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Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken starten in Vorbereitung

Handball-Oberliga : Auftakt mit zwei Neuen und einer Rückkehrerin

Zweibrücker Oberliga-Handballerinnen starten in die Vorbereitung. Fast wären die SV 64er im Nachrückverfahren noch in Liga Drei gelandet.

Nach den Drittliga-Herren starteten auch die Oberliga-Damen des SV 64 Zweibrücken in die Vorbereitung auf die neue Handball-Saison. Trainer Rüdiger Lydorf, der die Zweibrücker Frauenmannschaft bereits in seinem sechsten Jahr betreuen wird, begrüßte seine Schützlinge nach vier Monaten erstmals wieder persönlich. Die Löwinnen hielten sich in der Zwischenzeit mit individuellem Kraft- und Ausdauertraining fit.

Bei der Kaderplanung setzt Lydorf vor allem auf Kontinuität und auf die Weiterentwicklung der jungen Mannschaft, die im letzten Jahr über sich hinaus wuchs und trotz vieler Abgänge unerwartet den dritten Tabellenplatz erreichte. Zwei Neuzugängen und einer Rückkehrerin, stehen zwei Abgänge gegenüber. Torhüterin Anezka Zuzankova, die wieder zurück in die erste Liga in die Schweiz wechselte, steht ebenso wie Laura Zägel, die studienbedingt ihren Kaderplatz räumte, nicht mehr zur Verfügung. Neu dazu stoßen werden Torhüterin Annalena Zahm, die zuvor beim Saarlandligisten Merchweiler spielte und Rückraumspielerin Marie Kiefer aus Marpingen. Außerdem kehrt Renata Szabo nach einjähriger Babypause wieder zurück ins Team. „Vor allem Ani (Anezka Zuzankova) hat natürlich große Fußspuren hinterlassen, aber die Mädels werden zusammen mit unseren motivierten Neuzugängen aus der Region, die entstandenen Lücken füllen. Marie ist Allrounderin im Rückraum mit gutem Auge. Sie bringt die nötige Erfahrung und Ruhe in die Mannschaft. Annalena (Zahm) wollten wir schon im letzten Jahr verpflichten und ich bin glücklich, dass es jetzt geklappt hat. Sie wird mit Daphne Huber ein gutes Gespann im Tor bilden“, blickt Lydorf zuversichtlich in die Zukunft.

Offizieller Starttermin für die Oberliga ist der 3.Oktober. Die Liga wird in dieser Saison, wegen des durch die Corona-Pandemie entstandenen kleineren Zeitfensters in zwei Staffeln zu je acht Mannschaften aufgeteilt. Die jeweils ersten beiden Mannschaften jeder Staffel spielen dann nach der Runde ein Halbfinale und Finale um den Aufstieg aus.

Rüdiger Lydorf kann dem neuen Modus sowohl positive, als auch negative Aspekte abgewinnen: „Die Staffeleinteilung ist fahrttechnisch natürlich sehr schön, da viele weite Auswärtsspiele wegfallen. Sportlich finde ich es schwieriger, da gerade in unserer Staffel die Topteams vom letzten Jahr spielen. Das wird eine echte Herausforderung.Unser Ziel ist es natürlich uns wieder vorne zu etablieren“.

Über Umwege hätten die Löwinnen sogar in der 3.Liga starten können. Da es ligaübergreifend keine sportlichen Absteiger gibt und der DHB die Ligen deutschlandweit aufstockte, initiierte der Handballbund eine Nachrückerliste für den Fall, das sportlich qualifizierte Teams sich zurückziehen. Hierfür konnten sich die 24 Zweit- und Drittplatzierten aller deutschen Oberligen melden, die nach der Quotienten-Regelung ihrer Tabellenstände in eine Rangliste eingeordnet wurden. Die 64er starteten mit Listenplatz 16 allerdings eher aussichtslos, denn zum Meldeschluss-Termin am 18. Mai verzichteten lediglich drei Drittliga-Vereine auf ihren Startplatz. Die Zweibrücker zogen ihre Bewerbung daraufhin wieder zurück, auch weil das Nachrückverfahren nicht ohne Risiko war. Die Spielkommission des DHB sagte nämlich, dass Vereine, die nicht für die dritte Liga beücksichtigt wurden, nach einem bestimmten Stichtag auch ihren Platz in der Oberliga verlieren könnten.

Anfang Juli stellten dann unerwartet doch noch zwei Vereine aus der dritten Liga den Spielbetrieb ein und machten zusätzliche Startplätze frei. Weil sich aber neben den Zweibrückerinnen auch 15 andere Vereine zurückgezogen hatten, gab es zu diesem Zeitpunkt kaum noch Bewerber. Es kamen plötzlich Vereine zum Zug, die ursprünglich schlechter platziert waren als der SV 64 . „Die 3. Liga hätte schon ihren Reiz gehabt und wäre gerade durch den Aufstieg der Herren doppelt geil gewesen. Aber natürlich war uns auch bewusst, dass wir lange in der Luft hängen würden und sowohl sportlich als auch finanziell ein großes Risiko auf uns zugekommen wäre. Wir lauern jetzt auf die nächste Chance“, sagt Lydorf.