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Wenn Promis Hotels haben
Einmal Duschen bei den Stars

Hollywood-Star Robert Redford mag die Natur: In den Bergen von Utah hat er ein Hotel, wo er und Gäste sich erholen können.
Hollywood-Star Robert Redford mag die Natur: In den Bergen von Utah hat er ein Hotel, wo er und Gäste sich erholen können. FOTO: dpa / -
Funchal/Michelstadt. Etliche Stars leisten sich inzwischen Ferienwohnungen oder Hotels, die sie an Fans vermieten. Das hat Gründe. Von Anne-Sophie Galli

Die Toilette ist ein Highlight im Hotel von Fußballer Cristiano Ronaldo auf seiner Heimatinsel Madeira. Wenn sich Fans dort die Hände waschen, können sie dem Sportler ins Gesicht schauen – oder zumindest in ein überlebensgroßes Bild von ihm. Seine Sonnenbrillengläser sind Spiegel. So wie der Juventus-Turin-Spieler vermieten etliche andere Stars Hotelzimmer oder ihre Ferienvillen. Dabei geben sie den Gästen das Gefühl, ihnen irgendwie näher zu sein.


Familienfotos an der Wand kann man zum Beispiel in einem Hotel bewundern, das Schauspieler Til Schweiger in Timmendorfer Strand eingerichtet hat. Inspiriert ist das Haus vom Stil der Räume in seinen Filmen. Fans können aus Tellern essen, die er selbst designt hat. Und Fans von Bayern-München-Verteidiger Mats Hummels und Frau Cathy können gar in deren Bett schlafen – sie vermieten ihre Ferienvilla in Kroatien.

Dass Stars Urlaubern solche Angebote machen, komme seit Aufkommen von Facebook und Co. häufiger vor, sagt Medienmanagement-Experte Hansjörg Zimmermann von der Macromedia Hochschule. „Vielen Prominenten geht es auch bei ihren Hotels und Ferienvillen hauptsächlich um die Vermarktung ihres Namens, um Selbstdarstellung“, sagt Zimmermann. „Egal ob finanziell erfolgreich, es bringt Aufmerksamkeit und die ist heute wichtig.“ So postet etwa Ronaldo ab und zu Fotos von ihm in seinen Hotels in Portugal auf Instagram – und erhält Millionen Likes.



Sehen Fans solche Fotos, haben einige Lust, selbst mal so Urlaub zu machen wie ihr Idol. Bieten Stars dann ihre Ferienhäuser oder Hotels an, wirken sie authentischer, wie Medienwissenschaftler Jan-Oliver Decker von der Universität Passau sagt. „Und Fans erliegen weitgehend der Illusion, so am Leben der Prominenten teilnehmen zu können.“

Einige Stars locken mit exklusiven Einblicken. Im Hotel von Schlagersängerin Andrea Berg im baden-württembergischen Aspach können Gäste Konzerte mit Autogrammstunde und After-Show-Party buchen.

Stars vermieteten schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Ferienhäuser – aber damals nur untereinander und unter der Hand, wie Decker sagt. Und die österreichische Schauspielerin Tilla Durieux etwa führte mit ihrem Mann in den späten 30er Jahren ein Hotel für die reiche Wiener Gesellschaft.

Luxuriös sind auch die meisten Star-Unterkünfte heute. Tennisstar Andy Murray verspricht den Hotelgästen in seinem Herrenhaus in Schottland den „dekadenten Lebensstil“ früherer Zeiten. Magier David Copperfield vermietet seine eigene Bahamasinsel – für knapp 34 000 Euro die Nacht. So könnten die Gastgeber zumindest ein Teil der Betriebskosten decken, sagt Decker. Auch Moderator Jörg Pilawa vermietet eine Privatinsel bei Kanada.

Einige unterstreichen mit ihren Hotels ihre Werte. Hollywood-Star Leonardo Di Caprio, der Umweltaktivist, baut ein Luxushotel auf der Insel Blackadore an der US-Ostküste, das nach eigenen Angaben nur mit erneuerbarer Energie betrieben werden soll. Andere Stars sind besonders selbst gerne in ihrem Hotel. Fans zu treffen steht dabei nicht im Fokus. So sieht es etwa Hollywood-Star Robert Redford, der 1969 Land in den Bergen von Utah kaufte und ein Hotel baute. Er und seine Gäste sollten sich dort einfach in der Natur erholen können.

So soll es mal aussehen, das umweltfreundliche Luxushotel von Leonardo Di Caprio auf einer US-Insel.
So soll es mal aussehen, das umweltfreundliche Luxushotel von Leonardo Di Caprio auf einer US-Insel. FOTO: dpa / -
In Ronaldos Hotel hängt der Star gar auf dem Klo.
In Ronaldos Hotel hängt der Star gar auf dem Klo. FOTO: dpa / Tiago Sousa