| 18:45 Uhr

Vorschau auf den „Tatort“
Kloß im Hals

Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln in einer Kloßfabrik.
Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln in einer Kloßfabrik. FOTO: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebau / MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
Die Weimarer Kommissare lassen in „Die robuste Roswita“ leider keinen Gag liegen. Von Barbara Grofe

Um das direkt klarzustellen: Ich mag Christian Ulmen, und ich mag Nora Tschirner. Sehr. Aufrichtig. Beide. Weil das so ist, ist der „Tatort“ aus Weimar, wenn die beiden als Paar – als vornamenloser Lessing und Kira Dorn – ermitteln, Pflicht. Es gibt ja auch Sonntagabende, an denen man bewusst auf den „Tatort“ verzichtet, weil einem die Kommissare nicht schmecken (es gibt sogar mehrere davon). Bei Dorn und Lessing ist das nicht so. Vermutlich klingen diese Zeilen schon schwer nach einem „Aber“, und das kommt jetzt auch, ganz vorsichtig: Die Dauerironie, die den Ton im Weimarer „Tatort“ prägt, ist etwas anstrengend, ein wenig ermüdend. Und man würde sich wünschen, dass die beiden auch mal einen Gag liegen lassen können, nicht jeden Spruch machen müssen, dass sie einfach mal ganz normal miteinander sprechen.


In „Die robuste Roswita“, dem siebten Fall aus Weimar, aber ist das natürlich nicht so. Tschirner und Ulmen bleiben bei ihrem Markenzeichen, und Dorn und Lessing ermitteln in der Mordsache Christoph Hassenzahl, Geschäftsführer einer Kloßmanufaktur. Kurz nachdem die Kommissare die Ermittlungen aufgenommen haben, taucht Hassenzahls totgeglaubte Ehefrau Ros­wita wieder auf. Sie hat, so sagt sie, vor sieben Jahren bei einem Unfall das Gedächtnis verloren und arbeitet seither als Klofrau in einer Autobahnraststätte.

Dorn und Lessing haben Zweifel an der Geschichte, dass Roswita ihr Gedächtnis ausgerechnet an dem Tag wiedererlangt haben will, an dem ihr Mann kleingebröselt gefunden wird – und verdächtigen die Dame. Die Verdächtigen Nummer zwei und drei: Roswitas neuer Lebensgefährte Roland Schnecke (Klo-Mann und Besitzer eines ziemlich teuren Autos) und Kartoffelbauer Thomas Halupczok, dessen Existenz durch Hassenzahl vernichtet wurde. Funfact: Halupczoks Geliebte leitet eine Supermarktkette, die die „Hassenzahler Kloßspezialitäten“ früher exklusiv vertrieb und die Firma durch die Kündigung dann nahe an den wirtschaftlichen Ruin getrieben hat.



Schön: dass der sehr übersichtlich kluge Polizist Lupo erst in dieser Folge begreift, dass es höhere Besoldungsstufen gibt als die, in der er sich befindet. Schön auch: Roswitas Erfindung, der „Soß-Kloß“, der gar nicht so wahnsinnig weit weg ist von der Realität. Gedreht wurde in der Thüringer Kloß-Welt Heichelheimer, auch dort gehört Ros­witas „Weltidee“ noch nicht zum Sortiment. Aber, so sagte Chef Fritjof Hahn jüngst in einem Interview, die Idee werde intensiv geprüft.

„Tatort“, Das Erste, So., 20.15 Uhr