1. Pfälzischer Merkur

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken mit perfekter Ausbeute

EHC Zweibrücken : Das Streben nach Perfektion

Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken hat ein äußerst erfolgreiches Wochenende hinter sich. Trainer Ralf Wolf spricht von einem „Meilenstein“.

Nein, so richtig kommt dieser Mann nicht zur Ruhe. Ralf Wolf, Trainer des Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken. Spiel am Freitagabend. Spiel am Sonntagabend. Und nun, ausgerechnet an einem verflixten Montagmorgen, flattert auch noch eine Interviewanfrage vom Merkur herein.

Doch Wolf lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Geschweige denn nerven. Warum auch? Gerade jetzt, wo es sportlich ja so blendend läuft. Perfekt. Zunächst besiegten die Hornets am vergangenen Freitag Bietigheim-Bissingen mit 3:0 (0:0, 0:0, 3:0) Dann, nur zwei Tage später, fegten sie in der ICE-Arena vor etwa 500 Zuschauern die EKU Mannheim mit 6:2 vom Eis. Die Partie gegen die Kurpfälzer war für Zweibrücken, wenn auch zwei Tage nach dem ersten Rückrundenspiel in Bietigheim, die letzte verbleibende Partie der ersten Saisonhälfte. Einer Saisonhälfte, die nahezu perfekt war. Mindestens.

Denn gegen Mannheim feierte der EHCZ den zehnten Sieg im zehnten Spiel. Und das bei einer Bilanz von 102:63 Toren. Damit stellen die Hornets die beste Offensive und die beste Defensive der Liga. Ja jedes Team, das bislang gegen Wolfs Sieg-Junkies angetreten ist, zog den Kürzeren. Bietigheim sogar zweimal.

Eine beeindruckende Leistung, die laut Wolf in erster Linie am Zusammenhalt liegt: „Die Jungs puschen sich gegenseitig, wenn ein Mitspieler einen Hänger hat. Der eine bügelt den Fehler vom anderen aus. Es ist schon unglaublich, was die Jungs für einen Teamspirit haben“, beobachtet Wolf. Nicht ohne Stolz.

Dabei standen die Vorzeichen gerade vor dem Spiel in Bietigheim keineswegs gut. Trotz einer bis dahin makellosen Bilanz. Der Grund: Der EHCZ reiste mit gerade einmal 13 Mann nach Baden-Württemberg. So fielen zum einen Felix Stokowski, Lukas Braun, Leon Kremer und Tom verletzt aus. Zum anderen gab es „Corona bedingte Ausfälle“, wie der Verein am Donnerstag mitteilte. Im Merkur-Interview bestätigt Wolf das, sagt: „Ein paar Spieler von uns haben sich infiziert. Beim Sport in der Halle lässt sich das aber leider nicht immer vermeiden.“ Den Spielern, darunter Verteidiger Sasch Göth, geht es laut Wolf aber soweit gut. Den Umständen entsprechend eben.

Es war eine Hiobsbotschaft, von der sich die Puck-Jäger am Freitag womöglich ein wenig aus dem Konzept bringen ließen. „Ich hätte nicht gedacht , dass es so spannend wird“, gesteht Wolf: „Viele Fans haben vor dem Spiel noch gesagt, dass sie 20 Tore sehen möchten.“

Doch dazu kam es nicht. Am Ende bedurfte es eines ziemlichen Kraftaktes gegen den Tabellen-Sechsten. Nach zwei gespielten Dritteln stand es noch torlos. 0:0. Erst im dritten und letzten Abschnitt sorgte Zweibrücken durch einen Doppelpack von Claudio Schreyer und einen Treffer von Dustin Bauscher für den standesgemäßen Sieg. „Wir haben ein bisschen defensiver als sonst gespielt“, begründet Wolf die Nullnummer nach 40 Minuten.

Ganz und gar erfreulich: Gegen Bietigheim lief Torwart Sebastian Harth das erste Mal für das Regionalliga-Team des EHCZ auf. Und hielt seinen Kasten sauber. Auch „Shoot-out“ genannt. Eine Rarität im Eishockey. Für Trainer Wolf war es nicht weniger als „sensationell“, diese Leistung des Torwarttalents.

Zwei Tage später stand dann aber wieder Stammtorwart Steven Toelke zwischen den Pfosten. Als die Hornets in der heimischen ICE-Arena die EKU Mannheim mit 6:2 schlugen. Besonders die ersten 30 Minuten waren mitunter furios (2:0, 4:1). Die Tore gegen den Siebten des Tableaus erzielten Stephen Brüstle, Erik Betzold (2), Dustin Bauscher, Joshua Mikes und Dan Radke.

„Es war unser Ansporn, in der Vorrunde jede Mannschaft zu besiegen. Das ist uns gelungen“, zeigte sich Wolf zufrieden und sprach von einem „kleinen Meilenstein“. Ein Meilenstein, der sich die Spieler verdient hätten: „Es ist das beste Team, das ich bislang trainieren durfte. Die Arbeit mit den Jungs macht mir unglaublich viel Spaß.“

Am Sonntag gastiert der EHCZ beim Tabellenzweiten CfR 1. Pforzheim. Die Badener haben erst ein Spiel verloren – und zwar gegen die unschlagbar scheinenden Puck-Jäger aus Zweibrücken. Natürlich. „Die wollen sicherlich Wiedergutmachung für die Niederlage“, vermutet Wolf.

Die Vorbereitung auf das Topspiel beginnt am Dienstag. Nach dem anstrengenden Wochenende verspricht Wolf eine „ruhige Einheit“.