Kerwe Niederauerbach Jahresrückblick mit integrierter Sportschau

Zweibrücken · In Niederauerbach wurde am Wochenende Kerwe gefeiert – inklusive Kerwerede.

 Unn die Kerb soll läwe… Am Samstagabend kam dieser Ruf wieder lautstark aus den Kehlen der Niederauerbacher Straußmädels und Straußbuben beim Gasthaus „Brauerei Grund.

Unn die Kerb soll läwe… Am Samstagabend kam dieser Ruf wieder lautstark aus den Kehlen der Niederauerbacher Straußmädels und Straußbuben beim Gasthaus „Brauerei Grund.

Foto: Norbert Schwarz

„Ihr liebe Leid und Kerbegäschd, los geht‘s widder mit unserem Feschd …“ Die Kerwezeit ist angebrochen. Dieses Wochenende war es im Zweibrücker Vorort Niederauerbach soweit. „Auerbacher Kerb“, ein Hochfest wie die beiden Kerweredner Marcel Hoffmann und Patrick Ewert gleich zum Beginn der fetzigen Rede nach alter Tradition am Gasthaus „Alte Brauerei Grund“ voller Inbrunst und lautstark verkündeten. Groß die Gemeinde überzeugter Kerwefans. Fetzig und schmissig zugleich die Fanfarenklänge der Musizierenden, wie im letzten Jahr aus Schweyen kommend, erster Ort direkt nach Hornbach auf französischer Seite.

Die Kerwe-Euphorie ist spürbar, fiebrig das Geschehen. Nicht allein der beiden Hauptakteure, die nach dem Anbringen des mit tausenden bunten Bändern geschmückten Kerwestraußes hoch oben auf langen Leitern stehen und mit weißem oder schwarzem Zylinder ausgestattet ihr Wort an die großen Fangemeinde richten. „Drei Daa duun mer do owwe im Zelt rum dolle, drei Daa gehn ma widder richdich in die Volle …!“

Kurze Rückblende zum letzten Jahr, als die Vorortbürger einen zusätzlichen Grund zum Kerwefeiern hatten. Da nämlich stand auch noch das Ortsjubiläum an, feierte die musikalische Begleitung der französischen Gäste aus Schweyen Premiere, bewiesen die Vereine auch ihre Verbundenheit mit der Kerwetradtion, denn der letztjährige Umzug, von den Vereinen gestaltet, ist auch jetzt noch vielen die Besucher in bester Erinnerung gewesen.

Ebenso wie die Tatsache, dass die Straußmädels und Straußbuben, eigentlich beim Musikverein beheimatet und selbstredend von Straußvater Massi gleich zum Auftakt erwähnt, den obligatorischen Kerwebeginn beim Gasthaus „Alte Brauerei Grund“ feiern durften. Hans und sein Team von „Grunde Haus“ wurde deshalb auch besonders herzlich gedankt: „Ich det grad am liebschde schon widder in eijer Rahmsoße erin falle …!“

Mit Vorschusslorbeeren ebenso bedacht, die Mitglieder der „Batterie Fanfare de Schweyen“ welche wieder am Start waren und für die Patrick folgende Feststellung übrig hatte: „Uff eijer Musik hann ich es ganze Johr schun gewahrt, ihr Musiker, zeihn denne Auerbacher mol was ner kenne, wenn ich ma e Schluck von meinem Vino darf gönn“. Köstlich wurde die hohe Politik glossiert, ein Blick auf das Dorfgeschehen geworfen und das Jahres-Highlight „Besuch des Rockfestivals am Nürburgring“ für alle Lauschenden ins rechte Licht gerückt.

Der sportliche Bericht durfte nicht fehlen und natürlich wurden darin neben der Schmach über das Abschneiden bei der Fußball-WM der Männer auch die Erfolge der „Burrberg-Kinner“ bestens ins Licht gerückt, weil von denen der Steven Teuke eines ist. „De Goalie un sei Hornets vum große EHC hann die Regionalliga gewunn, enmol meh.“

Das Triple galt es bei den Spielen für die Auerbacher Straußmädels und Straußbuben bei den Schwarzbachtal-Spielen in Contwig (wir berichteten) unter Beweis zu stellen und als Favoriten mit zwei Sternen schon auf der Straußmontur sollte letztlich der große Wurf gelingen. Doro wurde dabei zur Queen, jetzt ziert ein dritter Stern das Auerbacher Straußkostüm. Dafür allerdings wurde den Freizeittretern im Ballkicken beim Hechtralercup in Bierbach allen schon nach dem ersten Turnierspiel sonnenklar, dass sportlich überhaupt kein Ass im Auerbacher Ärmel war. „Plötzlich hann ma uns uff unser wahres Talent fokussiert, un statt em Turniergewinn de Trinkpokal anvisiert. Hauchdünn war die Entscheidung um de Sieger zu küre, awwer an der Stell konnte ma die Königsdisziplin net verliere!“

Abschied war gleichfalls bei dieser Kerwerede 2023 angesagt. Für Patrick Ewert ist nach mehr als zehn Jahren Schluss. „Bevor ma jetzt e Knote rin mache, hab ich ah noch e kleenie Sache!“ Patrick verkündete seinen Abschied und dankte für die besondere Unterstützung durch Lea und seinen Kompagnon „Massi“.

Mit einem ausgiebigen Frühschoppen geht es im Festzelt des Musikvereins auf dem Kissel hoch her. Gleiches gilt für die vielen Kerwegäste in der „Alten Brauerei Grund“.