel den ersten Saisonsieg und hat damit auch seine Torflaute überwunden. Sowohl in den Ligaspielen gegen Braunschweig (0:0), Meppen (0:1) und Viktoria Berlin (0:4) als auch im Pokal gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach (0:1) war Kaiserslautern kein Treffer gelungen.

Antwerpen war nach dem Spiel zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft, die eine gute Reaktion auf das 0:4-Debakel in Berlin vom vergangenen Wochenende gezeigt hatte. „Heute hat man gesehen, dass Dinge auf dem Platz Spaß machen, wenn eine taktische Disziplin, Eigenverantwortung und Leidenschaft da sind. Dann entstehen solche Leistungen“, meinte der 49-Jährige. Der doppelte Vorlagengeber Jean Zimmer ergänzte: „Wahnsinn, was so ein Sieg für Gefühle auslösen kann. Wir haben die Leistung in Berlin damit nicht vergessen gemacht. Aber wir haben die richtige Reaktion gezeigt.“

Torschütze Klingenburg meinte: „Das Selbstbewusstsein ist wieder da. Jetzt können wir mit breiterer Brust in die nächsten Spiel gehen.“ Den Beweis dazu erbringen kann der Kaiserslautern bereits an diesem Dienstag um 19 Uhr. Dann ist der FCK beim Tabellenfünften Hallescher FC zu Gast.