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"Wie ein kleines Erdbeben"

Die Reste des Wracks des abgestürzten Hubschraubers liegen im Zentrum Londons neben einem ausgebrannten Auto. Foto: epa
Die Reste des Wracks des abgestürzten Hubschraubers liegen im Zentrum Londons neben einem ausgebrannten Auto. Foto: epa
London. Ein Knall, so laut wie eine Bombe, dann eine riesige schwarze Rauchwolke: Ein Hubschrauberabsturz im Londoner Zentrum hat gestern die Stadt in Schock versetzt. Zwei Menschen kamen bei dem Unglück mitten im Berufsverkehr am Morgen ums Leben, darunter der Pilot, wie die Polizei bestätigte. Am Boden starb ein Passant. 13 Menschen wurden verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich Von Michael Donhauser und Britta Gürke (dpa)

London. Ein Knall, so laut wie eine Bombe, dann eine riesige schwarze Rauchwolke: Ein Hubschrauberabsturz im Londoner Zentrum hat gestern die Stadt in Schock versetzt. Zwei Menschen kamen bei dem Unglück mitten im Berufsverkehr am Morgen ums Leben, darunter der Pilot, wie die Polizei bestätigte. Am Boden starb ein Passant. 13 Menschen wurden verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Ein Autofahrer konnte aus seinem brennenden Wagen gerettet werden.



"Es ist ein Wunder, dass dies nicht viel, viel schlimmer ausgegangen ist", sagte Neil Basu von der Londoner Polizei Scotland Yard. Der Helikopter war gegen einen Kran geknallt, der nahe dem belebten Bahnhof Vauxhall am Südufer der Themse auf einem Hochhaus stand. Nach dem Aufprall auf dem Boden war ein Feuer ausgebrochen. Von den 13 Verletzten wurden sechs in umliegende Krankenhäuser gebracht.

"Als ich die Explosion hörte - es war wie ein kleines Erdbeben", sagte eine Anwohnerin dem Sender "Sky News". Im Internet wurden zahlreiche persönliche Geschichten verbreitet, in denen Menschen erzählten, sie seien dem Unglück nur knapp entkommen.

Nach Angaben des Betreibers hatte der Hubschrauberpilot wegen schlechter Sicht und diesigen Wetters um eine Umleitung gebeten. Seine Route entsprach dem Flugplan. Als er versuchte, sie zu ändern, rammte der Helikopter den Kran, stürzte ab und explodierte. Der Pilot hat bei zahlreichen Filmproduktionen mitgemacht. So flog er unter anderem für Szenen in Filmen wie "Der Soldat James Ryan", "Lara Croft: Tomb Raider" und "James Bond". Er arbeitete seit 18 Jahren als Hubschrauber- und Rettungspilot.

Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund gab es nicht. In der Nähe des Unglücksortes befindet sich die Zentrale des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6.



Teile des Krans hingen gestern auf dem Hochhaus und mussten von den Rettungskräften abgesichert werden. Der Bahnhof und die Straßen in der Umgebung wurden gesperrt, teilweise wurden Häuser evakuiert. Die Feuerwehr war mit sechs Rettungswagen vor Ort, fast 90 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Der britische Premierminister David Cameron sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Das Hochhaus, auf dem der Kran stand, soll in diesem Jahr fertiggestellt werden soll.