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Neues vom Zweibrücker Naturschutzbund

NABU Zweibrücken : Naturschutz: „Im Kleinen viel erreichen!“

Der Zweibrücker Naturschutzbund (Nabu) engagiert sich in vielen Bereichen. Mit schönen Aktionen startet er ins neue Jahr. Los geht es an diesem Wochenende mit der „Stunde der Wintervögel“.

2020 war für alle eine große Herausforderung, auch für den Nabu Zweibrücken. Viele Veranstaltungen mussten abgesagt werden, und das aktuelle Programm für 2021 liegt noch auf Eis. „Wir möchten erst mal abwarten“, sagt die Vorsitzende Miriam Krumbach. „Doch ich denke, dass wir im Frühjahr mehr sagen können, auch was den Termin der Hauptversammlung betrifft.“ Stillstand gab es in den vergangenen Monaten dennoch nicht. „Wir haben Hecken für Insekten und Vögel gepflanzt und weitere Teiche für Amphibien graben lassen. Das Projekt 1001 Bäume hat trotz aller Einschränkungen viele Bäume pflanzen können. Besonders freuen wir uns auch über die Renaturierungsmaßnahmen auf unseren Grundstücken im Felsalbtal.“

Aktuell plant der Naturschutzbund den Kauf eines Grundstücks. „Bei Wallhalben haben wir eventuell die Möglichkeit, eine Wiese zu erwerben, die wir gerne als Streuobstwiese mit Hecken bepflanzen würden“, erzählt die Vorsitzende. „Dafür brauchen wir allerdings Paten, die sich um das Grundstück kümmern. Interessierte dürfen sich gerne bei mir melden.“ Außerdem sucht der Nabu Zweibrücken weitere Grundstücke für die Anpflanzung von Hecken. „Gerne auch Waldgrundstücke, die als Waldrefugium dienen könnten“, sagt Miriam Krumbach.

Sie erklärt, dass der Bestand vieler heimischer Vogelarten in den vergangenen zwölf Jahren um etwa ein Drittel zurückgegangen sei. Dazu zählen insbesondere Arten der Agrarlandschaft. Als Ursachen werden intensive Landwirtschaft und das Insektensterben genannt.

„Doch jeder kann im Kleinen etwas für die Arterhaltung tun“, weiß die Nabu-Vorsitzende. Gartenbesitzer können beispielsweise Hecken pflanzen (siehe Infobox). Viele Sträucher, sogenannte Vogelnährgehölze, bieten sowohl Vögeln als auch zahlreichen Insekten Lebensraum und Nahrung. Sie sind zudem ideale Nistplätze. „Mut zu einem wilderen Garten, in dem Unkraut auch mal stehen bleiben darf und heimische Wiesenpflanzen eine Chance haben, sind ein guter Weg“, fügt sie hinzu.

Miriam Krumbach erinnert in diesem Zusammenhang an einen Vorfall im vergangenen Frühjahr, als viele Blaumeisen an einer bakteriellen Lungenkrankheit starben. „Die Meisen haben gelitten. Wir rufen deshalb zum Aufhängen von Meisenkästen auf, um den Meisen einen Nistplatz zu bieten“, sagt sie. Nistkästen sollten ohnehin in keinem Garten fehlen. „Es gibt Berichte, dass Meisen Eichenprozessionsspinnerraupen fressen. Daher empfehlen wir, Meisenkästen in der Nähe von Eichenbäumen aufzuhängen. So können wir die Raupen in Schach halten und hoffentlich das Fällen einiger Bäume verhindern“, betont die Vorsitzende. Meisenkästen zum Sonderpreis von 20 Euro können Interessierte direkt beim Nabu Zweibrücken erwerben.

Die Stunde der Gartenvögel an diesem Wochenende sei eine gute Gelegenheit, schon mal zu schauen, wie es um die Meisen-Population bestellt sei. „Genaueres können wir aber erst im Mai/Juni sagen, wenn die Vögel gebrütet haben.“

Die Vorsitzende appelliert daher an die Menschen, an diesem Wochenende genau auf ihre Vogelhäuschen zu achten. Zählen Sie eine Stunde lang – egal ob im Garten, vom Balkon aus oder im Park. Notieren Sie die höchste Anzahl von jeder Art, die Sie gleichzeitig sehen. So werden Vögel, die wegfliegen und wiederkommen, nicht doppelt gezählt.“ Weitere Infos sowie praktische Zählhilfen zum Ausdrucken gibt es auf www.nabu.de.

Für das bundesweite Nabu-Projekt „Handys für Hummel, Biene und Co“ engagiert sich der Zweibrücker Naturschutzbund ebenfalls. Gesammelt werden Handys, Smartphones oder Tablets – gerne inklusive Zubehör wie Netzteil, Ladekabel, Akku und Headset (bitte aus Sicherheitsgründen den Akku im Gerät lassen und nicht lose abgeben).

Sammelstellen in Zweibrücken sind die Geschäftsstelle der BKK VBU, Schillerstraße 19, der Capito-Store in der Hauptstraße 100, O2 in der Hauptstraße 32 sowie bei den Vorstandsmitglieder des Nabu Zweibrücken. „Weitere Abgabestellen außerhalb von Zweibrücken sind uns natürlich ebenfalls willkommen“, sagt Miriam Krumbach. „Im besten Fall werden die Geräte repariert. Wenn das nicht mehr möglich ist, werden die Bestandteile wiederverwertet. So schonen wir seltene Rohstoffe und schützen die Umwelt. Der Erlös fließt in den Nabu-Insektenschutzfonds und kommt so den Wildbienen zugute.“


Nabu Zweibrücken,
Vorsitzende Miriam Krumbach,
Telefon: (0 63 32) 4 18 77,
E-Mail: miriamkrumbach@gmx.de