1. Pfälzischer Merkur

Pirmasens geht gegen Tauben in der Stadt vor

Pirmasens : Mit Taubenschlag Stadtvögel kontrollieren

Pirmasenser Verwaltung will mit Hilfe des Tierheims die Population der Tauben reduzieren.

Ein ehemaliges Büro in einem Gebäude nahe dem Exerzierplatz in Pirmasens soll Heimat der vielen Stadttauben werden, erklärt der Beigeordnete der Stadt Denis Clauer (CDU). Dabei ist der Verwaltung das Tierwohl ein Anluegen. Der Boden sei mit Holzwolle ausgelegt und es gebe viele Sitzmöglichkeiten für die Vögel.

Andererseits biete dieser Taubenschlag auch eine Möglichkeit, die Taubenpopulation in der Stadt zu kontrollieren und zu reduzieren.

Jeden Tag werden die Tauben gefüttert, der Verschlag gereinigt und kranke Tiere in eigenen Volieren separiert, sagt Eva Müller von der Stadttaubenhilfe, die in Kooperation mit der Verwaltung hinter dem Projekt steht. Weil die Taubenhilfe die Arbeit alleine nicht stemmen kann, hat jetzt auch der Pirmasenser Tierschutzverein Hilfe zugesagt,

Vor allem Diana Kneis, eine Angestellte des Tierheims mit Erfahrungen mit Tauben, werde sich verantwortlich um Verschlag und Tauben kümmern. Das Ziel sei, das Problem (zu vielen Tauben) in den Griff zu kriegen, sagt Clauer.

Doch wie wird das angestellt? Im Taubenschlag sollen echte Eier gegen solche aus Gips ausgetauscht werden.

Bisher sind schon vier Tauben im neuen Verschlag, erklärt Müller. Sie werden gefüttert, um sich an den Platz zu gewöhnen. In Kürze dürfen sie fliegen und werden, so die Hoffnung, immer wieder hierher zurückkommen und auch andere Tauben hierherlocken. Rund 300 Tauben hätten hier Platz.

In der Stadt Pirmasens gelte ein Verbot der Fütterung für Wildtauben, sagt Clauer. Das verhindere auch, dass die Vögel krank werden. Von trockenen Brötchen beispielsweise bekommen Tauben Durchfall. Die Stadt will das Fütterungsverbot stärker durchsetzen, so Clauer.

Tauben sind in der ganzen Stadt zuhause. Problematisch sieht Müller offene Speicherfenster in älteren Häusern in der Innenstadt. Dort nisten sich gerne Tauben ein, sehen Hausbesitzer nach Jahren mal nach, finden sei völlig verdreckte Speicherräume vor, in denen auch tote Tiere liegen. „Eine Umgebung, die Tauben krank macht“, erklärt Müller.

Doch auch an moderneren Häusern finden sich problematische Stellen. Der Leiter des Pirmasenser Ordnungsamtes Steffen Schmitt sagt, dass die die Vögel zum Beispiel unter Solarpaneelen Unterschlupf fänden. Hier sollten Hausbesitzer Vorsorge treffen und verhindern, dass Tauben dort nisten.

Rund 2 000 Euro hat die Stadt für den Bau des großen Taubenschlags ausgegeben, sagt Clauer.