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Corona: DRK- und ASB-Teststationen in Zweibrücken

Corona-Teststationen in Zweibrücken : Test-Nachfrage gestiegen, gesunken – und jetzt?

In Zweibrücken ist an den Coronatest-Stationen des Deutschen Rotes Kreuzes (DRK) und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) zuletzt nicht mehr allzu viel los gewesen. Doch das könnte sich bald ändern.

In den vergangenen Monaten standen die Menschen Schlange für das Testen. Sie ordneten sich in Reih und Glied an – ohne sich zu nahe zu kommen. Natürlich. Sie harrten aus, mal mehr, mal weniger geduldig. Mal wenige Minuten lang, mal eine gefühlte Ewigkeit. Und sie hofften nach dieser Geduldsprobe auf ein gutes Ergebnis, das in Zeiten der Corona-Pandemie aber nicht positiv sein sollte, sondern negativ. Immer wieder ließen sie sich testen. Vor einem Abstecher in die Gaststätte etwa. Oder vor einem Besuch im Altenheim, im Museum, im Theater. Testen, testen, testen, so lautete lange Zeit die medizinische wie politische Losung im Kampf gegen das Corona-Virus.

Nicht anders war es in Zweibrücken. „In der Hochzeit, etwa im Mai, waren es hier ungefähr 4000 bis 4500 Tests pro Wochen“, erinnert sich Hans Prager, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Südwestpfalz. „Es war zeitweise extrem viel.“ Drei Teststellen hatte das DRK zu dieser Zeit aufgebaut. Am Herzogplatz. In der Kasernenstraße. Und auf dem Schlossplatz, im ehemaligen Gewobau-Gebäude.

Mittlerweile ist laut Prager nur noch die Station in der Kasernenstraße in Betrieb. „Das liegt ganz einfach daran, dass die Anzahl an Tests in den letzten Monaten deutlich gesunken ist.“ Zwischenzeitlich habe sie sogar unter 800 pro Woche gelegen. Ein deutlicher Rückgang also. Um etwa 80 Prozent. „Das liegt natürlich an den Impfungen. Denn Menschen, die vollständig geimpft sind, brauchen sich eben nicht mehr testen zu lassen“, erklärt Prager. Neben der Impfkampagne verweist der Zweibrücker außerdem auf die lange Zeit niedrige Inzidenz in der Rosenstadt. „Bei niedrigem Wert sind auch die Ungeimpften nicht so eingeschränkt, können auch ohne Tests in die Gastronomie“, sagt Prager.

Doch die Inzidenz ging in den vergangenen Wochen ziemlich zuverlässig in die Höhe. Am Dienstag lag sie in Zweibrücken laut Landesuntersuchungsamt bei 102,3. Damit rangierte sie deutlich über dem Schwellenwert, den die neue Corona-Bekämpfungsverordnung in Rheinland-Pfalz seit Montag, 23. August, vorschreibt. So müssen sich Ungeimpfte ab einer Inzidenz von 35 bei so mancher Freizeitaktivität testen lassen. Etwa bei einem „Gastronomiebesuch im Innenbereich“.

Und das hat Auswirkungen. So beobachtet Prager, der DRK-Chef, wie die Anzahl an Schnelltester in der Kasernenstraße wieder steigt. Peu à peu. „Wir testen im Moment in Zweibrücken in der Woche circa 1500 Menschen“, sagt Prager. Der Wert hat sich damit im Vergleich zu den Juliwochen verdoppelt. 

Geradezu beruhigend ist es da, „dass wir die anderen Teststationen nur im Stand-by-Modus haben“, wie Prager verrät: „Sie stehen sozusagen Gewehr bei Fuß, sodass wir alles wieder sehr schnell hochfahren können, sollte wieder eine Welle losrollen.“

Aktuell sei das aber noch nicht erforderlich, stellt der DRK-Chef klar. Im ersten Schritt „würden wir sowieso erst einmal die Testzeiten in der Kasernenstraße ausweiten“, informiert Prager. Das Center hat unter der Woche aktuell von 7 bis 11 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Samstags von 8 bis 12 Uhr.

Beim Arbeiter Samariter Bund (ASB) ist die Situation noch ein wenig entspannter als beim DRK. Das resümiert der Stellvertretende Rettungsdienstleiter Jonas Wilhelm. So lassen sich laut ihm „in der Woche momentan zwischen 600 und 700 Menschen auf Corona testen“. Zwar sei die Zahl beim ASB auch schon niedriger gewesen – doch von einem Ansturm könne trotz des leichten Anstiegs keine Rede sein. „Von einer Auslastung merken wir noch nichts“, stellt Wilhelm fest.

Momentan herrscht also eher die sprichwörtliche Ruhe vor einem möglichen Sturm. „Ein wenig Betrieb gibt es eigentlich nur am Wochenende, wenn Familien mit ihren Kindern kommen. Zum Beispiel, weil sie in den Freizeitpark wollen“, sagt der Zweibrücker Samariter.

Aktuell hat die ASB-Teststation in der Friedrich-Ebert-Straße unter der Woche von 7 bis bis 10 und von 17 bis 19 Uhr geöffnet. Am Samstag und Sonntag jeweils von 8 bis 12 Uhr. „Sollten die Nachfrage steigen, würden wir aber die Möglichkeiten, sich bei uns testen zu lassen, wieder ganztägig anbieten“, klärt Wilhelm auf.

Gerade die Ungeimpften müssen sich in naher Zukunft womöglich wieder auf mehr Tests einstellen – und damit auf das Schlange stehen.