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Expertin sicher
Wer am Bildschirm liest, verarbeitet Wissen schlechter

Frankfurt. Digitale Geräte verführen zu oberflächlichem Lesen – diese Ansicht vertritt die Kognitionspsychologin Rakefet Ackerman. Eine Ursache sei, dass bei manchen Formen des Lesens am Bildschirm, etwa beim Online-Chatten, die Verarbeitung neuer Informationen keine große Rolle spiele, sagte die Expertin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Im Vordergrund stehe dabei vielmehr die soziale Interaktion. Anders sei dies beim „vertieften Lesen“ von Nachrichten, wissenschaftlichen oder erzählenden Texten. „Grundsätzlich sehen wir eine Unterlegenheit von Bildschirmen bei Lern- und Problemlöseergebnissen, bei der Selbsteinschätzung der Leistung und der Effektivität im Umgang mit Zeit“, so Ackerman.

Allerdings sei das computerbasierte Lesen heute ein Teil der Lebenswirklichkeit. Aufgabe müsse es daher sein, Kindern den Umgang mit dieser Herausforderung beizubringen. Computerbasierte Lernaufgaben müssten die „gedankliche Auseinandersetzung“ und weniger das „reine Erinnern“ fördern.