2. Fußball-Bundesliga Schuster will weg vom „Siegestaumel“

Kaiserslautern · Nach dem Pokalerfolg ist vor dem Liga-Alltag. Der Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern muss nach dem begeisternden 3:2-Sieg über den 1. FC Köln schnell wieder zur Normalität zurückfinden. Trainer Dirk Schuster hofft im Heimspiel am Samstag gegen die Spvgg. Greuther Fürth auf die „brutale Wucht der Fans.“

Die Roten Teufel wollen auch am Samstag im Heimspiel gegen die Spvgg. Greuther Fürth wieder vor ihren Zuschauern feiern.

Die Roten Teufel wollen auch am Samstag im Heimspiel gegen die Spvgg. Greuther Fürth wieder vor ihren Zuschauern feiern.

Foto: IMAGO/Jan Huebner/IMAGO/Gerhard Schultheiß

(dpa) Nach dem 3:2-Sieg im DFB-Pokal gegen den 1. FC Köln steht für Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern wieder das Pflichtprogramm an. Zum dritten Heimspiel binnen in einer Woche empfängt die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster am Samstag (13.00 Uhr/Sky) die Spvgg. Greuther Fürth im Fritz-Walter-Stadion. „In den letzten Wochen ist beim FCK einiges geboten worden. Wir müssen aber wegkommen von der Euphorie und dem Siegestaumel. Es ist wichtig, dass wir den Hebel umlegen. Das tägliche Brot für uns ist die 2. Liga. Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen. Greuther Fürth ist sehr spielstark und steht in der Tabelle nur drei Punkte hinter uns, das sagt ja eigentlich schon alles. Außerdem haben sie vor nicht allzu langer Zeit noch erste Liga gespielt, das darf man auch nie vergessen“, sagte Schuster am Freitag.

Die letzten drei Gegner seiner Roten Teufel hießen Fortuna Düsseldorf (3:4), Hamburger SV (3:3) und eben Köln. Der Trainer warnte eindringlich davor, die Spvgg. Greuther Fürth an ihrem im Vergleich dazu kleineren Namen zu messen. „Fürth kann mit unseren letzten drei Gegnern auf Augenhöhe spielen“, meinte der 55-Jährige. Der Umstand, dass die Kleeblätter im DFB-Pokal beim Regionalligisten FC Homburg die Segel streichen mussten (1:2), ändere daran nichts. „Die werden hierher kommen und versuchen, das gerade zu biegen. Und wir haben die Pflicht, mit 100 Prozent, mit allem, was wir haben, dagegenzuhalten. Wir müssen sie bespielen, bearbeiten, bekämpfen.“

Dafür brauche es auch wieder „die brutale Wucht der Fans“, sagte Schuster, der hofft, dass die Unterstützung von den Rängen auch dann voll da ist, wenn der Name des Gegners nicht an glorreiche Zeiten in der 1. Liga erinnert. „Wenn die Zuschauer hinter uns stehen, wenn sie inbrünstig die Lieder anstimmen, dann macht das jeden Spieler geil drauf, die Fans wieder mit einem guten Gefühl nach Hause zu schicken“, sagte Schuster. In den vergangenen „Spektakel-Spielen“ habe seine Mannschaft offensiv zwar überzeugt. Die acht Gegentreffer in den drei Partien waren dem Fußball-Lehrer aber deutlich zu viele. „Wir müssen die Flut der Gegentore eindämmen. Dafür müssen wir konzentriert mit allen zehn Feldspielern samt Torwart gegen den Ball arbeiten“, forderte Schuster.

Ob der 55-Jährige aufgrund der hohen Belastungen der letzten Tage personelle Änderungen in der Startelf vornimmt, ließ er noch offen. „Alle haben die lockere Einheit am Donnerstag mitgemacht, es sind keine neuen Beschwerden aufgetreten. Der Großteil der Mannschaft war sehr müde. Wir werden nochmal mit den Spielern sprechen, wie die Gesamtgefühlslage bei jedem Einzelnen ist“, fügte Schuster an. Man vertraue diesbezüglich auf die ehrliche Meinung der Spieler. „Ich glaube, dass die Jungs einen guten Abschluss für die bisher für uns ordentliche Englische Woche hinkriegen wollen.“

Für die Partie gegen Fürth hat der FCK bislang knapp 40 000 Tickets verkauft. Personell hat sich die Lage bei den Pfälzern entspannt. Für die linke Außenbahn stehen Schuster in Tymoteusz Puchacz und Hendrick Zuck wieder zwei Optionen mehr zur Verfügung. Wobei auch der gelernte Offensivspieler Kenny Redondo im Pokal gegen Köln aufzeigte, dass er für die Position durchaus eine Alternative sein kann. Verzichten muss der FCK nur auf die Langzeitverletzten Afeez Aremu und Ragnar Ache.