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| 20:38 Uhr

Prozessauftakt in Hamburg
Prozess für Messerangreifer von Hamburg

In diesem Supermarkt in Hamburg-Barmbek kam es im Juli zu einer tödlichen Messerattacke.
In diesem Supermarkt in Hamburg-Barmbek kam es im Juli zu einer tödlichen Messerattacke. FOTO: Markus Scholz / dpa
Hamburg. Im vergangenen Jahr hat Ahmad A. eine Person getötet und sechs verletzt. Jetzt beginnt in Hamburg der Prozess gegen den 26-Jährigen.

Vor rund fünf Monaten sind bei einer Messerattacke im Hamburger Stadtteil Barmbek sechs Menschen verletzt worden; eine weitere Person wurde getötet. Heute beginnt der Mordprozess gegen den mutmaßlichen Täter. Die Messerattacke soll islamistisch motiviert gewesen sein. Nach Überzeugung der Anklage wollte der 26-jährige Palästinenser Ahmad A. in einem Akt der „Vergeltung“ wahllos möglichst viele deutsche Christen töten. A. muss sich vor dem Oberlandesgericht der Hansestadt verantworten, ihm droht lebenslange Haft.

Der abgelehnte Asylbewerber hatte Ende Juli urplötzlich mit einem Messer in und vor dem Geschäft auf Kunden und Passanten eingestochen. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft wollte er seine Tat als „Beitrag zum weltweiten Dschihad verstanden wissen“, war aber kein Teil eines extremistischen Netzwerks.

Deshalb muss er sich in dem zunächst bis März angesetzten Prozess vor dem Staatsschutzsenat nicht wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten, sondern wegen Mordes sowie sechsfachen Mordversuchs und Körperverletzung. Unmittelbar nach der bundesweit viel beachteten Tat war über eine organisatorische Verbindung zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat spekuliert worden. Belastbare Hinweise auf Kontakte zu dieser oder einer anderen islamistischen Organisation fanden die Ermittler aber nicht. Schon in den Monaten vor der Tat hatten die Behörden Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung erhalten, Mitarbeiter des Verfassungsschutzes sprachen mit dem 2015 eingereisten Mann. Sie stuften ihn aber nicht als akut gefährlich ein, sondern sahen eher Anzeichen für eine psychische Labilität.

Der Anklageschrift zufolge handelte der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geborene A. letztlich vor dem Hintergrund des israelisch-palästinensischen Konflikts um den Jerusalemer Tempelberg. Demnach machte er Deutschland für die von Israel verhängte Zugangsbeschränkung für Muslime mitverantwortlich und wollte in einem Akt persönlicher „Vergeltung“ wahllos möglichst viele deutsche Christen töten, um das von ihm empfundene Unrecht an seinen Glaubensgenossen zu rächen.

Laut der anklageführenden Bundesanwaltschaft wollte A. seine Tat außerdem „im Kontext islamistischer Anschläge“ wahrgenommen wissen. Am Nachmittag des 28. Juli nahm er ein Küchenmesser aus der Auslage des Supermarkts, riss es aus der Packung und stach auf zwei Kunden ein. Einer starb. Dann attackierte er auf der Straße weitere Opfer, bevor ihn Zeugen schließlich stoppten.

Eine Gruppe aus Männern – vorwiegend mit Migrationshintergrund – folgte dem bewaffneten Täter und attackierte ihn unter anderem mit Stühlen eines Cafés. Es gelang ihnen, A. außer Gefecht zu setzen. Unmittelbar darauf nahmen ihn die eingetroffenen Polizisten fest. Für ihr Einschreiten wurden die Zeugen später von der Polizei geehrt.