1. Pfälzischer Merkur

FC Homburg will in Fußball-Regionalliga dritten Sieg in Serie

FC Homburg, Abschluss der englischen Woche : „Hooni“ will drei Punkte – und mehr

Fußball-Regionalligist FC Homburg will nach zwei Siegen in Folge auch gegen das Tabellen-Schlusslicht TSV Schott Mainz gewinnen. Dabei helfen soll auch Stürmer Seonghoon Cheon, den die Saarpfälzer für ein Jahr vom Bundesligisten FC Augsburg ausgeliehen haben. Der Neuzugang zeigt sich über seine Anfänge in der Saarpfalz auch ein wenig überrascht.

Ein weiterer Sieg. Der dritte in Folge. Und das binnen einer Woche. Das peilt Fußball-Regionalligist FC Homburg am Samstagmittag, 14 Uhr, gegen das Schlusslicht TSV Schott Mainz an. Nach den ersten drei Punkten gegen den FC Astoria Walldorf (3:2) und dem 2:1-Coup am Dienstag bei Spitzenreiter FSV Mainz 05 II wollen die Verantwortlichen die sogenannte englische Woche mit einem weiteren Dreier krönen.

Einen erheblichen Beitrag zu den ersten beiden Siegen für den FC Homburg leistete der 20-jährige Stürmer Seonghoon Cheon, den der Tabellenzwölfte kurz vor Transferende Ende August vom Bundesligisten FC Augsburg bis Ende dieser Saison ausgeliehen hat. Der Südkoreaner spielte in seiner Jugend bis 2018 beim südkoreanischen FC Incheon United. Darüber hinaus durchlief das Talent seit seinem 15. Lebensjahr alle Nachwuchs-Nationalmannschaften Südkoreas. „Mein Traum ist es, in Europa und hier in Deutschland Profi zu werden“, erzählt der 1,90 Meter große Mittelstürmer. Im Januar 2019 verließ als damals 18-Jähriger seine Familie und Heimat. Landete beim FC Augsburg. Bei den bayerischen Schwaben „wurde ich sehr gut aufgenommen“, verrät er dem Merkur.

Dort landete er zunächst im Kader der U23 des Bundesligisten, spielte dort in der Regionalliga Bayern. Es war der nächste Schritt zum Profi. In der wegen der Corona-Pandemie abgebrochenen Saison 2019/20 bestritt Seonghoon Cheon 14 Spiele für den Bayernligisten FC Augsburg, in denen er mit vier Treffern seine Torgefährlichkeit bewies. In der aktuellen Runde spielte er acht Mal für die U23 des FC Augsburg. Fast ausschließlich als Einwechselspieler.

Und weil der FC Homburg noch einem Stürmer suchte, auch weil Thomas Gösweiner nach einem Kreuzbandriss bis mindestens Februar nicht zur Verfügung stehen wird –, nahm er Cheon unter Vertrag. „Beim FC Homburg hatte ich mir viel bessere Chancen auf viel mehr Einsatzminuten ausgerechnet. Daher mein Wechsel. Ich brauche mehr Einsatzzeit, auch um zu lernen und mich zu verbessern“, sagt er. Er wolle in der Saarpfalz Spielpraxis sammeln“.

Seinen neuen Trainer Timo Wenzel hat er in wenigen Trainingseinheiten mehr als überzeugt. Vier Tage nach seiner Verpflichtung am 31. August wechselte ihn Wenzel beim Auswärtsspiel in Kassel zunächst zwölf Minuten vor Schluss ein. Eine Woche später stürmte er dann von der ersten Minute an gegen den FC Astoria Walldorf. Mit Cheon auf dem Platz gelang der erste Saisonsieg.„Hooni (gesprochen Huni, Anm. der Red.) hat hervorragend gespielt und eine sehr gute Leistung gezeigt“, lobte Wenzel seinen Neuzugang nach dem Spiel. Und Cheon selbst zeigte sich einerseits erfreut über den Sprung in die Startelf. Andererseits auch überrascht, dass es so schnell gegangen sei.

Cheon gehörte auch am Dienstag beim Spiel in Mainz zur Startelf. Den zweiten Treffer durch Markus Mendler zum 2:0 hatte er vorbereitet. „Wir haben sehr gut gespielt und verdient die drei Punkte mit nach Hause genommen. So sollte es weiter gehen und gegen den TSV Schott Mainz wollen wir den nächsten Sieg einfahren“, zeigt sich Cheon motiviert. Und das nicht nur auf einen weiteren Sieg. Den dritten in Folge. Nein. Cheon hat auch noch etwas anderes vor Augen: „Schön wäre es, wenn ich am Samstag gegen den TSV Schott Mainz mein erstes Tor für meinen neuen Verein machen könnte.“

Für Cheons Trainer Wenzel war der schnelle Sprung in die Startelf von „Hooni“ nicht sonderlich überraschend: „Wir vom Trainerteam wussten über die Qualitäten von ihm Bescheid. Er zeigt tolle Leistungen im Training, ist kopfball- und spielstark, ist zudem schon sehr gut im Team taktisch integriert. Dies hat er gegen Walldorf und zuletzt in Mainz unter Beweis gestellt.“

Und will es nun auch gegen Schott Mainz tun. Den Tabellenletzten. Doch Wenzel mahnt: „Wer meint, dass man so einfach die Punkte gegen den Letzten einfahrt, wird sich täuschen. Wir müssen vollste Konzentration zeigen und an die Leistungen aus den letzten Spielen anknüpfen, wenn der dritte Sieg in Folge eingefahren werden soll.“ Dies habe man in Mainz gesehen, der FSV II sei klarer Favorit gegen den FC Homburg gewesen – und verlor trotzdem.

Wenzel muss neben Markus Mendler (Gelb-Rote Karte in Mainz wegen Ballwegschlagens) auf die Langzeitverletzten Patrick Lienhard (Wadenbeinbruch), Thomas Gösweiner (Kreuzbandriss) und Ivan Sachanenko (Knie) verzichten. Tim Steger (Knie) hat zwar inzwischen wieder das Training aufgenommen. Ein Einsatz kommt laut Wenzel für am Samstag noch zu früh. Dies dürfte auch für Patrick Dulleck (Pferdekuss Oberschenkel) gelten.

Trotz der Ausfälle peilen die Homburger drei weitere Punkte an. Den dritten Sieg in Folge. Vielleicht gelingt „Hooni“ am Samstag ja auch sein erstes Tor für die Saarpfälzer.