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Prozessauftakt
Bauer muss nach Hitzetod von Erntehelfer vor Gericht

Freiburg. Er stapelte für seinen Chef bei praller Sonne schwere Heuballen – und starb. Der Tod eines rumänischen Erntehelfers in einem Agrarbetrieb bei Freiburg wird seit Freitag vor Gericht verhandelt.

Der Arbeitgeber des Gestorbenen, ein Landwirt, muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Der 48-jährige Deutsche habe seinen Bediensteten im Juni 2014 bei Hitze und unter direkter Sonneneinstrahlung auf einer Wiese bei Freiburg zur Arbeit gezwungen, sagte der Staatsanwalt zum Prozessauftakt (Az.: 25 Cs 570 Js 18987/14). Gemeinsam mit einem weiteren Helfer habe der 32 Jahre alte Mann 800 bis 900 jeweils 20 Kilo schwere Heuballen im Akkord auf einem Anhänger stapeln müssen. Der Erntehelfer, der zuvor laut Staatsanwalt über gesundheitliche Probleme geklagt hatte, erlitt einen Hitzschlag. Der Landwirt habe dem Helfer, der zusammen mit seinem Schwager auf dem Feld arbeitete, keine Pausen erlaubt und nichts zu Trinken bereitgestellt.