1. Pfälzischer Merkur

Dritte Liga: 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg gegen 1860 München

Nach schwachem Start in die Saison : Folgt eine Reaktion?

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern empfängt am Samstag 1860 München. Nach einem verpatzten Saisonstart stehen die Roten Teufel bereits wieder auf einem Abstiegsplatz – und damit gehörig unter Druck.

Als Marco Antwerpen den Presseraum des Fritz-Walter-Stadions betrat, lachte er kurz. So, als hätte es diese 0:4-Demütigung vergangenes Wochenende bei Viktoria Berlin nicht gegeben. Eine Klatsche, die auch Antwerpen, dem Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern, nach dem Spiel sichtlich und hörbar auf die Stimmung gedrückt hatte.

Und so wirkte es geradezu beruhigend, als das Lachen schnell einem ernsten Gesichtsausdruck wich. Einer Mimik, die der Situation eben angemessen ist. „Wir waren mit der Leistung in Berlin natürlich nicht einverstanden und haben das der Mannschaft in dieser Woche auch deutlich zu verstehen gegeben“, verriet der 49-Jährige.

Nach dem peinlichen Auftritt in der Hauptstadt stehen die Roten Teufel im Heimspiel am Samstag gegen Aufstiegsfavorit 1860 München (Magenta, SWR, 14 Uhr) bereits gehörig unter Druck. Null Tore, fünf Gegentreffer, ein Punkt: das ist die Bilanz nach drei Spielen. Macht Platz 19. Freilich viel zu wenig für die Ansprüche des FCK. Die Punktausbeute bei den Münchner Löwen ist da deutlich besser – wenngleich sich die „Sechzger“ noch nicht so spielstark präsentieren wie in der vergangenen Saison: Fünf Punkte konnte die Mannschaft von Michael Köllner aber immerhin einheimsen. Vier mehr als der FCK.

Wie angespannt die Stimmung in der Pfalz aktuell ist, machten auch einige Fans beim Training unter der Woche sehr deutlich: „Der Vertrauensvorschuss ist aufgebraucht! Wer keine Lust hat, kann sich verpissen“, stand auf einem Spruchbanner. „Wir müssen in der Liga ankommen und uns auf Gegner einstellen, die Drittligafußball spielen. Das müssen wir auch machen“, analysierte Antwerpen und versprach: „Wir sind dabei, Lösungen zu präsentieren und haben das in dieser Woche auf den Weg gebracht.“ Zugleich räumte der 49-Jährige aber auch ein: „Ich muss feststellen, dass dieser Prozess nicht in dem Tempo vorangeht, in dem ich mir das selbst auch vorstelle. Wir brauchen wohl doch mehr Zeit, Strukturen aufzubrechen und dauerhaft ein anderes Gesicht an den Tag zu legen.“

Doch viel Zeit bleibt nun mal nicht, wollen die Roten Teufel gegen 1860 einen Sieg und damit einen Achtungserfolg einfahren. Das ist auch Antwerpen bewusst: „Dass wir das Gesicht der Mannschaft im Spiel gegen 1860 verändern müssen, ist auch klar“. Der Vermutung seines Trainerkollegen Michael Köllner, der FCK werde „wütend“ auftreten, widersprach er aber: „Es geht es nicht darum, wütend zu sein – sondern dauerhaft gute Leistungen zu bringen“, sagte der 49-Jährige.

Ein hehres Ziel, das er und die Mannschaft zunächst mit großen Personalproblemen angehen werden. So fehlen neben den schon länger verletzten Anas Bakhat, Lucas Röser, Marlon Ritter und Kevin Kraus am Samstag auch Felix Götze und Avdo Spahic. Darüber hinaus sind die Einsätze der angeschlagenen Kenny Prince Redondo, René Klingenburg und Hendrick Zuck fraglich.

Die Lage ist also auch hier prekär: „Wir sind aber optimistisch, dass wir wieder in die richtige Richtung gehen“, beteuert Antwerpen. Es soll bald wieder mehr gelacht werden am „Betze“.

Für die Partie sind im Fritz-Walter-Stadion 20 000 Zuschauer zugelassen. Rund 8000 Tickets sind FCK-Angaben zufolge bislang verkauft. Bis Samstag, 9 Uhr läuft noch der Online-Vorverkauf.