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Verheerender Sturz in die Tiefe

Rom. Ein voll besetzter Bus stürzt in der Nacht zum Montag von einer Autobahnbrücke in die Tiefe und wird komplett zerstört. Es ist einer der bislang schwersten Busunglücke in Italien – das Land ist schockiert. Von dpa-MitarbeiterinMiriam Schmidt

Völlig zerfetzt liegt der Reisebus an einer Böschung, rund 30 Meter unterhalb der Autobahnbrücke. Trümmer, Gepäckstücke, Kleidung und blutige Tücher liegen herum, viele Sitze sind bei dem Aufprall aus dem Bus gerissen worden. Nach dem schweren Busunglück am späten Sonntagabend bei Neapel in Süditalien bieten sich den Helfern schreckliche Bilder.

Die Passagiere in dem vollbesetzten Bus hatten kaum eine Chance. Nur wenige der fast 50 Menschen an Bord können die Retter noch lebend aus dem Wrack ziehen. "Die Rettungsarbeiten waren sehr schwierig, weil der Bus nur noch ein Trümmerhaufen war und die Passagiere zwischen dem Blech eingeklemmt wurden", sagt Feuerwehrkommandant Alessio Barbarulo der Nachrichtenagentur Ansa. Bei dem Aufprall wurde der Bus in zwei Teile gerissen, einige der Passagiere herausgeschleudert. 38 Menschen werden getötet, zehn überlebten schwerverletzt.

Für die Reisegruppe aus der Nähe von Neapel in Süditalien sollte es ein entspannter Wochenendausflug werden. Insgesamt drei Tage waren die Reisenden, die sich untereinander gut kannten, unterwegs. Viele der Opfer waren befreundet oder verwandt. Sie verbrachten das Wochenende in Telese Terme, nördlich von Neapel. Als das Unglück am Sonntagabend geschah, waren sie auf der Rückreise kurz vor dem Ziel.

Den Berichten zufolge sollen auch viele Kinder und Jugendliche in dem Bus gewesen sein. Unter den Überlebenden, die schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht wurden, waren auch sechs Kinder. Für Italien ist es eines der schwersten Busunglücke in der Landesgeschichte, viele Politiker und die Öffentlichkeit reagierten schockiert. "Wir sind tief traurig über diese enorme Tragödie, die viele Familien und Kinder getroffen hat", sagte Ministerpräsident Enrico Letta.

Die Leichen wurden zunächst mit Tüchern bedeckt neben das Wrack gelegt. Die Särge mit den Opfern wurden später in die Turnhalle des nahen Ortes Monteforte Irpino gebracht. Hier trafen Angehörige ein, um ihre Verwandten zu identifizieren. Sie weinten, lagen sich in den Armen, waren fassungslos. Viele von ihnen hatten aus dem Fernsehen von der Katastrophe erfahren.

Auch der Busfahrer ist bei dem Unfall ums Leben gekommen, seine Leiche soll auf Rückstände von Alkohol oder Drogen untersucht werden. Eine Überlebende berichtete, ein Reifen des Busses sei geplatzt, die Ermittler schlossen auch Bremsprobleme als Unfallursache nicht aus. Bremsspuren gab es an der Unglücksstelle nicht.

Verzweifelt hatte der Fahrer versucht, den Bus unter Kontrolle zu behalten. Er rammte auf der Autobahn 16 bei Neapel zunächst mehrere Autos - neun Menschen darin wurden leicht verletzt. Dann schrammte der Bus an einer Betonmauer entlang, durchbrach die Leitplanke und stürzte in die Tiefe. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Diese erstreckten sich nicht nur auf ein mögliches Verschulden des Fahrers, sondern auch auf den Zustand des Busses und der Straße.