1. Pfälzischer Merkur

CDU-Kreisverband Zweibrücken tagt im Landgestüt

CDU Kreisparteitag tagt in Reithalle im Landgestüt : Appell an Bürger: „Igeln Sie sich nicht ein!“

Am 21. Juli soll Christoph Gensch wieder als Wahlkreis-Landtagskandidat der CDU nominiert werden. Beim Zweibrücker CDU-Parteitag am Freitagabend ging Gensch aber vor allem auf das Thema Corona ein. Er warnte vor zu viel Angst, die lähmen und auch die Wirtschaft herunterziehen könne.

Am Dienstag, 21. Juli will sich der Zweibrücker Landtagsabgeordnete Christoph Gensch in Waldfischbach bei einem Parteitag der CDU zum Wahlkreis-Kandidaten für die Landtagswahlen im nächsten Jahr küren lassen. Das kündigte Gensch, der den Wahlkreis 47 bei der letzten Wahl der SPD entrissen hatte, am Freitagabend bei einem Kreisparteitag der CDU Zweibrücken an. Ersatzkandidat solle Tobias Dressler (Wallhalben) werden, „ein hervorragender Mann“.

Der Parteitags-Ort war ein beredtes Zeugnis, wie ungewöhnlich die Umstände derzeit in Zweibrücken wie auch in ganz Deutschland sind: Die Christdemokraten saßen einträchtig an einem Ort beisammen, an dem sonst Pferde ihre Runden ziehen – nämlich in der Reithalle des Landgestüts. Der Zweibrücker CDU-Vorsitzende Christian Gauf erläuterte hierzu, nach wie vor müssten in dieser schwierigen Zeit Abstandsregeln eingehalten werden; die große Reithalle biete ideale Voraussetzungen hierfür.

Christoph Gensch wird seine Bewerbungsrede wird beim Nominierungs-Parteitag am 21. Juli halten. Am Freitagabend wollte der Zweibrücker Mediziner und CDU-Ratsfraktionschef daher noch kein Pulver verschießen. Dr. Gensch wandte sich daher in seiner Rede eher allgemein an die Kreisverbands-Mitglieder; neben Bürgermeister Gauf waren unter anderem dessen Vorgänger im Amt, Rolf Franzen, die Beigeordnete Christina Rauch und der frühere Landtagsabgeordnete Jürgen Kroh anwesend.

Auch Gensch ging auf den ungewöhnlichen Treffpunkt ein und nutzte dies, um – auch aus seiner Sicht als Mediziner – auf das Thema einzugehen, das nach wie vor wohl jeden beschäftigt: die Corona-Krise. „Die Welt wird nach Corona nicht mehr die sein, die sie vor Corona war“, zeigte sich der Landtagsabgeordnete überzeugt. Gensch sagte, die Zeit von Mitte März bis jetzt, in der das Leben in Deutschland quasi eingefroren wurde (und erst langsam wieder auftaut), der sogenannte „Lockdown“ also sei eine Zeit, von der man später noch seinen Enkeln und Urenkeln erzählen werde.

Gensch mahnte, das Virus weiter ernst zu nehmen, warnte zugleich aber vor zu großer Sorge, die lähmen könne. Wer seine Hände regelmäßig wasche und desinfiziere, wer in der Öffentlichkeit eine Schutzmaske trage und „sich nicht dauernd mit den Fingern im Gesicht herumkribbelt“, der sei gut gewappnet.

Der Landtagsabgeordnete stellte fest, dass die zahlreichen Lockerungen, die mittlerweile von der Landespolitik vollzogen worden, etwa die Erlaubnis für die Gastronomie, wieder zu öffnen, von den Bürgern nur sehr zögerlich wahrgenommen werde. „Nutzen Sie diese Möglichkeiten“, rief er nicht nur die anwesenden Parteifreunde sondern indirekt alle Bürger auf. Ansonsten drohe die Gefahr, dass in den nächsten Monaten dieses Angebot immer mehr zurückgehen werde – aufgrund von Insolvenzen. „Igeln Sie sich nicht ein“, ermunterte er alle. Man müsse Respekt vor dem Virus haben, blanke Angst hingegen sei das falsche Rezept.

Gensch wiederholte seine Kritik daran, dass nach den Sommerferien in den Schulen wieder ein Regelbetrieb aufgenommen werden soll, das sei riskant, denn etliche Schüler würden verreisen. Und das sei der Gefahrenpunkt für die Rosenstadt. In Zweibrücken habe es bislang nur sehr wenige Infektionen gegeben. Sei der Virus nachgewiesen worden, habe der Grund allermeist darin gelegen, „dass das Virus nach Zweibrücken importiert wurde“. Gensch nannte Fälle, in denen Bürger in Ischgl Urlaub gemacht und sich so angesteckt hätten, in einem Fall haben sich ein Zweibrücker in der Schweiz angesteckt, andere Fälle etwa beruhten auf Kontaktpersonen aus Bremen.

Gensch fürchtet, dass nach den Sommerferien solche urlaubsbedingten „Importe“ die Fallzahlen in Zweibrücken ansteigen lassen könnten. Er sei deshalb vor allem für „umfangreiche Tests“ bei den Schülern, so könne eine mögliche Gefahr frühzeitig erkannt werden (wir berichteten ausführlich).

Jürgen Kroh fragte aus dem Plenum heraus, warum Gensch sich in Sachen Schülern besorgt zeige, aber das Thema Kita nicht erwähne. Ob das einen Grund habe.Gensch bestätigte, dass er bewusst das Thema Kita nicht erwähnt habe. Es gebe zwar noch keine hundertprozentigen Erkenntnisse in der Wissenschaft, aber viele Hinweise darauf, dass kleine Kinder wohl nur in sehr geringem Maße mit dem Virus angesteckt werden und dieses weitertragen können. Zwar wolle das die Wissenschaft noch nicht so deutlich artikulieren, weil die letzten Beweise hierfür fehlten, aber es spreche sehr vieles dafür.

Der CDU-Kreisverband gedachte bei seinem Treffen auch des verstorbenen Parteifreundes Andreas Hüther. Gauf würdigte dessen Einsatz für die Partei, als Stadtrat und als Oberauerbacher Ortsvorsteher.