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Tödliches Drama bei Fernsehdreh

Buenos Aires. Beim Dreh für die Sendung „Dropped“ sind in Argentinien zehn Menschen tödlich verunglückt. Zwei Hubschrauber stießen kurz nach dem Start zusammen. Es ist nicht das erste Drama beim Sender TF1. Christine Longin

Zwei Teams werden in der Wildnis ausgesetzt und müssen zurück in die Zivilisation finden. So sieht das Konzept der Fernsehsendung "Dropped" aus. Im Werbefilm zur Sendung sind zwei Hubschrauber zu sehen, die auf ein Gebirge zufliegen, wo die Kandidaten ihre Abenteuersuche beginnen sollen. Solche Bilder wird es aber im Fernsehen wohl nie zu sehen geben, denn der Flug zweier Helikopter nahm am Montag bei Dreharbeiten ein tödliches Ende.

Die Maschinen stießen kurz nach dem Start in der nördlichen Provinz Rioja am Rande der Anden zusammen und gingen sofort in Flammen auf. Die Feuerwehr brauchte zwei Stunden, um den Brand zu löschen. Unter den zehn Todesopfern sind drei prominente Franzosen: die Schwimmolympiasiegerin Camille Muffat (25), der Olympia-Dritte im Boxen, Alexis Vastine (28), und die Seglerin Florence Arthaud (57), die als erste Frau die Transatlantik-Regatta Route du Rhum gewonnen hatte.

"Wir wollten Freude bringen und es wurde ein Drama daraus", sagte der Chef des französischen Senders TF1, Nonce Paolini. Es ist nicht das erste Mal, dass der Privatsender mit einer seiner Sendungen Schlagzeilen macht. 2013 starb ein Kandidat bei Dreharbeiten zur beliebten Sendung "Koh Lanta", einer Variante des "Dschungelcamps", an Herzversagen. Wenig später nahm sich der zuständige Arzt das Leben, nachdem ihm Nachlässigkeit vorgeworfen worden war.

Dass "Dropped", wie geplant, im Sommer in Frankreich ausgestrahlt wird, ist derzeit unvorstellbar. Zu groß ist der Schock nach dem tödlichen Zusammenstoß, bei dem neben den drei Spitzensportlern auch fünf französische Mitarbeiter der Produktionsfirma ALP und die beiden argentinischen Piloten starben. "Ganz Frankreich ist in Trauer", schrieb Regierungschef Manuel Valls im Kurznachrichtendienst Twitter . Alle Kandidaten, darunter Ex-Eiskunstläufer Philippe Candeloro und Radsportlerin Jeannie Longo, sollen sofort nach Frankreich zurückkehren. Sie hatten bereits eine Folge gedreht, bei der der Fußballer Sylvain Wiltord ausschied. "Ich zittere, ich bin schockiert, ich finde keine Worte", twitterte der 40-jährige Ex-Nationalspieler.

Besonders schwer traf die Schwimmnation Frankreich der Tod von Camille Muffat. Die 25-Jährige hatte bei den Olympischen Spielen 2012 in London die Goldmedaille über 400 Meter Freistil gewonnen und im vergangenen Jahr überraschend ihre Karriere beendet. Abenteuerlustig wie sie war, schien sie die perfekte Kandidatin für "Dropped" zu sein. "Sie liebte solche Sendungen", sagte ihr Freund William Forgues im Radio. Er ist sich sicher: "Als sie im Hubschrauber saß, war sie gut drauf."

Wie es zu dem Absturz gekommen ist, sollen nun französische Experten klären. Frankreich ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.