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| 20:42 Uhr

Straßburg
Gute Nachricht für Döner-Fans: Der Fleischspieß ist gerettet

Sind Phospate im Dönerfleisch schädlich? Offenbar nicht. Ein gesunder Mensch müsste 30 Döner am Tag essen, um die tolerierbare Tagesdosis zu überschreiten, meinen Experten.
Sind Phospate im Dönerfleisch schädlich? Offenbar nicht. Ein gesunder Mensch müsste 30 Döner am Tag essen, um die tolerierbare Tagesdosis zu überschreiten, meinen Experten. FOTO: A3750 Andreas Gebert / dpa
Straßburg. Das Europäische Parlament zerstreut Bedenken wegen des Phosphat-Gehalts. Detlef Drewes

500 Tonnen Döner-Fleisch werden an jedem Tag in der EU gegessen. Doch der Phosphat-Gehalt hatte Ende November im Umweltausschuss der EU-Volksvertretung für Unruhe gesorgt. Gestern stellte das Plenum des Europäischen Parlamentes klar: Der Döner bleibt erhalten.

Warum gab es überhaupt Streit um den Döner Kebab?

Die Fleischspieße werden bei der Produktion mit Phosphat angereichert. Dies ist notwendig, damit das Fleisch nicht zusammensackt. Außerdem bindet die Chemikalie Wasser, das bei dem rund achtstündigen Grillvorgang verdunstet. So wird ein gleichmäßiges Durchgaren erreicht. Phosphat ist für Fleisch zugelassen. Hersteller nutzen es aber auch bei Brät oder Kasseler. Durch eine Gesetzeslücke galt die Erlaubnis aber bisher nicht für tiefgefrorene Ware. Diese Ausnahme sollte nun behoben werden.

Was wollten die Befürworter denn erreichen?

Sozialdemokraten und Grüne im EU-Parlament, die im Umweltausschuss gegen eine sofortige Zulassung votiert hatten, wollten den Döner nicht abschaffen. Ihr Ziel bestand darin, neueste Gutachten über die Wirkungsweise von Phosphaten in Lebensmitteln abzuwarten. Die EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) will diese bis Ende 2018 zusammenstellen. Dann hätte man nach dem Willen der Abgeordneten dieser beiden Fraktionen neu und wissenschaftlich abgesichert entscheiden können.

Ist Phosphat in Nahrungsmitteln denn schädlich?

Derzeit gilt eine erlaubte Tagesdosis von 70 Milligramm Phosphat pro Kilogramm Körpergewicht. Ein Döner Kebab bringt es auf gerade mal 134 Milligramm. Ein Glas Cola liegt mit 210 Milligramm deutlich darüber. In der Debatte des Parlamentes gaben Ärzte, die dem Plenum als Abgeordnete angehören, an, dass ein gesunder Mensch rund 30 Döner am Tag essen müsste, um die tolerierbare Tagesdosis zu überschreiten.

War der Streit also völlig
überflüssig?

Das kann man so nicht sagen. Denn Phosphat ist in vielen Lebensmitteln enthalten, was aber nicht leicht erkennbar scheint. Hinter den Kennzeichnungen E338 bis E341, E343 sowie E450 bis E452 verbirgt sich letztlich auch nichts anderes als der nun ins Gerede gekommene Zusatz. Viele andere Lebensmittel werden ebenfalls mit diesem Stoff behandelt – vom Schinken über Fischkonserven und Backwaren.

Woher kommen die Spieße
eigentlich?

Die Döner-Industrie beschäftigt rund 110 000 Menschen in verschiedenen EU-Ländern – 80 Prozent davon in Deutschland.

Ist das Thema jetzt vom Tisch?

Vorerst ja. Es wird keinen „Döner-Notstand“ geben, wie es im Parlament hieß. Allerdings führt die Efsa ihre Untersuchung unabhängig von dieser Debatte weiter. Ob 2018 Ergebnisse vorliegen, die zu einer neuen Bewertung führen, lässt sich derzeit nicht absehen.