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| 20:51 Uhr

Flammendes Inferno auf Madeira

Funchal, die Hauptstadt Madeiras, erlebte eine dramatische Nacht zu Mittwoch. Foto: Cunha / dpa
Funchal, die Hauptstadt Madeiras, erlebte eine dramatische Nacht zu Mittwoch. Foto: Cunha / dpa FOTO: Cunha / dpa
Funchal. Die portugiesische „Blumeninsel“ Madeira wird von Waldbränden heimgesucht. Auch die Hauptstadt Funchal brennt. Drei Menschen starben; Touristen wurden evakuiert. Ein Verdächtiger wurde verhaftet. dpa-Mitarbeiter Emilio Rappold

Sie wollten in der Heimat von Cristiano Ronaldo die Statue und das Museum des Fußball-Megastars besuchen. Oder im Natur- und Wanderparadies Ausflüge machen. Viele der Touristen , die dieser Tage die portugiesische Atlantik-Insel Madeira besuchen, erlebten aber ein Horror-Programm: In der Nacht zu Mittwoch wurden sie in Hotels und Wohnungen von Polizisten oft nahezu aus dem Bett gezerrt. Ein Waldbrand hatte plötzlich die Inselhauptstadt Funchal eingekesselt.

Drei Anwohner kamen in einem Außenbezirk der Stadt in den Flammen ums Leben. Zwei wurden schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht, eine Person wurde laut Behörden vermisst. Dutzende Häuser und auch ein Hotel brannten nieder. Noch gestern Abend war das Feuer völlig außer Kontrolle und bedrohte die historische Altstadt.

Rund 300 Touristen wurden nach Angaben der Behörden der zu Portugal gehörenden Insel mit 270 000 Einwohnern im Fußballstadion untergebracht. Andere fanden zusammen mit Anwohnern in öffentlichen Gebäuden Zuflucht oder wurden in sichere Hotels gebracht. "Neben unserer Ferienwohnung oben auf dem Hügel hatten bereits Häuser gebrannt, als die Polizei bei uns anklopfte und sagte, wir müssten weg", erzählte ein schottischer Urlauber dem Fernsehsender "RTP". Insgesamt wurden bis Mittwoch mehr als 1000 Menschen in Sicherheit gebracht. Ob auch Touristen aus Deutschland betroffen waren, war zunächst nicht bekannt.

Die Zeitung "Público" sprach von einem "Inferno" in Funchal . Seit Dienstagabend herrschten dort Panik und Chaos, hieß es. Der regionale Regierungschef Miguel de Albuquerque versuchte die Gemüter zu beruhigen und beteuerte gestern, die Lage sei zwar schwierig, aber "nicht katastrophal". Der portugiesische Ministerpräsident António Costa unterbrach wegen des Feuers und mehrerer Waldbrände auf dem Festland indes seinen Urlaub.

Als mutmaßlicher Verursacher des Feuers auf Madeira wurde ein junger Mann in U-Haft genommen, wie Albuquerque sagte. Der Regierungschef wollte derweil "so schnell wie möglich zur Normalität zurück". Man dürfe keinen "Katastrophen-Kult betreiben" - mit Blick auf den wichtigen Tourismus.