1. Pfälzischer Merkur

Die WSF Zweibrücken nehmen langsam das Training wieder auf

Wassersportfreunde Zweibrücken : „Gewöhnungsbedürftig – aber ein Anfang“

Einige Schwimmer der Wassersportfreunde (WSF) Zweibrücken sind Anfang der Woche wieder ins Training eingestiegen. Zwar ist das Lehrbecken des Hofenfelsgymnasiums für die WSF-Talente eigentlich zu kurz – die sind aber trotzdem froh, dass für sie wieder ein Stück Normalität eingekehrt ist.

Montagabend im Lehrschwimmbecken des Hofenfelsgymnasiums in Zweibrücken: Endlich dürfen Michael Raje, Jannis Staiger und Max Strassel, Leistungskader-Schwimmer der Wassersportfreunde (WSF) Zweibrücken, wieder zum Training ins Becken steigen. Coach Thomas Schappe bleibt auf dem Trockenen – er gibt Tipps und Anweisungen vom Beckenrand. Kleiner Wermutstropfen: Die Länge des Beckens misst lediglich 16,67 Meter. „Nach der Tauchphase sind da noch drei Züge möglich, dann ist man schon am Ende angelangt“ sagt Schappe. „Hauptsache wieder ins Wasser“, freuen sich seine drei jungen Schwimmer trotzdem über den Tapetenwechsel.

Mehr als acht Wochen mussten die 55 aktiven Schwimmer des Vereins auf ihr Element verzichten. Wegen der Corona-Krise waren Schwimmbecken in Frei- und Hallenbädern geschlossen. Schon letzte Woche durften wenigstens die Landeskaderschwimmer der WSF an der Saarbrücker Sportschule wieder ins Nass springen. Leo Ilias Baumann, Lukas Fritzke, Nikita Sorel Haubrich, Timo Sorgius, Nick Werner und Moritz Bartels sind hier schon im Training.

Dass auch in Zweibrücken nun wieder trainiert werden kann, liegt daran, dass die WSF ein Hygienekonzept vorgelegt haben, „damit unsere Schwimmer wieder aktiv werden konnten“, erklärt Matthias Fritzke, der Vorsitzende der Wassersportfreunde. Das Konzept verlangt, auch im Wasser Abstand zu halten, obwohl das Corona-Virus sich im Chlorwasser laut Studien nicht verbreitet. Duschen müssen die Schwimmer zu Hause. Daneben gelten auch die gängigen Corona-Regeln wie regelmäßiges Händewaschen.

Die Stadt Zweibrücken habe rasch auf das Hygienekonzept der WSF reagiert. „Innerhalb eines Tages hat man das Becken im Hofenfelsgymnasium für uns freigegeben“, berichtet Fritzke. Wann die WSF- Schwimmer wieder in ihre übliche Trainingsstätte, das Badeparadies oder ins Freibad umsiedeln dürfen, sei noch offen. „Der Antrag ist gestellt, das Hygienekonzept vorgelegt. Nun ist der Betreiber der Bäder, das sind die Stadtwerke Zweibrücken, am Zug“, sagt Fritzke, der aber vor allem froh ist, dass es nach der langen Pause überhaupt vorangeht.

Das ist auch WSF-Trainer Thomas Schappe: „Klar ist es ungewohnt, in einem so kleinen Becken zu trainieren. Aber das ist besser als die wochenlangen Einheiten auf dem Trockenen“, weiß der Trainer, der seinen Schützlingen für die vorangegangenen Monate Trainingspläne ausgestellt hatte. Laufen, Radfahren, Athletik- und Krafttraining mit Zugseilen seien zwar sinnvoll – aber eben kein adäquater Ersatz für das Training im Becken, erklärt der Coach.

„Es ist schon mal ein Anfang – immerhin“, sagt der 15-jährige Max Strassel, im letzten Jahr Süddeutscher Vizejahrgangsmeister des Jahrgangs 2004. Wie er trainiert auch Michael Raje fünf Mal in der Woche im Wasser. Im letzten Jahr war er vierfacher Deutscher Jahrgangsmeister des Jahrgangs 2006. Zudem wurde der 16-jährige Anfang dieses Jahres Deutscher Mannschaftsmeister mit der C-Jugend der Startergemeinschaft SSG Saar Max Ritter.

Die Hoffnung, dass Schwimm-Wettkämpfe in diesem Jahr noch stattfinden dürfen, hat man bei den Wassersportfreunden noch nicht ganz aufgegeben. „In Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es in dieser Hinsicht aber noch keinen konkreten Plan. In anderen Bundesländern ist man schon weiter“, moniert Fritzke. Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, die im Mai stattfinden sollten, sind jedenfalls nicht abgesagt, sondern auf einen noch unbekannten Termin verschoben. Eine Absage wäre für die WSF-Talente auch ein harter Schlag. Letztes Jahr zogen die jungen Schwimmer in Berlin sechs Goldmedaillen – vier von Raje und zwei von Sorgius – aus dem Becken.

Endlich keine Trockenübungen mehr, sondern ab ins kühle Nass. Da war es auch zu verschmerzen, dass das Schwimmlehrbecken des Hofenfelsgymnasiums für die WSF-Athleten eigentlich ein wenig zu kurz ist. Foto: Markus Hagen

Für den Fall, dass der „Saisonhöhepunkt“, den die Jahrgangsmeisterschaften für die WSF-Schwimmer darstellen, stattfinden können, wollen die Zweibrücker jedenfalls auf den Punkt topfit sein. Auch wenn das heißt, vorerst weiter in einem Becken zu trainieren, in dem nach drei Schwimmzügen bereits das andere Ende erreicht ist.