1. Pfälzischer Merkur

Park-Braurei rechnet mit 20 Prozent Verlust im ersten Halbjahr

Jahreshauptversammlung : Umsatz der Park-Brauerei bricht ein

2019 wurden zwar deutlich mehr Getränke abgesetzt als im Vorjahr. Der Vorstand des Pirmasenser Unternehmen rechnet aber wegen der Corona-Krise mit 20 Prozent Verlust.

Um rund 9 000 Hektoliter hat die „Park & Bellheimer AG“ ihren gesamten Getränkeausstoß erhöht im Vergleich zu 2018 erhöht. Das teilte das Unternehmen auf seiner Hauptversammlung in der Pirmasenser Festhalle mit. Damit steigerte das Brauunternehmen seinen Absatz um 4,2 Prozent. Maßgeblich dazu trugen die Bellaris-Erfrischungsgetränke mit einer Zuwachsrate von 9,07 Prozent bei. Bellaris ist neben Park, Bellheimer, Valentins und Rheingönheimer eine der fünf eigenen Marken.

Mit Blick auf den Biermarkt in Deutschland merkte Vorstand Roald Pauli jedoch an, dass die Lage angespannt bleibe. „Der ungünstige Witterungsverlauf im vergangenen Jahr hat den Biermarkt zudem beeinflusst“, so der Vorstand.

Auf der wirtschaftlichen Seite des Unternehmens wurde der Umsatz 2019 gegenüber 2018 noch um 1,9 Prozent auf 21,17 Millionen Euro gesteigert. Rund 5,3 Millionen Euro investierte das Unternehmen insgesamt. 4,6 Millionen Euro davon in Sachanlagen an den Standorten. Das Eigenkapital des Konzerns betrug zum Jahresende 2019, 9,8 Millionen Euro. Fast konstant blieb die Anzahl der Mitarbeiter, die sich lediglich um eine Person auf 134 Mitarbeiter reduzierte.

So erfreulich diese Zahlen für das vergangene Jahr sind, auf das laufende Geschäftsjahr blickt der Vorstand mit Sorgen. „Die Corona-Pandemie wird unsere größte Herausforderung“, betont der Pauli. Besonders die vorübergehende Schließung des Gastronomie habe dafür gesorgt, dass dort die Umsätze um 50 Prozent einbrachen. „Das könnten die Lebensmittelläden nicht auffangen“, machte Pauli deutlich. Er rechne derzeit mit einem Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2020 von rund 20 Prozent. In Zahlen ausgedrückt erwartet das Unternehmen für diesen Zeitpunkt einen Umsatz in Höhe von acht Millionen Euro, kalkuliert waren einmal zehn Millionen Euro.

Darin enthalten ist auch die Summe aus dem Verkauf des Brauerei-Gelände in Zweibrücken, das einen Erlös von 3,25 Millionen Euro in die Kasse spülte.

Auf den Umsatzrückgang reagierte die Brauerei und reduzierte ihre für 2020 geplanten Investitionen in Höhe von 5,6 Millionen Euro auf vier Millionen Euro. „Wir werden die Situation durchstehen und gestärkt herausgehen“, gab sich Pauli aber kämpferisch. Er bat aber auch die Aktionäre sich noch etwas zu gedulden, bis das Ergebnis für das erste Halbjahr feststehe.

Bei der Versammlung meldete sich ein Aktionär zu Wort, der mehr über den Rechtsstreit mit der Eichbaum-Brauerei wegen der Markenrechtsverletzung beim „Valentins“ wissen wollte. „Wir sind jetzt in der zweiten Stufe, in der es um die Höhe des Schadenersatzes geht. Mehr könne er aber wegen dem laufenden Verfahren nicht sagen“, so der Vorstand.

Auch fragte der Aktionär, ob die Brauerei derzeit ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt habe, was Pauli für Teilbereiche des Unternehmens bejahte.

Auf Vorschlag des Aufsichtsrates unter dem Vorsitz von Michael Kranich wurden sein Stellvertreter Eric Schäffer aus Meißen, der dort die Privatbrauerei Schwerter führt und der Germersheimer Landrat, Dr. Fritz Brechtel aus Rülzheim für vier weitere Jahre als Aufsichtsmitglieder vorgeschlagen. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag zu.

Ebenfalls zugestimmt wurde dem Vorschlag, die Landestreuhand Weihenstephan GmbH für den Abschluss 2020 zu beauftragen. Die Gesellschaft aus dem bayrischen Freising prüft die Abschlüsse bereits seit acht Jahren.

Dass die Hauptversammlung erneut in Pirmasens und nicht, wie turnusmäßig angesetzt in Bellheim stattfand, sei der Corona-Pandemie geschuldet, sagte Kranich.