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Urkundenfälschung
Lange Haftstrafe für Putzfrau empört Griechen

Athen. In Griechenland ist eine Putzfrau wegen Urkundenfälschung zu 15 Jahren und später zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte vor über 20 Jahren ihr Grundschulzeugnis gefälscht, um bei einem staatlichen Kindergarten eine Stelle als Reinigungskraft zu erhalten. dpa

Nachdem der Fall in der Bevölkerung für große Empörung gesorgt hat, kam die 53 Jahre alte Frau gestern vorerst auf freien Fuß: Der oberste Gerichtshof Areopag wolle sich die Akten erneut vornehmen, berichteten griechische Medien.


„Ich bin immer noch schockiert“, sagte die Frau dem Fernsehsender Skai. „Ich wollte einfach nicht, dass sie mir meine Kinder wegnehmen, weil ich sie nicht versorgen kann“, begründete sie die Fälschung ihres Grundschulzeugnisses. Die Frau hatte nur fünf anstatt sechs Jahre Grundschule absolviert, die in Griechenland Pflicht für solch eine staatliche Stelle gewesen wären.

Es hagelte Kritik aus der Bevölkerung, von Verbänden und Menschenrechtsorganisationen – nicht nur wegen der hohen Haftstrafe, sondern auch wegen der unterschiedlichen Handhabung solcher Fälle in Griechenland. Erst vor kurzem war auf Kreta eine Frau wegen eines gefälschten Hochschuldiploms angeklagt worden. Sie kam auf freien Fuß und durfte sogar wieder auf ihre staatliche Stelle zurückkehren.