2. Fußball-Bundesliga Mit klarem Kopf und großen Emotionen

Kaiserslautern · Nach seiner Reaktivierung aus dem Trainer-Ruhestand steht Friedhelm Funkel vor der Heimpremiere mit dem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Nach dem 1:1 in Nürnberg hofft er auf einen Sieg am Samstag im Südwest-Derby gegen Karlsruhe.

„Herz, Wille, Leidenschaft – die Grundtugenden des Fußballs“, fordert Kaiserslauterns Torwart Julian Krahl im Südwest-Derby am Samstag gegen den Karlsruher SC. Die Roten Teufel wollen raus aus dem Tabellenkeller – und dem neuen Trainer Friedhelm Funkel seinen ersten Sieg auf dem Betzenberg bescheren.

„Herz, Wille, Leidenschaft – die Grundtugenden des Fußballs“, fordert Kaiserslauterns Torwart Julian Krahl im Südwest-Derby am Samstag gegen den Karlsruher SC. Die Roten Teufel wollen raus aus dem Tabellenkeller – und dem neuen Trainer Friedhelm Funkel seinen ersten Sieg auf dem Betzenberg bescheren.

Foto: IMAGO/Zink/IMAGO/Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

(dpa/mire) Cheftrainer Friedhelm Funkel steht vor seiner Heimpremiere mit dem 1. FC Kaiserslautern vor einer großen Kulisse. Für das Südwest-Derby gegen den Karlsruher SC am Samstag (13.00 Uhr/Sky) sind bereits 47 260 Karten verkauft worden. „Man freut sich immer darauf, wenn man das erste Heimspiel als neuer Trainer machen darf. Ich hoffe, dass die Atmosphäre der Mannschaft genug Schwung geben wird, um mein Heimdebüt erfolgreich zu gestalten“, sagte der 70-jährige Funkel und ergänzte: „Das muss Spaß machen, Fußball zu spielen. Das ist ein geiler Job. Da kommen 50 000 Leute, um uns zu sehen. Da will man am liebsten noch selbst auflaufen. Das müssen wir aufsaugen.“

Einen Funkel-Effekt hatte es schon mit dem 1:1 beim 1. FC Nürnberg am vergangenen Sonntag gegeben. Schließlich hatte der FCK zuvor sechs Auswärtspartien in Serie verloren. „Im Gegensatz zum Spiel davor in Paderborn, als wir eingebrochen sind, haben wir gegen Nürnberg trotz des Ausgleichs wieder ins Spiel gefunden“, sagte FCK-Torwart Julian Krahl. Funkels Einfluss beschrieb der Schlussmann so: „Er hat gleich mit seiner erste Ansprache hier wieder einen Ticken Ruhe reingebracht. Er hat so viele Mannschaften erfolgreich trainiert, dass man seinen Worten einfach Vertrauen schenkt.“

Die Abstiegsgefahr ist aber immer noch groß, Kaiserslautern liegt weiter auf Relegationsplatz 16. „Es ist ohne Frage eine angespannte Tabellensituation. Ich mag das Wort Druck aber nicht. Wir müssen versuchen, in den nächsten Wochen Ergebnisse zu erzielen“, betonte Funkel.

Gegen den KSC muss er neben dem gelbgesperrten Tymoteusz Puchacz und den verletzten Frank Ronstadt, Hendrick Zuck und Philipp Hercher auch auf Philipp Klement verzichten. Der Mittelfeldspieler erlitt in dieser Woche eine muskuläre Verletzung und fällt Funkel zufolge drei bis vier Wochen aus.

Vor dem Anpfiff wird es im Fritz-Walter-Stadion eine Schweigeminute für den in der Nacht auf Dienstag überraschend gestorbenen ehemaligen FCK-Spieler Andreas Brehme geben. Funkel, der Anfang der 80er-Jahre selbst mit Brehme in Kaiserslautern zusammenspielte, zeigte sich ergriffen vom Schicksal des Weltmeisters von 1990. „Das war eine sehr traurige Nachricht. Wir hatten viele schöne Stunden zusammen. Ich musste das erst einmal eine Zeit lang verdauen und realisieren, dass er nicht mehr da ist“, sagte er.

Mit den Roten Teufeln will der Trainer-Oldie den Klassenerhalt schaffen. Doch auch wenn das gelingt, wird er den Trainerjob am Saisonende wieder abgeben. „Es steht fest, dass ich die Aufgabe hier bis zum letzten Spieltag dieser Saison mache“, sagte der 70-Jährige.

Den kommenden Gegner Karlsruhe, der Tabellenelfter ist, beschreibt Funkel als „offensivstark und variantenreich. Sie wechseln auch mal ihr System“. Zudem seien die Badener „bei Standards sehr gefährlich.“

Das Südwest-Derby gegen den KSC sei „für die Fans das wichtigste Spiel im Jahr“, meinte Torwart Krahl. „Die Vorfreude bei mir ist brutal, das wird ein emotionales Spiel“, ergänzte der 24-Jährige, der von sich und seinen Mitspielern „Herz, Wille, Leidenschaft – die Grundtugenden des Fußballs“ einfordert.

Das sieht auch Funkel so: „Wir müssen Emotionen zeigen, egal in welcher Situation. Und wenn es nur ist, weil wir den Ball ins Seitenaus klären. Wir müssen die Zuschauer mitnehmen. Wir dürfen auf dem Feld auch Fehler machen. Wir dürfen sie nur eben nicht zwei oder drei Mal machen“, fordert der 70-Jährige. Der aber auch sagt: „Nur mit Emotionen geht es nicht. Wir müssen trotzdem immer auch einen klaren Kopf bewahren.“ Die Antwort auf die Frage, ob das gelingt, gibt es am Samstag ab 13 Uhr auf dem Betzenberg.

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