Peter will im Juni zum Energiegipfel laden

Saarbrücken. Die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Grüne, Foto: dpa) will ihre Vorstellung über die zukünftige Energiepolitik noch im Juni mit den Energieunternehmen, Kommunen und sonstigen Beteiligten auf einem Energiegipfel diskutieren

Saarbrücken. Die saarländische Umweltministerin Simone Peter (Grüne, Foto: dpa) will ihre Vorstellung über die zukünftige Energiepolitik noch im Juni mit den Energieunternehmen, Kommunen und sonstigen Beteiligten auf einem Energiegipfel diskutieren. Bis dahin sollen auch die Schlussfolgerungen aus dem Fahrplan der Bundesregierung zum Atomausstieg eingearbeitet werden, der ebenfalls im Juni feststehe.Der Opposition geht das nicht schnell genug. Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion wirft der Landesregierung Untätigkeit vor. "Während draußen die Geschäfte gemacht werden müssten, liegt die Landesregierung im Tiefschlaf. Vom Masterplan Energie ist seit Wochen nichts mehr zu hören und die saarländischen Kraftwerke kämpfen um die künftige Energieversorgung für unser Land, erhalten aber keine Unterstützung von Landesseite."

Dem Vorwurf der Untätigkeit widerspricht Peter massiv. Gerade angesichts des nun wieder aktuell gewordenen Atomausstiegs seien viele Themen - sei es der Netzausbau oder die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes - intensiv in der Diskussion, auf Landes- wie auf Bundesebene. Auch der Masterplan, den Peter im Februar vorgestellt hat, sei davon betroffen. "Dabei wird es nicht so sein, das wir Themen zurücknehmen, der Plan wird sich noch verschärfen", sagt Peter. Dass das Kraftwerk in Ensdorf zurzeit nicht am Netz sei, auch darüber gebe es Diskussionen, "letztlich ist es aber eine Entscheidung des Betreibers, die sich an den Strompreisen orientiert und auf die die Regierung keinen Einfluss hat".

Insgesamt ist Peter optimistisch für die saarländischen Kraftwerksstandorte. Sie seien ideal für Erneuerungsinvestitionen geeignet, über die höhere Wirkungsgrade und eine umweltgerechte Versorgung zu erreichen seien. Peter betont, dass die fossilen Energieträger trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien weiterhin eine Rolle spielen - sie setzt hier aber vordringlich auf den Einsatz von Gas sowie auf Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Ziel müsse es bleiben, den Ausbau der erneuerbaren Energien rasch voranzutreiben und gleichzeitig die zuverlässige Versorgung energieintensiver Betriebe zu gewährleisten.

Weitere Themen, die beim Energiegipfel zur Sprache kommen sollen, sind die Einführung intelligenter Systeme zur Stromsteuerung, die es finanziell attraktiv machen, Strom vor allem in Spitzenzeiten zu verbrauchen und so die Stromnetze zu entlasten. Auch will die Landesregierung Hausbesitzer animieren, wärmedämmende Maßnahmen in Angriff zu nehmen.

Ein Großprojekt ist auch die Einrichtung einer Klimaschutzagentur im zweiten Halbjahr 2011, die die wesentlichen Akteure der Energieberatung - die Arge Solar, das Umweltzentrum der Handwerkskammer, private Berater, die Verbraucherzentrale sowie Experten aus der Industrie- und Handelskammer (IHK) enger vernetzen soll. Auch will Peter den Saar-Kommunen neue Konzepte der regionalen Energieversorgung näher bringen. Über Beteiligungsmodelle können nicht nur Bürger ins Boot geholt, sondern auch der Haushalt aufgebessert werden. Im Saarland sollen rund 170 neue Windräder entstehen.

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