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Berliner Notizen
Plattdeutsch zur Verschlüsselung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Alexander Dobrindt geht in seiner neuen Rolle als CSU-Landesgruppenchef völlig auf. Beim traditionellen weißblauen Stammtisch mit Journalisten wird auch wieder Weißbier ausgeschenkt. G’suffa. Allerdings alkoholfrei, versteht sich. Auch seine flotten Sprüche kann Dobrindt dort platzieren. Am Dienstag wurde er gefragt, wie lange eine Minderheitsregierung regieren könne. Dobrindts Antwort: „So lange, dass der Titel des Bundesministers gerade für den Grabstein reicht und für sonst nichts.“ Von Hagen Strauss


Deutsche Sprache, schwere Sprache. Auf das Ansinnen der AfD, Deutsch im Grundgesetz zu verankern, reagierte der SPD-Abgeordnete Johann Saathoff im Bundestag auf Plattdeutsch. Das sorgte für viel Heiterkeit im Parlament. Saathoff kommt aus Emden, er weiß also, wovon er wie spricht. Deutsch ist eben vielfältig. Seine Rede beendete er wie folgt: „Ich möchte mich abschließend ganz herzlich entschuldigen beim stenografischen Dienst.“ Auf das Protokoll darf man in der Tat gespannt sein.



Der Hacker-Angriff auf die Regierung beschäftigte auch das Parlament. Genaues wussten aber nur die Wenigsten. Jedenfalls liegt uns jetzt ein „exklusiver“ Beweis vor, warum die Netze der Regierung und des Bundestages so angreifbar sind – es wird mit völlig veralteter Technik gearbeitet. In einem Parlamentsgebäude hing nämlich am Mittwoch folgendes Schild: „Hinweis. Ein Diskettenschredder befindet sich in Raum 5837.“ Da freut sich der Russe. Oder wer sich sonst so durchs Netz hackt.

Typisch Steffen Seibert. Wenn er nicht will, will der Regierungssprecher nicht. Mal so, mal so. Auf die Frage, wie sich denn die Kanzlerin auf den Ausgang des SPD-Mitgliedervotums vorbereite, antwortete Seibert am Mittwoch, das sei keine Frage, „die das Regierungshandeln betrifft“. Eine gewagte Aussage. Schließlich ist auch die Kanzlerin vom Groko-Votum der SPD betroffen. Und wie. Nochmal nachgefragt ließ sich Seibert dann doch noch zu einer Antwort herab: „Indem sie arbeitet. Wie immer.“ Es hat gereicht.