| 20:18 Uhr

Petite Messe Solennelle

oper ausser haus. Als erste Premiere außer Haus ist das Saarländische Staatstheater mit einem Werk in der Christkönig-Kirche zu Gast, das der liturgischen Literatur entnommen ist. Nach jahrzehntelanger Abstinenz schuf der 70jährige Rossini eine Reihe kleinerer Werke, die er die "Sünden des Alters" nannte. Als letzte Todsünde sollte die "Petite Messe solennelle" folgen

Als erste Premiere außer Haus ist das Saarländische Staatstheater mit einem Werk in der Christkönig-Kirche zu Gast, das der liturgischen Literatur entnommen ist. Nach jahrzehntelanger Abstinenz schuf der 70jährige Rossini eine Reihe kleinerer Werke, die er die "Sünden des Alters" nannte. Als letzte Todsünde sollte die "Petite Messe solennelle" folgen. "Das ist keine Musik für euch Deutsche, meine Musik ist immer semi seria", schrieb Rossini über die Komposition und kam so Vorwürfen zuvor, die das sakrale Werk als zu weltlich, spielerisch und opernhaft abzutun geneigt waren. Und wirklich, Rossinis musikalisches Testament tönt volksnah, ist voll opernhaftem Belcanto und transportiert eine natürlich-sinnliche Frömmigkeit.


Gaetano Franzese, Tänzer, bildender Künstler und Abendspielleiter in der Oper hat sich mit der "Messe" eines seiner Lieblingswerke vorgenommen. Schon Jahre dachte er daran, es in Szene zu setzen. Er hörte die CD und las das Booklet, in dem Rossinis Widmung ihn besonders faszinierte, die da lautet: "Lieber Gott - voilà, nun ist diese kleine Messe beendet. Ist es wirklich heilige Musik, die ich geschrieben habe oder ist es vermaledeite Musik? Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt du wohl! Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies." Gaetano Franzese reizt die Bescheidenheit, die hinter diesen Worten steckt, die direkte Beziehung, die Rossini zu seinem Gott einnimmt und die er auch in dessen Musik fühlt. Es ist die Schönheit, das Pure, aber auch die "Bewegung" der Musik, die Franzese, der ja aus dem Tanz kommt, gemeinsam mit dem Choreografen Francesco Nappa bebildern möchte. "So wie die Musik sich bewegt, die Noten, die Partitur, so möchte ich, dass die Zuschauer die Musik sehen können. Also: Nicht Augen zu und Musik hören, sondern Augen auf und Musik sehen", das wäre sein Ziel. BHE

Premiere: 15. März, 19.30 Uhr, Christkönig-Kirche, Saarbrücken