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Planung der Mittelrheinbrücke an der Loreley wird konkreter

Rheinland-Pfalz : Planung der Mittelrheinbrücke wird konkreter

Weil eine Reinquerung zwischen Koblenz und Mainz fehlt, wird schon lang wird über eine Brücke nahe der Loreley diskutiert. Jetzt geht das Landesprojekt in eine neue Planungsphase.

Einen Monat vor der rheinland-pfälzischen Landtagswahl hat die Landesregierung den Startschuss für eine neue Phase bei der Planung der Mittelrheinbrücke gegeben. Am Rosenmontag leiteten Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Verkehrsstaatssekretärin Daniela Schmitt (FDP) in St. Goarshausen nahe dem weltberühmten Loreley-Felsen jetzt das Raumordnungsverfahren ein.

Laut Lewentz liegen die seit rund zwei Jahren für insgesamt etwa 680 000 Euro erstellten nötigen Voruntersuchungen für das Raumordnungsverfahren seit Januar endlich vor. Dazu gehören neben einer Verkehrsabschätzung beispielsweise eine Umweltverträglichkeitsstudie, Untersuchungen zur Tier- und Pflanzenwelt im Flusstal, Bewertungen der visuellen Wirkungen einer Brücke und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Das Raumordnungsverfahren beleuchtet auch die verschiedenen möglichen Varianten einer Rheinquerung im Herzen des Welterbes Oberes Mittelrheintal: Tiefbrücke, Hochbrücke, Tunnel und erweiterter Fährbetrieb. Für eine landschaftsverträgliche Brücke außer Sichtweite der Loreley gebe es vorsichtige Signale einer Zustimmung der Unesco, ergänzte der SPD-Landeschef. Die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal hatte wegen eines Brückenbaus einst ihren Welterbetitel verloren. Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt laut Lewentz bei dem kommunalen Verkehrsprojekt 80 Prozent der Kosten.

Das Raumordnungsverfahren, könnte laut Innenministerium eineinhalb Jahre dauern. Dann müssten Detailplanung, Planfeststellungsverfahren, Ausschreibung und Bau folgen. Klagen und Verzögerungen sind bei dem Projekt im Herzen des Welterbes Oberes Mittelrheintal zwischen St. Goarshausen und St. Goar nicht ausgeschlossen. Auch bei den Verantwortlichen gibt es daher Zweifel, ob eine Mittelrheinbrücke schon bis zur geplanten Bundesgartenschau 2029 im Welterbegebiet eröffnet werden könnte.

Verkehrsstaatssekretärin Daniela Schmitt, FDP-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, betonte die große Bedeutung einer Rheinquerung für mittelständische Firmen, Handwerker und Tourismus. In ganz Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Rheinbrücken gering – außerhalb größerer Städte sind sie kaum zu finden. 

Zwischen Mainz und Koblenz gibt es auf 80 Rheinkilometern auch nur sechs Fährverbindungen. Über eine Mittelrheinbrücke wird schon seit einem halben Jahrhundert diskutiert. Zahlreiche Naturschützer sind dagegen. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsopposition, Helmut Martin, hatte 2020 aber auch formuliert, mehr Brücken bedeuteten weniger Umwege, weniger Verkehr und damit mehr Umweltschutz.

(dpa)