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Prozess um Stalking
Hardy Krüger jr. und die lästige Liebesattacke

Hardy Krüger jr. hatte am Münchner Landgericht Erfolg mit seiner Unterlassungsklage gegen seine Möchtegern-Geliebte Leily H. Er selbst blieb fern.
Hardy Krüger jr. hatte am Münchner Landgericht Erfolg mit seiner Unterlassungsklage gegen seine Möchtegern-Geliebte Leily H. Er selbst blieb fern. FOTO: dpa / Jens Kalaene
München. Der Schauspieler wehrt sich vor Gericht gegen seine mutmaßliche Stalkerin. Von Aleksandra Bakmaz

Hardy Krüger jr. hat ein Problem – es heißt Leily. In Leilys Wirklichkeit sind oder waren der Schauspieler und sie ein Paar, wollten bald heiraten. Die Realität von Krüger jr. dagegen sieht ganz anders aus. Der „Gala“ erzählte er vor ein paar Wochen von seiner Beziehung und Verlobung mit Managerin Alice Rößler – und von seinem Problem: Leily H., einer mutmaßlichen Stalkerin.


„Das erste Mal tauchte sie vor einem Jahr auf und wollte ein Selfie mit mir machen“, sagte der TV-Star in dem Interview. In Hamburg habe er sich voriges Jahr auch mit ihr getroffen, auf ein paar Nachrichten geantwortet – mehr sei nicht gelaufen. Nach Darstellung von Krüger jr. ist das Ganze wenig später eskaliert. „Sie bombardiert mich mit Nachrichten, Fotos und schlüpfrigen Videos auf meinem Telefon und schreibt auch Kommentare in meinen Blog“, sagt er. Das sei geschäftsschädigend, wenn so ein Quatsch geschrieben werde. „Diese Situation macht einem Angst. Solche Menschen sind unberechenbar.“

Der 49-Jährige, der in Kinofilmen, Serien und im Theater spielt, wehrt sich am Münchner Landgericht gegen die Behauptungen seiner angeblichen Geliebten. Der gebürtige Schweizer klagt auf Unterlassung und erwirkt gestern dann auch eine zweite einstweilige Verfügung gegen die Münchnerin. Zur Verhandlung erscheint er nicht persönlich. Der Großteil der Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Bei den Unterlassungsklagen geht es dem Sohn von Schauspieler Hardy Krüger vor allem um Sätze wie diesen: „Ich glaube nach wie vor an uns beide, ich bin zuversichtlich, dass sich alles wieder einrenkt und wir der Idee, zu seinem 50. zu heiraten, nachgehen“, hatte Leily H. Anfang Februar der „Gala“ erzählt. Sie sei keine Stalkerin, betont die 34-Jährige gestern vor der Verhandlung. Alle, die das Gegenteil behaupten, würden von ihrem Anwalt hören. Leily H., mit dunklem Haar und pinkem Lippenstift, wirkt sehr selbstbewusst, stellt sich dem enormen Medienrummel. Sie gehöre zu Krüger jr., seine PR-Managerin dränge sich schon die ganze Zeit zwischen sie und den TV-Star, sagt sie. Auf Instagram postet sie Fotomontagen mit Bildern von sich und dem Schauspieler – eine Hommage, erklärt ihr Anwalt. Dem Prozess, der Öffentlichkeit stelle sie sich, weil es ihr um Anerkennung ihrer Beziehung, um die Wahrheit gehe, sagt er.

Die einstweilige Verfügung, die es Leily H. nun per Gerichtsbeschluss verbietet, Behauptungen über die Intimsphäre von Krüger jr. zu machen, nehme sie dennoch an, sagt ihr Anwalt. Eine Entscheidung über ihren Widerspruch gegen eine vorherige einstweilige Verfügung soll Ende März fallen.



Egal, was das Gericht in dem Zivilprozess weiter feststellen wird: Krüger jr. ist kein Einzelfall, weiß Kriminalpsychologe Jens Hoffmann. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, seien häufig Opfer von Stalking. Die Sängerin Björk und die Beatles waren schon betroffen, ebenso Madonna. Stalker glaubten fest an eine Beziehung zu dem Promi und ließen sich nur schwer vom Gegenteil überzeugen. Im Fall Krüger jr. wird sich das noch zeigen.

Leily H. behauptet, die Liebste von Krüger jr. zu sein. Darf sie aber nicht, urteilte gestern das Gericht.
Leily H. behauptet, die Liebste von Krüger jr. zu sein. Darf sie aber nicht, urteilte gestern das Gericht. FOTO: dpa / Peter Kneffel