Angebot für alle Familien Gemeinsam Spielen und Lernen

Zweibrücken · Das interkulturelle Eltern-Kind-Café lädt Eltern und Kinder mit und ohne Migrationshintergrund zum Kennenlernen ein.

 Interkulturelles Eltern-Kind-Café in Zweibrücken. Vorne in der Mitte Pervin Taze mit ihrem Sohn.

Interkulturelles Eltern-Kind-Café in Zweibrücken. Vorne in der Mitte Pervin Taze mit ihrem Sohn.

Foto: Sabine Best

Seit etwa drei Monaten gibt es das interkulturelle Eltern-Kind-Café in Zweibrücken als wöchentlichen Treffpunkt für Familien aus allen Ländern. Dabei sei das offene kostenlose Angebot vor allem für Eltern mit Kindern unter drei Jahren gedacht, berichtet Pervin Taze, Leiterin und Hauptinitiatorin des Cafés.

Die Idee dazu ist im Beirat für Migration und Integration Zweibrücken, dem Taze zehn Jahre lang angehörte davon drei Jahre als Vorsitzende, entstanden; umgesetzt wurde sie dann in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und dem Sozialamt in den Räumlichkeiten der alten GS-Nord in der Hofenfelsstraße 53, in der unter anderem auch die Jugendbücherei und das Elterncafé (für Schwangere und Eltern mit Säuglingen) untergebracht ist. „Wir haben festgestellt, dass hier ein Angebot fehlte – die unter Dreijährigen, die noch keinen Kindergarten besuchen, haben hier die Möglichkeit, neue Freunde beim gemeinsamen Spielen zu finden“, so Pervin Taze selbst Mutter eines Sohnes von neun Monaten, der natürlich jeden Mittwoch von neun bis elf Uhr mit in die Spielstunde kommt.Auch die Mütter – meist sind es zwischen sechs und zehn- aus unterschiedlichsten Herkunftsländern wie Syrien, Afghanistan, Kurdistan aber auch der Ukraine, schätzen das neue Angebot sehr: Hier können sie in lockerer Atmosphäre Kontakte mit Gleichgesinnten knüpfen, sich austauschen, Familienrelevante Anregungen und Informationen bekommen, Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen erhalten, mit den Kindern zusammen spielen und vor allem ihre Deutschkenntnisse in Schrift und Sprache erweitern. Dafür bietet Pervin Taze zum einen entsprechendes Lernmaterial für die Erwachsenen an und zusammen mit den Kindern stehen Gesellschaftsspiele, gemeinsames Tanzen, Fingerspiele und Singen auf dem Programm – „natürlich alles in deutscher Sprache“, wie die Leiterin betont. Geplant ist, auch weitere Einrichtungen und Vereine aus Zweibrücken vorzustellen und Ausflüge, beispielsweise zu Spielplätzen oder in den Rosengarten, um die attraktiven Angebote der Stadt für gemeinsame Unternehmungen mit der Familie kennenzulernen.

„Uns als Müttern ist der Austausch sehr wichtig, ich habe schon viel von den Themen wie Gesundheit, Kindergarten und das Leben in Deutschland im Allgemeinen profitieren können“, sagt die aus Syrien stammende Palästinenserin Hanan Ahmed., die das Eltern-Kind Café mit ihren beiden zwei- und vierjährigen Kindern regelmäßig besucht. Als interkulturelle Fachkraft in einem Kindergarten, weiß sie um die besonderen Bedürfnisse der Frauen und ihrer Kinder: „In den Familien wird oft kaum Deutsch gesprochen, oft gibt es keine Verwandte oder andere Bezugspersonen, wie eigene Mütter oder auch Omas, die man um Rat fragen könnte“.

Die Kinder einer anderen Frau, die seit drei Jahren in Deutschland lebt, sind zwar schon größer, trotzdem kommt sie gerne mit ihrer Freundin in die Spielstunden. „Ich versuche, möglichst viele neue Kontakte aufzubauen, um mein Deutsch zu verbessern“, sagt die Syrerin, die schon mehrere Deutschkurse absolviert hat, um möglichst bald fit für den beruflichen Wiedereinstieg zu sein. Durch Corona, seien die Kontaktmöglichkeiten sehr eingeschränkt gewesen, aber das werde sich ja jetzt hoffentlich ändern.

Dass auch deutsche Mütter und Väter überhaupt zum Café kommen, wünscht sich Pervin Taze, „Das würde die Gruppe sicher noch zusätzlich bereichern“.

Der Beirat für Migration und Integration der Stadt Zweibrücken (Vorsitzender ist Mohamad Kamiran) kümmert sich um die Anliegen der etwa 3100 in Zweibrücken lebenden Menschen mit Migrationshintergrund. Er unterstützt sie unter anderem bei Behördengängen, fördert die Verständigung mit den deutschen Bürgerinnen und Bürgern des Stadt und hilft auf vielfältige Weise bei der Integration.

Das Zweibrücker Eltern-Kind-Café findet jeden Mittwochvormittag von neun bis elf Uhr in der ehemaligen Hauptschule Nord in Zweibrücken, Hofenfelsstraße 53, erstes Obergeschoss, Raum 202 statt und kann kostenfrei und ohne Anmeldung besucht werden. Ansprechpartnerin ist Pervin Taze, Tel.: (01 79) 9 26 92 13.