Fragen und Antworten Das bringt der digitale Corona-Impfnachweis

Update | Mainz · Ab kommenden Montag sollen Apotheken den elektronischen Nachweis anbieten. Die Hausärzte werden wohl erst später starten.

 Künfig kann man mit dem dem Handy nachweisen, dass man gegen Covid-19 geimpft ist.

Künfig kann man mit dem dem Handy nachweisen, dass man gegen Covid-19 geimpft ist.

Foto: dpa/Soeren Stache

dpa/red) Vollständige Covid-19-Impfungen und überstandene Infektionen lassen sich bald durch ein Zertifikat auf dem Smartphone nachweisen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist der digitale Impfnachweis?

Der Nachweis ist eine zusätzliche Möglichkeit, seinen Impfstatus zu dokumentieren. Geimpfte können damit – zusätzlich zum gelben Impfpass aus Papier – ihren Status sowie Impfdaten und Impfstoffe auf ihrem Smartphone speichern. Dabei handelt es sich um ein ausgedrucktes Dokument mit einem QR-Code oder Barcode. Über diesen wird das Zertifikat in geeignete Apps importiert. Neben der Corona-Impfung können dort auch Testergebnisse und der Nachweis einer überstandenen Corona-Infektion (die nicht länger als sechs Monate zurückliegen darf) abgespeichert werden. Andere Impfungen, wie etwa gegen Tetanus, können nicht unter dem digitalen Impfpass abgespeichert werden.

Welche Vorteile bietet mir das?

Grundsätzlich alle, die auch eine Impfbescheinigung oder ein Impfpass mit entsprechenden Einträgen liefert – zum Beispiel die Befreiung von eventuellen Testpflichten oder Quarantänevorgaben. Außerdem erspart der digitale Nachweis das Mitführen des gelben Heftchens.

Ist man eigentlich verpflichtet, ständig den Impfpass, ob digital oder in Papierform dabei zu haben?

 „Wer sich als vollständig geimpft oder genesen ausgibt, sollte dies auch dokumentieren und nachweisen können“, heißt es dazu aus dem Corona-Kommunikationsstab der Landesregierung. Und wer künftig eine Privatfeier in einem geschlossenen Raum mit bis zu 20 Gästen veranstalten will – was ja ab 18. Juni wieder erlaubt sein wird – der muss kontrollieren, dass die Gäste die drei G erfüllen: Geimpft, getestet oder genesen.


Und was ist, wenn man seinen Impfpass nicht dabei hat?

 Derzeit dürfen sich maximal fünf Leute aus höchstens fünf Haushalten treffen – Geimpfte zählen nicht mit. Wenn sich also mehr Menschen treffen und darunter auch Geimpfte sind und das Ordnungsamt kontrolliert, sollte man den Impfnachweis dabei haben. „Da, wo man einen Nachweis erbringen will oder muss, sollte man den Impfpass auch dabei haben“, sagt ein Sprecher der Trierer Stadtverwaltung. Aber niemand, der einfach nur in der Stadt unterwegs ist, sei verpflichtet, den Impfpass dabei zu haben. Sobald es die digitale Lösung gibt, dürfte sich das Problem für die Geimpften, Getesteten und Genesenen ohnehin erledigt haben. In der Regel haben die meisten Menschen ihr Smartphone fast immer bei sich.

Wer kann den Nachweis kriegen?

Momentan alle vollständig geimpften Personen. Das waren am 10. Juni nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 20 Millionen Menschen in Deutschland und damit circa 24 Prozent der Bevölkerung.


Was kostet mich das?

„Das ist vom Ministerium als kostenfreie Leistung aufgesetzt“, sagt ein Sprecher des Deutschen Apothekerverbands. Das gilt für die Geimpften. Ganz kostenlos ist das System aber nicht: Die Apotheken rechnen den Nachweis mit dem öffentlichen Gesundheitssystem ab.

Der rheinland-pfälzische Apothekerverband ruft dazu auf, nicht gleich am Montag die Apotheken zu stürmen, zumal viele Apotheken technisch noch gar nicht in der Lage seien, den benötigten QR-Code zu erstellen, sagt Peter Schreiber, kommissarischer Geschäftsführer des Verbandes.

Welche Apotheken bieten den Service an?

Unter www.mein-apothekenmanager.de könne man sich erkundigen, welche Apotheke in der Nähe den Service anbiete, sagt Schreiber. Der Impfkoordinator des Landes, Daniel Stich (SPD) dämpfte die Hoffnung, dass bereits in der kommenden Woche flächendeckend die Apotheken im Land in der Lage sein werden, den QR-Code auszugeben. Laut dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister Clemens Hoch fehlt es momentan noch an der technischen Voraussetzung die QR-Codes zu erstellen – das sei Aufgabe des Bundes.

 Wo gibt es den Nachweis?

Grundsätzlich soll die Ausstellung dort erfolgen, wo Menschen geimpft worden sind – also in einem Impfzentrum oder in einer Arztpraxis (siehe auch Seite 1). Sobald das Bundesgesundheitsministerium die technischen Voraussetzungen geschaffen habe, würden alle, die in den Impfzentren des Landes geimpft wurden oder noch geimpft werden, automatisch den QR-Code zugeschickt bekommen. Wer beim Hausarzt geimpft wurde, soll den QR-Code von diesem erhalten oder von einer Apotheke in der Nähe.

Welche Dokumente brauche ich für die Ausstellung?

Wer sich die Impfung erst nachträglich nachweisen lässt, braucht Impfbescheinigung oder Impfpass und den Personalausweis.

Welche Apps kann ich für den Nachweis nutzen?

Geimpfte haben die Wahl: Sowohl die Corona-Warn-App (CWA) als auch die App CovPass können in der jeweils aktuellen Version per Scan des QR- oder Barcodes auf dem Impfnachweis die Zertifikate speichern. Die Apps speichern den Nachweis lokal auf dem Telefon. Beide Apps laufen auf allen aktuellen Android- und iOS-Smartphones (Betriebssysteme ab iOS12 oder Android 6). Wer sie nicht installiert hat, erhält sie kostenlos im jeweiligen App Store.

Welche Daten werden in dem Nachweis gespeichert?

Das Impfzertifikat enthält laut BMG Informationen zu Impfstatus, Impfdatum, Impfstoff, den Namen und das Geburtsdatum. Die erhobenen Daten werden nur für die Erstellung des Zertifikats gespeichert und anschließend gelöscht. Nach dem Einlesen in die App sind sie nur dort gespeichert. Eine zentrale Speicherung ist nicht vorgesehen. 

Wird der digitale Nachweis Pflicht?

Nein. Der gelbe Impfausweis und die Bescheinigungen von Impfzentrum oder Impfarzt sind weiter gültig. Wer keinen digitalen Nachweis hat oder ihn nicht haben will, kann weiterhin das gelbe Heft nutzen.


Kann ich mit dem Ausweis wieder auf Reisen gehen?

Das EU-Parlament hat am Mittwoch grünes Licht für ein europaweit gültiges Impfzertifikat gegeben. Nach Angaben des BMG erfüllt der digitale Impfnachweis die Anforderungen der europäischen Lösung „von vornherein“. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Donnerstag, dass das Ziel sei, das Zertifikat europaweit auszulesen. Das liege aber in der Hand der einzelnen Länder.

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