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Blick ins neue Jahr
Welche Trends erwarten uns 2019?

 Anregend und lebensbejahend: Die Schauspielerin Emily Browning trägt bei einer Filmpremiere ein korallenrotes Abendkleid – laut US-Unternehmen Pantone wird das die Farbe des neuen Jahres.
Anregend und lebensbejahend: Die Schauspielerin Emily Browning trägt bei einer Filmpremiere ein korallenrotes Abendkleid – laut US-Unternehmen Pantone wird das die Farbe des neuen Jahres. FOTO: dpa / Facundo Arrizabalaga
Setzen sich im neuen Jahr die Farbe Korallenrot, Schälchen und die Brille von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer durch? Ein Überblick in Sachen Ausgehen, Mode und Reisen. dpa

Farbe des Jahres: Für das US-Unternehmen Pantone ist Korallenrot („Pantone Living Coral“) die Farbe des nächsten Jahres. Das Unternehmen wählt jedes Jahr eine Farbe aus und setzt einen Trend. 16-1546 heißt die Farbe im Fachjargon – „ein anregendes und lebensbejahendes Orange mit goldenem Unterton“. Pantone ist für internationale Farbsysteme bekannt. Auch andere Unternehmen küren Trendfarben. PPG Paints wählte ein dunkles Grün namens „Night Watch“ für 2019.


Bars wie Sterneküchen: An der schon im Oktober vom Fachmagazin „Mixology“ gekürten „Bar des Jahres Deutschland“, der Velvet-Bar in Berlin, lässt sich ein Trend zum höheren Trinken ablesen. Geschäftsführer Robert Havemann sagte anlässlich der Auszeichnung: „Wir wollten eine Bar auf Sterne-Niveau – ein Pendant zur Restaurantszene.“ So werden nicht nur einfach Gin Tonic und Co. angeboten, sondern es kommen per Zentrifuge gemixte Cocktails ins Glas und bevorzugt Essenzen aus gerade saisonalen Gewächsen.

Mode wie im Krieg: Die „Vogue“ fragte schon letzten Sommer, ob im Frühjahr 2019 Normcore (Normalo-Look) von Warcore (einem Kriegs-Look) abgelöst wird. Labels wie Alyx, Heron Preston, Off-White, Givenchy, Louis Vuitton und Vetements spielen jedenfalls damit. Es geht um Kreationen, die an Sturmmasken, kugelsichere Westen oder Harnesse (Ledergeschirr am Oberkörper) denken lassen. Der Military-Look gilt auch als (verspielte) Reaktion der Modemacher auf die instabile Welt und Abschottungserscheinungen.



Urlaub im eigenen Land: Der weltbekannte Reiseführer „Lonely Planet“ setzte Deutschland bei seinen zehn Top-Ländern des kommenden Jahres auf den zweiten Platz, hinter Sri Lanka. „Deutschland verzaubert und überrascht – auch die, die hier leben“, heißt es im Buch „Lonely Planets Best in Travel 2019“. Als Grund, warum Deutschland 2019 bereist werden soll, wird vor allem der 100. Jahrestag der Gründung der Kunst- und Designschule Bauhaus genannt.

Schalen und Bienen: Die Deutschen haben wohl bald noch mehr Schüsseln im Schrank. „Schalen und Schälchen sind Trend“, sagt Nicolette Naumann, Vize-Chefin der Frankfurter Messe Ambiente (8. bis 12. Februar). Als Trendtier kann sie sich die Biene vorstellen. „Das Bewusstsein für die schwarz-gelben Tierchen und andere Insekten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.“ Das Bienensterben und der allgemeine Trend zur Natur seien die Gründe dafür.

Imkern, Makramee und Fermentieren: Ob der Bienenstock im Garten, basteln wie in den 70ern oder das Einlegen von Gemüse: Diese Hobbys bleiben weiter aktuell. Sie werden uns laut Nicolette Naumann noch eine Weile begleiten. „Im Kommen ist seit einigen Jahren auch das Urban Gardening. Bisher war es eher ein Nischenthema, aber der heimische Anbau von Naschgemüse auf dem Balkon, Kräutern in Treppenaufgängen, Obst auf Balkonen oder kleinen Dachterrassen im städtischen Raum werden immer beliebter.“

Rahmenlose und runde Brillen: „Erstaunlicherweise“ seien rahmenlose Brillen wieder im Kommen – das sagt Christine Höckmann vom Fachmagazin „Eyebizz“. Die Nickelbrille sei auf keinen Fall weg. Sehr große runde und markante Fassungen seien hip. Außerdem gerne auf der Nase: Doppelstege und Pilotenmodelle. Gelungen findet sie das Modell der neuen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

E-Roller: Um das Jahr 2000 waren auf einmal Tretroller für Erwachsene in Mode. Gut 20 Jahre später könnte sich die elektrische Variante ausbreiten: der Elektro-Tretroller, auch E-Scooter oder Kick-Scooter genannt. Bisher ist das Fahren mit den Rollern auf öffentlichen Straßen und Wegen verboten. Die Erlaubnis wird aber seit längerem vorbereitet. (dpa)