1. Pfälzischer Merkur

In Schmitshausen packen Ratsmitglieder immer wieder unentgeltlich an

Schmitshausen: Mit fleißigen Helfern Spielplatz erneuert : Wo guter Rat nicht teuer ist

In Schmitshausen packen die Ratsmitglieder immer wieder unentgeltlich an. So auch jetzt beim Spielplatz. Zudem verzichten die Räte auf ihre Sitzungsgelder, diese kommen der Allgemeinheit zugute.

Schmitshausen ist knapp bei Kasse. Wie so viele andere Kommunen im Land. Und auch auf der Sickingerhöhe leistet das Rezept dagegen: Eigenleistung.

Ortsbürgermeister Markus Schieler macht klar: „Jammern hilft nicht, klagen auch nicht – also versuchen wir jegliche Situation so zu meistern, wie das üblicherweise auch in einer Großfamilie geschieht. Wir packen die Dinge selbst an. Gut, dass es in unserem Dorf um tatkräftige Helfer noch immer gut bestellt ist. Geradezu vorbildlich bringen sich die jungen Ratsmitglieder ins Geschehen ein“.

Einen Mäzen habe das Rosendorf leider nicht. Folglich war bei der Fertigstellung des Spielplatzes beim Dorfgemeinschaftshaus ebenfalls ein freiwilliger Arbeitseinsatz gefragt, um die leeren Kassen zu kompensieren.

Dieser Platz werde nicht allein von den Kindern des Ortes genutzt, sondern auch von jenen, die sich das Jahr über in den Räumlichkeiten einmieten. Die alten Spielgeräte hatte die Gemeinde abbauen müssen. Vielfach war die Standfestigkeit nicht mehr gegeben oder tragende Elemente morsch. Jetzt wurden neue Geräte angeschafft. Schaukelpferde ebenso wie Wippen oder doppelsitzige Schaukeln. Mehrere Kinder aus dem Dorf testeten diese bereits in der Aufstellphase.

Nicht nur die Muskeln lassen die fleißigen Ratsmitglieder unentgeltlich spielen. Unlängst sprachen sie sich unisono dafür aus, dass ihre Sitzungsgelder weiterhin auf ein separates Konto fließen, damit kleine Anschaffungen oder Zusammenkünfte, wie etwa der alljährlich stattfindende Seniorentag, finanziell realisierbar sind. Auch, als beim Friedhof eine neue Straßenleuchte errichtet wurde, konnte diese mit den Sitzungsgeldern finanziert werden.

Bei aller Sparsamkeit: Die Corona-Pandemie hat Schmitshausen dennoch hart getroffen. Schieler: „Um das Dorfgemeinschaftshaus wie auch das Haus der Jugend unterhalten zu können, sind wir dringend auf die Einnahmen aus den Verpachtungen der beiden Räumlichkeiten angewiesen.“ Längst habe sich herumgesprochen, wie schön sich in dem Dorf urigen Urlaub machen lasse. Das Geld dieser Besucher, die aufgrund der Pandemie fern bleiben, fehlt nun.

Dennoch blickt Schieler hoffnungsvoll in die Zukunft. Weiß er doch um den guten Rückhalt in seinem Dorf.