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Insolvenzverfahren
Das Drama-Jahr des Boris Becker

Weder Geld, noch Liebe: Zu Boris Beckers finanzieller Misere kamen dieses Jahr auch noch Eheprobleme. Er und Lilly haben sich im Mai getrennt. Jetzt hofft er auf eine saubere Scheidung
Weder Geld, noch Liebe: Zu Boris Beckers finanzieller Misere kamen dieses Jahr auch noch Eheprobleme. Er und Lilly haben sich im Mai getrennt. Jetzt hofft er auf eine saubere Scheidung FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
London. Trennung, finanzielle Probleme und viel Spott – für den Ex-Tennis-Star lief es 2018 nicht rund. Und es ist noch nicht zu Ende. Bei einer Anhörung vor Gericht soll heute geklärt werden, wie es mit seinem Insolvenzverfahren weitergeht. Von Christoph Meyer, dpa

Für Boris Becker läuft es derzeit alles andere als rund. Erst erklärte ein englisches Gericht den 51-Jährigen für insolvent, dann kam die Trennung von seiner Frau Lilly (42). Dazu musste er Spott über sich ergehen lassen, nachdem er behauptet hatte, er sei Diplomat der bitterarmen Zentralafrikanischen Republik – und daher von seinen Gläubigern nicht mehr zu belangen.


Ob Becker zuletzt lacht, könnte sich heute entscheiden, wenn der Fall bei einer Anhörung vor Gericht in London verhandelt wird. Auch die Frage, ob sein Insolvenzjahr nun endet, könnte dort entschieden werden. Bereits im Juni hätte das Elend eigentlich zu Ende sein sollen. Doch das Verfahren zog sich hin.

Die Insolvenzverwalter waren unzufrieden, dass Becker einen Teil seiner Trophäen aus seiner schillernden Tenniskarriere angeblich nicht aushändigte. Becker dagegen fühlte sich gedemütigt. Dutzende Erinnerungsstücke sollten bei einer Online-Versteigerung zum Kauf angeboten wurden, neben Tennis-Trophäen, Uhren und einem Bambi auch Socken. In letzter Minute konnte er die Versteigerung auf Eis legen lassen.



Der wohl überraschendste Zug war aber die Ankündigung, er sei als Diplomat nicht mehr zu belangen. Als Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik genieße er Immunität gegen die „Farce“, die über ihn gebracht worden sei, meinte Becker. Nur wenige Tage später stellte er sich als Opfer eines Kredithais dar. Er habe die Summe längst hinterlegt, die er einer englischen Privatbank rechtmäßig schulde. Die Bank aber fordere mehr als das Doppelte, weil sie 25 Prozent Zinsen draufgeschlagen habe – das sei aber „weder rechtskräftig noch rechtswirksam“.

Zu Beckers Unglück wollten Regierungsmitglieder in der Zentralafrikanischen Republik nichts von seinem Diplomatenstatus wissen. Beckers Diplomatenpass sei eine Fälschung, hieß es.

Zu der ganzen Misere um seine finanziellen Verhältnisse kam auch noch die Trennung von seiner Frau Lilly nach neun Ehejahren. Was zunächst als „einvernehmlich und freundschaftlich“ bezeichnet wurde, geriet schnell zum Drama. Becker wäre nicht Becker, wenn er nicht öffentlich über pikante Details plaudern würde. Berichte, die Polizei habe einen Streit in seiner Villa in London schlichten müssen, kommentierte er mit dem Satz: „Wie Sie alle wissen, habe ich eine sehr temperamentvolle Frau, die kann schon mal lauter werden.“ Auch seine Noch-Ehefrau packte aus: „Wir waren in allem immer sehr leidenschaftlich, im Leben, in der Liebe, im Sex und im Streit“, sagte Lilly dem „Stern“. Und: Es tue „unglaublich weh“.

Noch vor Weihnachten war ein Termin vor dem Familiengericht in London angesetzt. Trotzdem hofft Boris Becker auf eine saubere Scheidung. „Der Hoffnungsschimmer ist, dass wir uns als Eltern fair unserem Sohn gegenüber verhalten“, sagte der dreifache Wimbledon-Sieger mit Blick auf den achtjährigen Amadeus.

Trotz der finanziellen Probleme geht Becker davon aus, dass Lilly bei der Scheidung „gut wegkommen“ werde. Auf die Frage, wie viel das sei, sagte die Tennis-Ikone: „Ein paar Mark oder Euro oder Pfund habe ich schon, aber vielleicht nicht mehr ganz so viel wie vor zehn Jahren.“