1. Pfälzischer Merkur

Die Golferinnen vom EGW Westpfalz müssen sich gedulden

Golf : „Werden nächstes Jahr noch stärker sein“

Die Golferinnen vom EGW Westpfalz hatten sich auf ihre Premierensaison in der 2. Liga gefreut. Doch diese wurde nun abgesagt.

Die Vorfreude bei den Golferinnen vom Ersten Golfclub Westpfalz (EGW) Schwarzbachtal war riesengroß. In der letzten Saison aufgestiegen hätten die Spielerinnen von Mai bis August dieses Jahres in der zweiten Bundesliga Süd abschlagen sollen. Doch mit dem Coronavirus kam alles anders. Die Saison 2020 wurde nun komplett abgesagt.

Ein kleines Trostpflaster gibt es aber für die 13 Zweitliga-Golferinnen des Clubs. Ohne überhaupt einen einzigen Abschlag auf dem satten Grün ausgeführt zu haben, haben sie die Spielklasse gehalten. In allen Ligen des Deutschen Golfverbandes gibt es weder Meister noch Absteiger. In den verschiedenen Spielklassen gehen nächstes Jahr jene Teams an den Start, die auch 2020 für die Ligen eingeteilt worden waren.

„Klar ist es schade, dass wir jetzt nicht in der zweiten Liga antreten konnten. Wir waren gut vorbereitet. Aber die Absage müssen wir hinnehmen – das müssen die anderen Mannschaften ja auch“, sagt Kapitänin Andrea Persdorf. Fünf Spieltage hätten in der viergeteilten 2. Bundesliga Süd stattfinden sollen. Die Konkurrentinnen der EGW hießen Golfclub (GC) Neuhof, GC Kronhof, GC Marienburg und GC Rheinhessen. Dabei wären an jedem Spieltag stets alle Mannschaften angetreten. Jedes Team hätte dabei einmal Heimrecht gehabt.

Für die Zweitligasaison hatte sich der Aufsteiger aus der Westpfalz mit Lisa Steingrube und Marie Bartz, zwei Nationalspielerinnen aus Luxemburg, verstärkt. Zudem kamen Marie Martin vom GC Bostalsee und Anna Bonerz vom GC Katharinenhof. 13 Spielerinnen im Alter von 11 bis 49 Jahren gehören zum Zweitliga-Kader des Clubs.

„Wir waren richtig heiß auf die zweite Liga. Aber wir können an der Situation nichts ändern“ hadert auch Spieler Karin Roschy. Ihre Kollegin Persdorf sieht in der Absage der Runde aber zumindest einen kleinen Vorteil: „Wir werden nächstes Jahr noch stärker sein. Bis dahin ist das Team noch mehr zusammengewachsen“, verspricht sie.

Inzwischen können die Spielerinnen des Zweitligisten auf den 18 Bahnen der Vereinsanlage auf dem Hitscherhof zumindest wieder schlagkräftig im Training Gas geben. Nachdem der Platz wegen Corona zwischen Mitte März und Mai geschlossen war, ist der Trainingsbetrieb wieder angelaufen. Allerdings unter Einschränkungen: Im den Golfwagen darf nur noch alleine gefahren werden (Ausnahme: Familien), Golfbälle müssen regelmäßig desinfiziert werden. Dazu kommen die gängigen Regeln wie Abstandhalten. Die Maßnahmen umzusetzen sei „kein Problem“, sagt Klaus Veith, Vorstandsmitglied des Clubs. Dessen rund 800 Mitglieder seien froh, dass sie wieder die Bälle fliegen lassen und putten können. „Unsere Anlage gehört zu den schönsten in der Pfalz“, schwärmt Veith. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Aus dem gesamten Bundesgebiet reisen regelmäßig Gastspieler an, um auf dem Hitscherhof spielen zu können. „Es gibt passionierte Spielerinnen und Spieler, die gerne eine Woche in die Pfalz und ins Saarland kommen und dann täglich auf einer anderen Anlage spielen“, erklärt Veith, der sogar schon Gäste aus Schweden und den Niederlanden begrüßen durfte.

Als Magnet wirken die herrlich in die Natur integrierten Bahnen. Stetig investiert der Club in das Landschaftsbild. So wurden unter anderem drei Seen angelegt, die es zu umspielen oder überspielen gilt. sogar ein kleiner Wasserfall ist vorhanden. „Das ist außergewöhnlich, was der Club hier gebaut hat“, schwärmt ein Spieler aus Luxemburg.

  Der Nachwuchs des EGW ist auf der schönen Anlage auf dem Hitscherhof fleißig am Üben. So auch die Enkelkinder von Vorstandsmitglied Klaus Veith (rechts).
Der Nachwuchs des EGW ist auf der schönen Anlage auf dem Hitscherhof fleißig am Üben. So auch die Enkelkinder von Vorstandsmitglied Klaus Veith (rechts). Foto: Markus Hagen

Stolz ist der Erste Golfclub Westpfalz Schwarzbachtal aber auch auf seine zahlreichen erfolgreichen Spielerinnen und Spieler. Die erste Damenmannschaft ist als überregional erfolgreiches Team das Aushängeschild. Darüber hinaus gehen beim EGW aber auch zwei aktive Herrenteams, drei Altersklassenmannschaften der Männer, zwei Altersklassenteams der Frauen und je eine Juniorinnen- und Juniorenmannschaft an den Start. Zwar ruht derzeit der Ligenbetrieb – doch Veith hofft, dass zumindest Einzelturniere demnächst wieder stattfinden dürfen. „Vom 10. bis 13. August wollen wir auf unserer Anlage zu einem große internationalen Nachwuchsturnier einladen“, sagt das Vorstandsmitglied. Bis zu 200 Spielerinnen und Spieler aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und Luxemburg würden dann erwartet. Vor allem für die Nachwuchsspieler des Clubs sei solch ein internationales Turnier samt Heimvorteil eine „herausragende Erfahrung.“