Billard-WM startet am Sonntag Er will einfach nur „genießen“

Altstadt · Marco Dorenburg geht bei der Billard-Weltmeisterschaft im englischen Milton-Keynes an den Start. Der Spieler vom Bundesligisten PBC Joker Altstadt hat eine schwierige Vorbereitung hinter sich. Kann er überraschen?

 Marco Dorenburg freut sich auf die Billard-Weltmeisterschaft, die ab dem 6. Juni in Milton Keynes (England), ausgetragen wird. Der gebürtige Stuttgarter, der seit sechs Jahren für den Bundesligisten PBC Joker Altstadt aktiv ist, will zwar selbstverständlich sein bestes Billard bei diesem internationalen Großereignis spielen, weiß jedoch auch um die starke Konkurrenz. Deshalb gibt er sich vor dem Turnierstart sehr entspannt.

Marco Dorenburg freut sich auf die Billard-Weltmeisterschaft, die ab dem 6. Juni in Milton Keynes (England), ausgetragen wird. Der gebürtige Stuttgarter, der seit sechs Jahren für den Bundesligisten PBC Joker Altstadt aktiv ist, will zwar selbstverständlich sein bestes Billard bei diesem internationalen Großereignis spielen, weiß jedoch auch um die starke Konkurrenz. Deshalb gibt er sich vor dem Turnierstart sehr entspannt.

Foto: Hagen/Markus hagen

Die Vorfreude bei ihm ist groß, natürlich ist sie das. Marco Dorenburg steht vor seiner ersten Teilnahme an einer Poolbillard-Weltmeisterschaft. „Klar ist das für mich etwas ganz Besonderes“, sagt der Bundesligaspieler des PBC Joker Altstadt. Doch „große sportliche Erwartungen habe ich keine.“ Der 27-jährige Stuttgarter will bei der WM, die am 6. bis 10. Juni im englischen Milton-Keynes ausgetragen wird, einfach nur „ankommen, mitspielen“. Und natürlich das Großereignis auch „genießen“. 128 Spieler sind beim 9-Ball am Start.

Denn dass Dorenburg, der beim Stuttgarter Maschinenbau-Unternehmen JW Fröhlich als Entwicklungsleiter arbeitet, sich für die WM qualifiziert hat, war keineswegs ein Selbstläufer. Im Gegenteil. Auch deshalb nicht, weil aufgrund der Pandemie kaum Turniere ausgetragen wurden. Des Weiteren fielen die Bundesligaspiele des PBC Joker Altstadt, für den Dorenburg seit sechs Jahren spielt, aus. Ärgerlich. „Zuletzt stand ich bei einem Turnier im Februar 2020 am Tisch. Ab März wurde dann alles abgebrochen“, resümiert Dorenburg.

Die Folge: Für die Qualifikation zur Poolbillard-WM 2021 mussten Turnierergebnisse aus der Saison 2019/20 herangezogen werden. Betroffen davon waren die Disziplinen: 8-Ball, 9-Ball, 10-Ball und 14/1-Endlos. Sechs europäische sogenannte Euro-Turniere spielte Dorenburg in dieser Zeit. Diese Resulate reichten dann auch tatsächlich aus, um sich für die WM ein Ticket zu sichern. Eine WM, bei der lange unklar war, ob sie überhaupt stattfinden wird. Kann. Doch „der Veranstalter Match-Room hat dafür einiges unternommen“, sagt Dorenburg. Vor Ort gelten strikte Vorgaben, an die sich die Spieler halten müssen.

So sind Kontakte außerhalb der Billard-Veranstaltungshalle nicht möglich. „Wir Billardspieler sind in einer Blase, können uns nur in der Halle und im Hotel aufhalten“, sagt Dorenburg, der bereits mehrmals auf Corona getestet wurde. Und natürlich stehen auch bei der WM einige Tests an.

Nach dem Großereignis geht es für Dorenburg dann in Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne. Dafür gehen dann einige Urlaubstage drauf. Und sogar noch mehr opfert der 27-Jährige seiner großen Leidenschaft, dem Billard. Dorenburg: „Meinen 28. Geburtstag am 20. Juni feiere ich dann alleine in meiner Wohnung in Quarantäne.“

Wie hat er sich überhaupt auf diese WM vorbereiten können? „Auch das war sehr schwer, weil seit vielen Monaten die Tische in den Vereinen nicht zur Verfügung stehen“, sagt der Schwabe. Hinzu kommt, dass Dorenburg nicht genügend Platz für einen eigenen Billardtisch in seiner Stuttgarter Wohnung hat. Nur gut, dass „ich bei einem Kumpel einigermaßen oft trainieren konnte. Der hat privat einen eigenen Tisch.“

Und auch im Vereinsheim beim PBC Joker Altstadt konnte er an einen der vier Tischen zum Training kommen. „Vereinstraining ist ja weiter nicht erlaubt“, hält Dorenburg fest. Dafür nahm er dann gerne die weite Anreise von Stuttgart nach Altstadt in Kauf.

Und nun geht es von Stuttgart nach Milton-Keynes. Von Baden-Württemberg nach England. Er reist als krasser Außenseiter an. Denn national kam Dorenburg noch nicht über den 17. Platz bei einer Deutschen Meisterschaft heraus, den er zweimal erreichte. In der aktuellen Rangliste im 9-Ball steht er bundesweit auf Platz 37. Umso überraschender war dann die WM-Qualifikation. „Ich setze mich nicht unter Druck“, sagt der 27-Jährige und fügt an: ,,Antreten und schauen, was geht.“ Vielleicht übersteht er ja die erste Runde.

Was hingegen bereits jetzt klar ist: Die WM-Teilnahme für den Spieler des PBC Joker Altstadt, mit dem er seit zwei Jahre in der ersten Bundesliga spielt und zuvor vier Jahre in der Zweiten Poolbundesliga aktiv war, ist bereits ein Erfolg. Nun sollen bei der WM gerne weitere folgen.

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