1. Pfälzischer Merkur

In Battweiler, Bechhofen, Martinshöhe, Wattweiler und Rimschweiler wird der Aufstieg gefeiert

Die Vereine haben entschieden : „In der WhatsApp-Gruppe ist der Teufel los“

Die Vereine im Südwestdeutschen Fußballverband haben sich für zwei Aufsteiger pro Klasse ausgesprochen. In Battweiler, Bechhofen, Martinshöhe, Wattweiler und Rimschweiler wird nun gejubelt.

Als am Mittwochmittag das Ergebnis des Vereins-Votums auf der Internetseite des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV) auftauchte – und sich dann wie ein Lauffeuer über die sozialen Netzwerke verbreitete – startete bei vielen Fußballclubs in der Region die virtuelle Party.

„Wir hätten die Saison gerne zu Ende gespielt und auf dem Platz gefeiert. Aber jetzt zählt für uns nur das Ergebnis: Wir steigen auf!“, jubelte der Spielleiter des SV Battweiler, Andreas Blum. 80,27 Prozent der an der SWFV-Abstimmung beteiligten Clubs hatten sich dafür ausgesprochen, dass die ersten beiden Mannschaften jeder Spielklasse aufsteigen dürfen. Die Abstimmung hatte dabei den gleichen Stellenwert wie ein entsprechender Verbandstagsbeschluss.

Mit ihren Stimmen folgte die Mehrheit der Vereine der Empfehlung des Verbands-Präsidiums. Demnach sollte der Erstplatzierte als Sieger jeder Klasse aufsteigen und der Zweite, der bei einer regulären Runde Anspruch auf Relegationsspiele gehabt hätte, ebenfalls. Ermittelt wurde die Platzierung durch die Quotientenregelung (Anzahl der Punkte geteilt durch die Spiele).

Zudem wird es keine sportlichen Absteiger geben – der freiwillige Rückzug aus einer Spielklasse ist aber möglich. Von den 1037 Vereinen im Verbandsgebiet hatten sich 624 an der Abstimmung beteiligt.

„Seit heute Mittag ist in unserer WhatsApp-Gruppe der Teufel los“, berichtete Blum. „Zur Zeit können wir nur virtuell feiern. Aber dabei kann man ja auch die eine oder andere Flasche trinken“, meinte der Spielleiter und schmunzelte. Für den SV Battweiler sei der Aufstieg in die Bezirksliga der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Damit habe vor der Saison niemand gerechnet. „Die Jungs haben eine fantastische Saison gespielt.“ Der Erfolg sei auch der Lohn für die Arbeit der letzten Jahre. Da gehörte der SVB stets zur Spitzengruppe der A-Klasse. Zweiter Aufsteiger aus der Liga ist der FK Clausen. Zwar lag der SVN Zweibrücken beim Abbruch der Runde auf Tabellenplatz zwei, hatte aber eine Partie mehr ausgetragen als der FK – und lag im Hinblick auf den Quotienten knapp hinter diesem.

„Ob wir jetzt offiziell Sieger heißen oder Meister ist egal. Am Ende zählt der Aufstieg“, sagte der Spielleiter des C-Klasse Tabellenführers TuS Wattweiler, Karsten Lippick. Auch er bedauerte, dass die Spieler den Aufstieg nicht auf dem Platz feiern konnten. Lippick freute sich hingegen, dass sich die deutliche Mehrheit der Vereine dafür ausgesprochen hatte, dass es Aufsteiger gibt. „Alles andere wäre ein Hohn gewesen. Wer zwei Drittel der Saison Leistung zeigt, hat auch den Aufstieg verdient.“

Auch Sören Bernhard, der Trainer des Spitzenreiters der B-Klasse Kusel/Kaiserslautern, SG Bechhofen-Lambsborn, dankte den Vereinen für ihr Votum. „Das war fair.“ Auch bei der SG liefen am Mittwoch zahlreiche Glückwünsche ein. Dass die nach der Quotientenregel führenden Vereine vom Verband lediglich als „Sieger“ bezeichnet werden, wollte man so aber nicht stehen lassen. Die „SG Bechhofen/Lambsborn ist Meister“, jubelte der Verein im sozialen Netzwerk Facebook. „Wir haben eine so gute Runde gespielt und haben bis zum Ende durchgezogen“, bilanzierte Bernhard. Der Aufstieg sei das klare Ziel der Mannschaft gewesen.

Auch der Spielertrainer des C-Klasse-Zweiten TuS Rimschweiler, Julian Müller, hätte den Aufstieg gerne auf dem grünen Rasen perfekt gemacht. „Die Emotionen auf dem Platz nach dem Aufstieg fehlen dann halt“, bedauerte er. Ihm war wichtig, dass die Mannschaft das selbstgesteckte Ziel Aufstieg gepackt habe. Müller freute sich für den Verein – aber auch für seine jungen Spieler „Für einige ist es der erste große Erfolg.“ Mit dem Ergebnis habe man jetzt Klarheit und könne für die nächste Saison planen, ergänzte Müller erleichtert.

Erleichtert war auch Lippick. Das Ergebnis habe er zwar erwartet. „Aber ganz sicher kann man nie sein“, meinte er.

Nun freuen sich die Aufsteiger auf eine höhere Spielklasse. Doch wann die neue Runde losgeht, „kann seriös niemand beantworten“, hatte der Fußball-Kreisvorsitzende, Edgar Wallitt, zuletzt erklärt.

Vorher will man auch beim Zweiten der B-Klasse West, dem SV Martinshöhe, den Aufstieg gebührend feiern. „Wie wir das machen, wissen wir noch nicht. Mal schauen, was die Politik erlaubt“, sagte Spielleiter Kai Schley. Auch beim SVM wurde am Mittwoch ausgelassen gejubelt. „Auf dem Platz wäre noch schöner gewesen. Aber wir müssen das in dieser ungewöhnlichen Zeit hinnehmen“, sagte Schley, der in der A-Klasse „eine ganz schwere Aufgabe“ erwartet.

Aus dem Fußballkreis Pirmasens-Zweibrücken steigen auf: SV Hinterweidenthal (in die Landesliga); SV Battweiler, FK Clausen (in die Bezirksliga); SG Thaleischweiler, SV Martinshöhe, SV Hilst, SV Hochstellerhof (in die A-Klasse); TuS Wattweiler, TuS Rimschweiler, SV Erlenbrunn, TuS Pirmasens (in die B-Klasse). Aus dem Fußballkreis Kusel-Kaiserslautern: SG Bechhofen-Lambsborn (in die A-Klasse).

In einer zweiten Abstimmung haben sich 99,57 Prozent der Vereine dafür ausgesprochen, den SWFV-Verbandstag auf den 3. Juli 2021 zu verschieben. Am Freitag will das Präsidium das Votum der Vereine umsetzen und die Spielordnung ändern.