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Flugsicherung warnt
88 Drohnen bringen Flugzeuge in Gefahr

Frankfurt. An Flughäfen sind die kleinen Fluggeräte eine ernste Gefahr. Allein in Frankfurt wurden im vergangenen Jahr 15 Drohnen gemeldet. In Saarbrücken gab es keine Sichtungen.

Immer wieder kommen Drohnen dem Luftverkehr bedrohlich nahe: Im vergangenen Jahr sind die kleinen Flugobjekte laut Flugsicherung allein 70 Mal in der Nähe deutscher Flughäfen gesichtet worden. Weitere 18 Mal entdeckten Piloten die Flugkameras auf der Strecke. Damit hat sich die Zahl der gefährlichen Begegnungen im Luftraum zwar erhöht, aber nicht ganz so stark wie befürchtet. 2016 hatte die Flugsicherung 58 Drohnen bei einem An- oder Abflug gezählt, plus sechs auf freier Strecke.



Die mit Abstand meisten Drohnen wurden 2017 in der Nähe des Frankfurter Airports gesichtet, wie aus der aktuellen Zählung der Flug­sicherung hervorgeht. Dort wurden insgesamt 15 Drohnen gemeldet. Es folgen Berlin-Tegel (11), Düsseldorf (8) und München (7), danach Berlin-Schönefeld (5) sowie Köln/Bonn und Hamburg (jeweils 4). In Saarbrücken ist es nach Angaben der Flugsicherung zum letzten Mal im Jahr 2015 zu einer Sichtung gekommen. 2016 und 2017 wurden keine Drohnen gemeldet. Am Flughafen Frankfurt-Hahn ist es im Jahr 2017 ebenfalls nicht zu Sichtungen gekommen.

Die unbemannten Flugobjekte mit vier Rotoren und häufig auch mit Kamera sind eine Gefahr für den Flugverkehr. Im Oktober stieß in Kanada erstmals eine Drohne mit einem Passagierflugzeug zusammen. Nach Angaben der Behörden gab es nur kleinere Schäden, der Zusammenstoß hätte aber auch katastrophale Folgen haben können, wenn die Drohne Cockpit oder Triebwerke getroffen hätte. 2016 war ein Lufthansa-Airbus bei der Landung in München beinahe mit einem Quadrocopter zusammengestoßen.

„Wir haben schon lange erkannt, dass offensichtlich viele Menschen überhaupt keine Vorstellung haben, wie gefährlich ein Drohnenflug am falschen Ort sein kann“, sagte Ute Otterbein, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung in Langen bei Frankfurt. Prognosen, dass es 2017 erstmals mehr als 100 Vorfälle werden würden, seien zwar nicht eingetroffen, dennoch seien es „immer noch zu viele“, sagte die Sprecherin.

Um über die Gefahren aufzuklären, hat die Flugsicherung im Sommer eine Drohnen-App entwickelt. Sie werde inzwischen von 20 000 Menschen genutzt, hieß es. Auch Bücher informieren, wo Drohnen unterwegs sein dürfen und wo nicht. Die Flug­sicherung schätzt, dass es rund eine Million Drohnen in Privathaushalten gibt, kleinere Modelle gibt es schon für weniger als 100 Euro. Fotografen nutzen größere Modelle zum Beispiel für Luftaufnahmen, Versandunternehmen testen Paketlieferungen per Drohne.



Seit Oktober gelten verschärfte Regeln für den Drohnenflug: Große Geräte müssen gekennzeichnet sein, manche brauchen eine Aufstiegserlaubnis. Ist die Drohne schwerer als zwei Kilogramm, braucht der Pilot seit 1. Oktober zudem einen Kenntnisnachweis. Maximale Flughöhe ist 100 Meter. Über „sensiblen Zonen“ sind Drohnenflüge ganz verboten – zum Beispiel über Flughäfen.